Positiver Corona-Test: Diskussion um Vorgehensweise an Grundschule

hzCoronavirus

Nach einer Schulung an der Grundschule Schermbeck ist eine „externe Person“ positiv auf Corona getestet worden. Die Vorgehensweise an der Schule sorgte für Diskussionen im Netz.

Schermbeck

, 23.09.2020, 11:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei der positiv getesteten Person handelt es sich nicht um ein Mitglied des Lehrerkollegiums oder der Schülerschaft. In der vergangenen Woche war die Person zu Schulungszwecken an der Grundschule Schermbeck tätig, vor allem im vierten Schuljahr, und hatte dabei Kontakt zu Schülern, Lehrkräften und einigen Eltern.

Die Kontaktnachverfolgung wurde, wie in solchen Fällen üblich, durch den Kreis Wesel eingeleitet. Aufgrund der eingehaltenen Hygienemaßnahmen habe das Gesundheitsamt das Infektionsrisiko als niedrig angesehen, so Max Holtschlag, Sprecher des Kreises Wesel. Corona-Tests oder Quarantäne für weitere Personen an der Schule gab es nicht.

In den Sozialen Medien wurde daraufhin die Vorgehensweise diskutiert. Die positiv getestete Person habe ohne Maske im Klassenraum gesprochen - „selbst die Kids, die vorne saßen, werden nicht getestet“, so eine Kommentatorin. Das sei allerdings so üblich, sagt Max Holtschlag, wenn die Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln eingehalten würden.

Getestete Person meldete sich selbst bei der Schule

Schulleiterin Jessica Steigerwald informierte über die Homepage der Schule am Mittwochmorgen aus dem gegebenen Anlass und um für mehr Transparenz zu sorgen, wie das Prozedere nach einem Corona-Kontakt in der Schule abläuft. Üblicherweise erhalte die Schule eine Mitteilung des Gesundheitsamts, wenn nach einem positiven Test Kontakte zur Schule bestanden. Im konkreten Fall habe sich die Person selbst an der Schule gemeldet.

Steigerwald: „Daraufhin wurde ich als Schulleitung sofort aus dem Unterricht geholt und habe unverzüglich den Kontakt zu dem Gesundheitsamt aufgenommen.“ Dieses kümmere sich um weitere Absprachen. „Wenn die Person nicht im Kreis Wesel wohnt, liegt das Ergebnis dem Gesundheitsamt vor, wo die Person wohnt. Das Gesundheitsamt sichtet das Ergebnis und leitet entsprechende Schritte ein.“ Im Anschluss würden die Kontaktpersonen ermittelt. „Personen, bei denen eine Ansteckung als sehr wahrscheinlich gilt, werden vom Gesundheitsamt kontaktiert und entsprechende Schritte wie Quarantäne und Testung veranlasst.“

Absprache mit lokalem Ordnungsamt

Das Gesundheitsamt informierte sich bei den Lehrkräften zum Einsatz der Person in der Schule und die Einhaltung der Hygienemaßnahmen. „Die Hygienemaßnahmen in der Schule geben vor, dass eine Maske zu tragen ist, außer an dem festgelegten Sitzplatz. Lehrkräfte dürfen an der Tafel ohne Maske reden, wenn sie einen Abstand von 1,50 Meter einhalten können. Auch beim Essen und Trinken muss der Mindestabstand eingehalten werden“, so Steigerwald, die sich auch mit dem lokalen Ordnungsamt absprach.

Über die zunächst sparsamen Informationen auf der Grundschul-Homepage sagt Steigerwald: „Nach diesen Absprachen haben wir eine Vorgabe, wie und worüber wir informieren sollen. Wird nur allgemein informiert, ist von einem niedrigen Risiko auszugehen. Namen dürfen aus Datenschutzgründen nicht genannt werden.“

Verunsicherung über die Sozialen Medien

Wer verunsichert sei, weil man mit der entsprechenden Person Kontakt hatte, könne sich jederzeit in der Schule bei Klassenlehrern und -lehrerinnen sowie in den Sekretariaten informieren. Auch sie selbst melde sich gern zurück, so Steigerwald: „Bitte nutzen Sie in Zukunft diese Wege anstatt in den Sozialen Medien viele Bürgerinnen und Bürger zu verunsichern. Dies ist die Grundlage für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Ihnen und der Schule.“

Es sei „wirklich eine anstrengende Zeit und besonders auch in der Schule“. Das Team versuche, „den Schulbesuch so sicher wie möglich zu gestalten und transparent zu informieren. Schade ist es, wenn wir Ihre Unsicherheiten und Ihren Unmut über die Sozialen Netzwerke erfahren“.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt