Schermbecker bestellt 30-Kilo-Paket mit „explosionsgefährlichen Stoffen“

hzGericht

Ein 30-Kilo-Paket wurde einem 38-jährigen Schermbecker zum Verhängnis. Er hatte „explosionsgefährliche Stoffe“ auf einer niederländischen Internet-Plattform bestellt.

Schermbeck

, 12.01.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gegen das Sprengstoff-Gesetz hatte der 38-jährige am 24. September 2017 verstoßen. Im Internet bestellte er auf einer niederländischen Plattform für Pyrotechnik Feuerwerkskörper der Kategorien „F3“ und „F4“.

„F3“: Dahinter verbergen sich laut Sprengstoffgesetz „Feuerwerkskörper, von denen eine mittlere Gefahr ausgeht, deren Lärmpegel die menschliche Gesundheit jedoch nicht gefährdet und die zur Verwendung in weiten offenen Bereichen im Freien vorgesehen sind“. „F4“ sind „Feuerwerkskörper, von denen eine große Gefahr ausgeht, die zur Verwendung nur durch Personen mit Fachkenntnissen vorgesehen sind, deren Lärmpegel die menschliche Gesundheit jedoch nicht gefährdet“.

„Crazy Robots“

Die vom Schermbecker bestellten Feuerwerkskörper hießen etwa „Crazy Robots“ oder „Cobra“ - insgesamt waren es 30 Kilogramm Böller, die im Paket drei Tage später beim Schermbecker ankamen.

Wer Feuerwerkskörper dieser Kategorien einsetzen will, benötigt dazu eine Erlaubnis der zuständigen Behörde. Diese Erlaubnis hatte der Schermbecker jedoch nicht. Und er hätte die Feuerwerkskörper, die der Volksmund als „Polen-Böller“ bezeichnen würde, auch nicht ohne Anmeldung einfach so importieren dürfen.

Grenzübergreifende Ermittlung

Aufgefallen war der Schermbecker der Justiz, als eine grenzübergreifende Ermittlung der Strafverfolgungsbehörden gegen Pyrotechnik-Plattformen wie die oben genannte aus den Niederlanden eingeleitet wurde.

Im Zuge der Ermittlungen war der Name des 38-Jährigen auf der Kundenliste im Server des Pyrotechnik-Verkäufers aufgetaucht. „Mittlerweile ist die niederländischen Plattform geschlossen“, sagte die Staatsanwältin am Freitagmorgen bei der Verlesung der Anklageschrift am Amtsgericht Wesel.

Vor Gericht machte der Angeklagte von seinem Schweigerecht Gebrauch. Einen potenziellen Zeugen hatte der Richter nicht geladen. Diese Tatsache verband er mit der Frage an den Verteidiger, ob man einen neuen Termin machen solle, oder das Verfahren nach Paragraf 153a (Absehen von der Verfolgung unter Auflagen und Weisungen) gegen Zahlung einer Geldbuße einstellen könne.

500 Euro Geldbuße

„Man muss auch die wirtschaftliche Komponente sehen“, sagte der Verteidiger und fragte nach der Höhe der Geldbuße. Der Richter schlug 500 Euro vor, die der Angeklagte und sein Verteidiger nach kurzer Besprechung akzeptierten. „Aus Gründen der Prozessökonomie“, so der Verteidiger.

Die 500 Euro muss der Angeklagte ab Februar in monatlichen Raten von 100 Euro an die Staatskasse zahlen.

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