Schüler entwickelten Lösungen für Probleme Schermbecker Firmen

Gesamtschule

Wie verpackt man Steinplatten ökologisch nachhaltig? Welche Exzenterschneckenpumpe passt zu welcher Anforderung? Für Probleme Schermbecker Firmen haben Gesamtschüler Lösungen gefunden.

Schermbeck

, 01.04.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schüler entwickelten Lösungen für Probleme Schermbecker Firmen

Acht Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule haben im Projektkurs „Technik und Innovation" mit VDI-Vertretern Lösungen für Probleme Schermbecker Unternehmen erarbeitet. © Berthold Fehmer

Zum fünften Mal haben die Diplom-Ingenieure Ulrich Mahlfeld und Klaus Poloszyk vom Verein Deutscher Ingenieure mit dem Projektkurs „Technik und Innovation“ Lösungen entwickelt. „Was ist eine Innovation, was ist eine Disruption?“ Solche Fragen, sagte Mahlfeld bei der Vorstellung der Ergebnisse am Montag in der Aula der Gesamtschule, seien im Kurs beantwortet worden. Aber auch betriebswirtschaftliche Grundlagen habe man erörtert.

Bei einem Wochenende in einer Halterner Jugendherberge lernten die Schüler, wie man ein „Innovationsprojekt“ von der Problemerkennung bis zur Lösungsrealisierung angeht. „Am Anfang darf man spinnen, am Ende muss man sehen, dass alles funktioniert“, sagte Mahlfeld, der mit Poloszyk auch Kreativitätstechniken und Datenbank-Recherche schulte.

Zu viel Verpackungsmüll

„Der Preis der Nachhaltigkeit“, nannten Johanna Heming, Rawan Ahmed und Nils-Niklas Fink ihr Projekt für die Schermbecker Firma „Marmor Kontor“, die seit 45 Jahren Natur- und Betonwerkstein verlegt. Das Problem: Die Boden- oder Treppenbeläge oder auch Fensterbänke werden immer in Plastikfolie und Styropor verpackt, um beim Transport eine Abnutzung und Reibung der Steinplatten zu verhindern.

Diese Kunststoffe werden nicht wiederverwendet, sondern landen zum großen Teil in Müllverbrennungsanlagen. Geht das auch anders? Die Schüler testeten an 20 kleinen Marmorplatten sowohl drinnen als auch draußen unterschiedliche Verpackungsmöglichkeiten, etwa Malerflies, Stroh, Holzspäne oder Kokosfilzmatten.

Das Fazit: Einige hinterließen wie etwa die Holzspäne im Außeneinsatz Flecken auf den Platten oder erwiesen sich als durchlässig für die Klebebandstoffe. Malerflies, so das Fazit der drei, sei die beste Verpackung, da sie wiederverwendet werden könne. Geschäftsführer Stefan Beyer will sich mit den Schülern zusammensetzen, um über die Ergebnisse zu reden. Nils-Niklas Fink sagte, dass aus betriebswirtschaftlicher Sicht die Plastikverpackung die günstigste sei. „Es liegt in der Hand der Firma, ob sie bereit ist, den Preis der Nachhaltigkeit zu bezahlen.“

Fragebogen digitalisiert

Fabian Thomas Kemper, Dommenik Giel und Jan Kaul beschäftigten sich mit der Frage, wie man Kunden und Mitarbeitern der Firma Daurex GmbH aus Schermbeck die Auswahl der passenden Exzenterschneckenpumpe erleichtern könne. Bislang mussten Kunden einen Fragebogen von Hand ausfüllen, die Mitarbeiter suchten die passende Pumpe aus dem Sortiment heraus.

Das geht von nun an einfacher mit einer Excel-Tabelle. Dort trugen die Schüler alle Kriterien ein, etwa die gewünschte Fördermenge, Druck, Temperatur, Betriebsdauer, pH-Wert und vieles mehr. Die Tabelle verbanden sie mit den Leistungsdaten der Pumpen, sodass Kunden von nun an selbst herausfinden können, welche Pumpe sie brauchen und was diese kostet.

„So einfach kann es manchmal gehen“, sagte Geschäftsführer Ralf Daunheimer. Er habe eher eine Software oder Programmierung im Sinn gehabt: „Am Ende ist es dann eine Excel-Tabelle. Dankeschön!“

Wellengelenk musste immer wieder ersetzt werden

Auch ein weiteres Problem seiner Firma wurde gelöst: Ole Wilm Romswinkel und Marcel de Buhr beschäftigten sich mit einer Maschine, die bei Daurex zur Reinigung der Pumpen eingesetzt wird. In der Maschine ist ein Wellengelenk eingesetzt, das nur wenige Monate hält, weil es schnell verschleißt.

Zwei Möglichkeiten habe es gegeben, so Ole Wilm und Marcel. Entweder sich grundlegend mit der Konstruktion dieser Maschine zu beschäftigen. Dafür fehle ihnen aber die Sachkenntnis. Oder ein widerstandsfähigeres Produkt zu suchen. Der zweite Plan ging auf. Statt eines günstigen Gelenks könne die Firma für 130 Euro ein teureres, aber auch widerstandsfähigeres Produkt verwenden. Daunheimer: „Die Lösung ist relativ einfach, alles klar!“

Schulleiter Norbert Hohmann lobte das Engagement der Q2-Schüler und fragte, was sie in einigen Monaten nach dem Abitur vorhaben. Die allermeisten wollen technische Ausbildungen oder Studiengänge einschlagen. Etwas entspannter zeigte sich Ole Wilm Romswinkel: „Vielleicht reise ich erst mal ein Jahr durch die Welt.“

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