So könnten die Windräder gegen den Willen der Lokalpolitik durchgesetzt werden

hzKommentar

Drei neue Windräder will ein Projektentwicklungsunternehmen in Schermbeck bauen. Verwaltung und Lokalpolitik sind dagegen. Doch abschreiben sollte man die Pläne noch nicht. Ein Kommentar.

Schermbeck

, 15.06.2019 / Lesedauer: 2 min

Claims abstecken. So nennt man das, was die juwi AG gerade tut. Obwohl Verwaltung und Lokalpolitik am Mittwoch ziemlich eindeutige Signale gesandt haben, wird Charlotte Kalkowski die Pläne für einen neuen Windpark in Schermbeck nicht fallen lassen.

Das hat mehrere Gründe. Beim RVR hat das Unternehmen die Fläche für Windenergie im Regionalplanentwurf vorgeschlagen. Der Regionalplan wird vermutlich frühestens im kommenden Jahr fertiggestellt. Bis dahin ist in der großpolitischen Wetterlage einiges möglich.

Wer würde heute die Hand dafür ins Feuer legen, dass wir gegen Ende des Jahres noch von einer Großen Koalition regiert werden? Wer würde angesichts des Europawahlergebnisses und jetziger Umfragewerte ausschließen, dass bei eventuellen Neuwahlen die Grünen mit in der Regierung sitzen könnten?

Flächennutzungsplan könnte wieder zur Debatte stehen

Die jetzt abgesteckten Claims könnten noch zur Goldgrube für die juwi AG werden. Denn wenn erst mal weiterer gesetzlicher Druck vom Bund ausgeübt wird, die Energiewende voranzutreiben, dann könnte der Flächennutzungsplan zur Windenergie, der derzeit in Schermbeck weitere Windrädern verbietet, wieder zur Debatte stehen. Allen jetzigen Beteuerungen zum Trotz.

Darauf spekuliert die juwi AG. Sie setzt auf Druck von oben (Bund, RVR) und Druck von unten (Eigentümer, die auf Rendite spekulieren) – und so erklärt sich, warum man eben nicht als erstes auf Verwaltung und Politik zuging.