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So lief die erste Segway-Testfahrt durch Schermbeck

hzSegway

Geführte Segway-Touren bieten Christoph und Michael Hardt ab dem 4. Mai in Schermbeck an. Manchen Teilnehmer kostete die Testfahrt am Mittwoch etwas Überwindung.

Schermbeck

, 30.03.2019 / Lesedauer: 4 min

Eine Achse mit zwei Rädern und einem 4,5-PS-Elektro-Antrieb, eine Stange zum Festhalten ohne Bremse. Alles, was das Gehirn über die Fortbewegung auf Rädern seit Kindesbeinen gelernt hat, sagt einem vor dem ersten Aufsteigen: „Das kann nur schiefgehen.“ Wenn man nicht gerade Zirkusartist ist.

Das muss man beim Segway aber nicht sein. Zwei Computer und Sensoren achten darauf, dass der Fahrer immer im Gleichgewicht bleibt. „1800-mal in der Sekunde misst das Gerät den Abstand zwischen Boden und Sensor“, sagt Michael Hardt, als er Verwaltungsmitarbeitern und Medienvertretern die Segways am Mittwoch vor der Testfahrt vorstellt.

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Segway-Tour in Schermbeck

Von Mai bis Oktober wollen er und sein Bruder Christopher Hardt geführte Segway-Touren durch Schermbeck anbieten. Drei unterschiedliche Routen wurden dafür laut Wirtschaftsförderer Gerd Abelt vorgesehen: „Eine durch Gahlen, eine in den Dämmerwald/Weselerwald und eine durch Uefte, Overbeck, vielleicht auch Rüste.“ Die genauen Routen sollen noch ausgearbeitet werden. Begrenzender Faktor für die Länge ist die Akku-Kapazität, sodass die Touren nach etwa zweieinhalb Stunden enden müssen. Kosten: 65 Euro pro Person.

Vor einigen Jahren seien die beiden Brüder zum ersten Mal Segway gefahren, erzählt Christopher Hardt. Beim Verleiher habe er danach ein paar Mal bei Touren ausgeholfen, „nur damit ich wieder Segway fahren konnte“. Als der Sonsbecker Betreiber seinen Verleih eingestellt habe, hätten er und sein Bruder Michael beschlossen, selbst die Firma „Segwaytouren Niederrhein“ zu gründen. Das war vor etwa drei Jahren. Sich privat ein Segway zuzulegen, käme für ihn nicht infrage, sagt Hardt ehrlich: „Zu teuer.“

So lief die erste Segway-Testfahrt durch Schermbeck

Herbert Tekaat (l.) beim ersten Aufsteigen auf das Segway © Berthold Fehmer

Auch in Schermbeck wollen die Brüder nun Segway-Fahrten etablieren. Sechs Termine, jeweils samstags um 9.30 Uhr, bieten sie bis Oktober an. „Bei schlechtem Wetter wird der Termin verschoben“, so Christopher Hardt. Als Führer durch Schermbeck konnten sie Berthold Große-Homann gewinnen, der beim Schermbecker Bauhof arbeitet, aber auch geführte Mountainbike-Touren und Wanderungen in Schermbeck leitet.

15 Jahre alt und im Besitz eines Mofa-Führerscheins (oder höherwertig) müssen die Teilnehmer sein. Diese Voraussetzung bringen alle Teilnehmer der Testfahrt mit. Pfleglich behandeln solle man die Geräte, bittet Michael Hardt bei der Einführung, denn pro Stück kosten sie 9500 Euro. Mit einer Versicherung sind Teilnehmer bei 250 Euro Eigenanteil aber bei eventuellen Totalschäden geschützt.

So lief die erste Segway-Testfahrt durch Schermbeck

Am Mühlenteich am Rathaus machten sich die Teilnehmer der Testfahrt mit den Segways vertraut. © Berthold Fehmer

Stichwort Schutz: Jeder Teilnehmer fährt mit Helm. Und zunächst zum „Warmwerden“ in der Schnecken-Einstellung, also maximal 6 km/h. Höher geschaltet auf bis zu 20 km/h wird erst, wenn das Lenken und Bremsen per Körpergewichtsverlagerung erlernt ist.

So lief die erste Segway-Testfahrt durch Schermbeck

Die Teilnehmer der Segway-Testfahrt © Berthold Fehmer

„Ich bin eher vorsichtig, aber aus der Nummer kam ich nicht mehr raus“, sagt Tourismus-Fachkraft Birgit Lensing, die mit eher gequältem Lächeln ihre ersten Fahrversuche absolviert. Doch nach wenigen Minuten fährt auch sie mit dem Tross an der Gemeinschaftsgrundschule vorbei in Richtung Dämmerwald. Nur das Sirren der Elektro-Antriebe ist zu hören. Und die Kinder auf dem Schulhof schauen neugierig, wie auch Rad- und Autofahrer. Einige Pferde auf einer Wiese in der Nähe nehmen beim Anblick der Kolonne Reißaus.

Dass Stürze trotz der ausgefuchsten Elektronik nicht ausgeschlossen sind, merken Abelt und auch Herbert Tekaat, Vertreter des Bürgermeisters, bei der Testfahrt. Bei Abelt ist es ein Schlagloch, das ihn aus dem Gleichgewicht bringt, bei Tekaat der Unterschied zwischen dem steinigen Weg und dem matschigen Seitenstreifen im Dämmerwald. Beide bleiben aber unverletzt und können sofort wieder aufsteigen.

So lief die erste Segway-Testfahrt durch Schermbeck

Auch auf Waldwegen funktionieren die Segways. © Berthold Fehmer

Laut Michael Hardts Einführung sind es ansonsten meistens Bordsteine oder auch das gegenseitige Berühren von Segways, die Stürze verursachen können. Denn beide Räder arbeiten mit getrennten Motoren, sodass ein Stillstand auf einer Seite zu Problemen führen kann.

Bei einer kleinen Pause am Jakobsbrunnen nutzen viele die Gelegenheit, einmal die Beine auszuschütteln. Gerade Anfänger seien zu Beginn etwas verkrampft, wissen die Brüder Hardt aus Erfahrung. Berthold Große-Homann, der ebenfalls zum ersten Mal auf dem Segway unterwegs ist, sagt, dass man auch über Pausen bei hiesigen Gastronomien nachdenke. Der ausgebildete Naturführer ist begeistert, wie sehr sich der Radius von Führungen mit den Segways erweitern lasse.

Naturpark-Führerin Mareike Hölscher, die das Fahrerlebnis ebenfalls sichtlich genießt, überlegt bei der Rückfahrt laut, ob man nicht noch ein Headset für die Teilnehmer einführen könne, sodass Berthold Große-Homann allen Teilnehmer etwas über die Besonderheiten an der Wegstrecke erzählen könnte. Denn ansonsten kann man sich während der Fahrt nur mit dem Fahrer direkt neben einem unterhalten.

So lief die erste Segway-Testfahrt durch Schermbeck

Birgit Lensing zeigt die drei Routen, die bislang angedacht sind. In den Dämmerwald führte die Testfahrt. © Berthold Fehmer

Wieder am Rathaus angekommen, zeigen sich alle Teilnehmer der Testfahrt begeistert. Buchen kann man die Touren unter segwaytouren-kamp-lintfort.de, unter info@segwaytouren-kamp-lintfort.de oder unter Tel. (0163) 1392007.

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