SPD für Grundschulneubau - das sagen die anderen Parteien

Grundschule

Die SPD legt sich fest: Sie will eine Zusammenlegung der Schermbecker Grundschulen und einen Neubau an der Weseler Straße. Das sagen die anderen Parteien dazu.

Schermbeck

, 11.09.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
SPD für Grundschulneubau - das sagen die anderen Parteien

Einen Schulneubau an der Weseler Straße fordert die Schermbecker SPD. Eine erste Idee dafür hatte das Büro Rathke bereits in der Präsentation zur Grundschulsituation gezeigt. © Rathke Architekten / Montage Fehmer

Nach der Vorstellung des pädagogischen Schulkonzepts durch Schulleiterin Jessica Steigerwald, dem Erhalt von Informationsmaterial und der Besichtigung einer renovierten und erweiterten Schule, sei es nun Zeit, „Farbe zu bekennen“, so Petra Felisiak, SPD-Vorsitzende und Ratsmitglied, in einer Mitteilung.

„Nur ein Neubau kann die heute bekannten pädagogischen Erfordernisse berücksichtigen, während eine Renovierung und Umbau der bestehenden Gebäude immer nur eine Kompromisslösung für die pädagogische Arbeit bedeuten kann; und das dann für Jahrzehnte!“, so Felisiak: Wir alle wissen, dass in einem optimal gestalteten und eingerichteten Schulraum nicht nur die Motivation, sondern auch die Leistung der Schüler zunimmt. In einer schönen Umgebung lebt und lernt es sich besser.“

Die Kompromisse, die das Lehrerkollegium aufgrund der derzeitigen räumlichen Situation eingehen müsse, könnten zu Frust führen, so Felisiak. Deshalb wolle sich die SPD nun nur noch über die Gestaltung und Ausstattung einer neuen Schule unterhalten, „immer natürlich im Zusammenspiel mit den Kosten“.

CDU will sich Zeit lassen

Deutlich zurückhaltender äußern sich die anderen Parteien auf Nachfrage. Klaus Schetter (CDU): „Die CDU-Fraktion wird sich erst nach Vorlage aller Daten und Informationen final mit dem Thema befassen. Ich gehe davon aus, das wir uns bis Ende September, spätestens jedoch bis zur Ratssitzung am 9. Oktober zum Thema ‚ein oder zwei Standorte‘ entschieden haben. Abhängig von dieser Entscheidung wird dann die Festlegung auf den oder die konkreten Standort(e) zeitnah folgen.“

Ulrike Trick (Grüne) bezweifelt, dass die SPD die 135-seitige Machbarkeitsstudie zu den Grundschulstandorten innerhalb weniger Tage komplett prüfen konnte. Es gebe darin „sicher einige Aussagen, die beraten und überprüft werden müssen. Dazu zählt z.B. die Differenz zwischen den angegebenen Kosten für Renovierung und Umbau der Schulen in Schermbeck und den tatsächlichen Kosten der besichtigten Bruchschule in Dinslaken“.

„Verzweiflungstat“

Laut Trick dränge sich „der Eindruck auf, dass es sich hier wieder einmal, ähnlich wie bei dem Antrag auf Ausrufung des Klimanotstands, um eine Verzweiflungstat handelt, in dem Bestreben, auf irgendeinem Feld der Schermbecker Politik mal ‚Erster‘ zu sein“.

Die Grünen könnten den Wunsch des Lehrerkollegiums nach einem Standort nachvollziehen und „werden auch entsprechend votieren“, so Trick. „Die Frage, ob es einen Neubau geben muss oder kann, ist letztendlich eine Abwägung zwischen den pädagogischen Ansprüchen und Erfordernissen und der finanziellen Leistungsfähigkeit der Gemeinde. Ein Neubau ist sicherlich eine Investition in die Bildung der nachfolgenden Generationen, bedeutet aber auch eine Erhöhung der Schuldenlast für dieselben.“ Man wolle deshalb „erst nach gründlicher Prüfung aller Fakten eine abschließende Entscheidung treffen“.

„Oberflächlich und gefährlich“

Für Klaus Roth (BfB) gibt es noch zu viele Unbekannte: Erst müssten beide Schulen von den Politikern besichtigt werden. Man kenne noch keine genauen Investitionskosten. Es habe intern noch keine intensive Beratung der Machbarkeitsstudie gegeben. Und man kenne die mittelfristige Haushaltssituation der Gemeinde Schermbeck nicht. Dies müsse alles zuerst gewährleistet sein. Roth: „Sich nur auf die Wünsche von Frau Steigerwald und Herrn Rexforth zu verlassen, wie es die SPD-Fraktion macht, wäre oberflächlich und fahrlässig.“

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