Streiche oder Straftaten? Das rät die Polizei Eltern zu Halloween

Halloween

„Süßes oder Saures?“ Das werden am Donnerstagabend wieder verkleidete Kinder und Jugendliche zu Halloween rufen. Das rät die Polizei Eltern, damit Streiche nicht zu Straftaten werden

Schermbeck, Raesfeld

, 30.10.2019, 16:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Streiche oder Straftaten? Das rät die Polizei Eltern zu Halloween

Damit aus vermeintlichen Streichen keine Straftaten werden, sollten Eltern mit ihren Kindern sprechen. © pa/obs/DVAG

Auch wenn nicht alle den Brauch gutheißen, hat sich die „Nacht des Schreckens“ auch hierzulande eingebürgert. Wenn Süßigkeiten verweigert werden, können die „Streiche“ aber die Polizei auf den Plan rufen: „Eier an Hauswänden, Böller im Briefkasten, herausgezogene Sträucher oder abgetretene Außenspiegel sind keine Seltenheit und sorgen für enorme Schäden und Ärger“, so die Kreispolizei Wesel.

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Für sie bedeute der Abend vor Allerheiligen immer wieder „eine einsatzaufreibende Spät-und Nachtschicht, da sich die Beschwerden und Anzeigen schlagartig häufen.“ Die Kreispolizei Borken hat ähnliche Erfahrungen gemacht: „Aus den oft nicht böse gemeinten Streichen wird schnell ungewollt eine Sachbeschädigung und somit eine Straftat. Wer Haustüren oder Hauswände mit Eiern bewirft, Briefkästen verklebt oder Autos mit Zahnpasta beschmiert, muss mit einer Anzeige rechnen, die konsequent von Polizei und Staatsanwaltschaft verfolgt wird!“

Tipp: Mit Kindern reden

Die Weseler Polizei rät Eltern: „Machen Sie Ihrem Nachwuchs klar, dass die Leute nicht verpflichtet sind, die Tür zu öffnen und Süßigkeiten zu verteilen! Aus Frust dann fremdes Eigentum zu beschädigen heißt nicht, jemandem einen Streich zu spielen!“

Auch wer selbst keine Eier wirft oder Ähnliches unternimmt, ist nicht vor Strafverfolgung sicher. Die Polizei in Borken: „Auch wer nur bei einem Gruselzug durch die Siedlung dabei ist, und nicht selber etwas beschädigt, kann unter Umständen wegen gemeinschaftlicher Sachbeschädigung haftbar gemacht werden. Hierbei muss sogar mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe gerechnet werden.“

Zivilrechtliche Ansprüche möglich

Eltern sollten dabei beachten: „Selbst wenn Kinder unter 14 Jahren strafrechtlich nicht belangt werden können, so können doch erhebliche zivilrechtliche Ansprüche auf sie zukommen“, so die Kreispolizei Borken. Sie appelliert an die Eltern: „Zeigen Sie Ihren Kindern an Beispielen auf, wo der Spaß aufhört und der Ernst beginnt.“

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