Verdienter Heimatforscher ist am Montag gestorben

Nachruf

Friedrich („Friedel“) Stricker ist tot. Mit ihm starb mit 86 Jahren am Montag ein „Pohlbürger“, der sich um die Erforschung der Geschichte seines Heimatorts verdient gemacht hat.

Schermbeck

, 19.09.2019, 13:37 Uhr / Lesedauer: 1 min
Verdienter Heimatforscher ist am Montag gestorben

Friedel Stricker hat viele Ausstellungen im Heimathaus organisiert. Am Montag ist er im Alter von 86 Jahren gestorben. © Berthold Fehmer (Archiv)

Die Trauerfeier findet am Montag (23.) um 14.30 Uhr in der Trauerhalle auf dem Friedhof der Evangelischen Kirchengemeinde Schermbeck statt. Anschließend ist die Beisetzung.

Strickers gute Beziehungen zum Schermbecker Heimatforscher und späteren Bürgermeister Heinz Lutter und zu Pfarrer Heinrich Paschen führten seit den 1950er-Jahren dazu, dass sich der bis zur Pensionierung beim Weseler Fernmeldeamt beschäftigte Fernmeldeamtsrat intensiv mit der Vergangenheit seines Heimatortes Schermbeck beschäftigte.

Feuerwehr und Schützenverein

Strickers erste größere schriftliche Publikation befasste sich mit dem Männergesangverein Eintracht anlässlich von dessen 90-jährigem Bestehen im Jahre 1955. Großes Interesse zeigte er auch am Schermbecker Feuerlöschwesen und am Schützenwesen in Schermbeck. Auch hier war sein Blick vor allem auf das rheinische Schermbeck gerichtet. Die Summe seiner Forschungen zum Schützenwesen flossen in die große Jubiläumsschrift beider Kiliangilden im Jahre 2002 ein.

In den frühen 1980er-Jahren erforschte Friedrich Stricker intensiv die Geschichte der Georgsgemeinde. An der Herausgabe der 456 Seiten umfassenden Festschrift der Georgsgemeinde im Jubiläumsjahr 1985 war er maßgeblich beteiligt. Zahlreiche Einzelaufsätze zur Geschichte der ehemaligen reformierten Kirche erschienen im Gemeindebrief, Stricker war auch lange Zeit Leiter des Archivs der Georgsgemeinde.

„Rettet die Festwiese“

In den frühen 1990er-Jahren war Friedrich Stricker Sprecher der Schermbecker Bürgerinitiative „Rettet die Festwiese“. Der etwa zwei Jahre dauernde Versuch, einen Rathausneubau auf der ehemaligen Festwiese der Kiliangilde zu verhindern, scheiterte allerdings.

Im 1987 gegründeten Heimat- und Geschichtsverein gehörte Stricker zum Gründungsvorstand. Als stellvertretender Vorsitzender blieb er bis zum Jahre 2011 Vorstandsmitglied. Mehrere Ausstellungen hat er mit vorbereitet. Für den Verein erstellte Stricker ein Informationsheft zu den Schermbecker Straßen und über die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs. Im Rahmen einer Ehrung am 17. Mai 2014 bezeichnet der Vorsitzende Rolf Blankenagel Friedrich Stricker als „graue Eminenz“ des Vereins.

Die größte Auszeichnung erhielt Friedrich Stricker vom Landschaftsverband Rheinland. Am 27. Oktober 1987 wurde ihm im Café Steinkamp der Rheinlandtaler verliehen.

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