Verkehrschaos bei Grünschnittannahme: „Kann so nicht geduldet werden“

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„Ein Zustand, der nicht geduldet werden kann.“ So nennt der Bürgermeister das Verkehrschaos, dass die Grünschnitt-Annahme auf dem Rathausparkplatz ausgelöst hat.

Schermbeck

, 02.10.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Schermbecker Heinz-Jürgen Hinze wollte am Samstagmorgen, 12. September, eigentlich nur seinen Grünschnitt auf dem Rathausparkplatz abgeben. Doch das wollten auch viele andere. Um 9 Uhr drehte Hinze noch ab. „Vielleicht wird es mittags weniger.“ Doch da stauten sich die Autos in der Mittelstraße bis zur Schienebergstege, auf der Maassenstraße sowie auf der Erler Straße (bis zum Netto-Markt). Hinze wartete geschlagene 50 Minuten, bis er dran war und fragte sich anschließend: „Was passiert, wenn ein Notarzt da durch muss?“

Bis in die Mittelstraße zur Schienebergstege staute sich der Verkehr vor der Grünschnittannahme auf dem Rathausparkplatz.

Bis in die Mittelstraße zur Schienebergstege staute sich der Verkehr vor der Grünschnittannahme auf dem Rathausparkplatz. © Heinz-Jürgen Hinze

Rewe-Supermarkt und Tankstelle seien nicht mehr anfahrbar gewesen, beobachtete Hinze. Manche Wartende hätten versucht, sich an anderen vorbei zu drängeln - „im Gegenverkehr“. Das Resultat: „Huperei ohne Ende.“ Hinze fotografierte die Situation, die er in ähnlicher Form auch schon bei der Grünschnittannahme in Gahlen erlebt hatte, und schickte die Bilder mit einer Beschwerde ans Rathaus.

„Riesige Anhänger“

Trotz einer Beschränkung auf zwei Kubikmeter Grünschnitt hätten auch „riesige Anhänger“ den Verkehr aufgehalten, so Hinze. Offensichtlich habe auch niemand kontrolliert, ob die Abgebenden wirklich aus Schermbeck kommen.

Handlungsbedarf sieht auch Bürgermeister Mike Rexforth. Die Gemeinde weist darauf hin, dass sich Wartezeiten vermeiden ließen, wenn Grünschnitt in der von der Gemeinde angebotenen Biotonne entsorgt werde, die alle zwei Wochen abgefahren wird. Die 120-Liter-Biotonne kostet 60 Euro im Jahr, die 240-Liter-Tonne 120 Euro pro Jahr - dieser Preis wird im Gebührenhaushalt quersubventioniert. „Ich möchte sie nicht mehr missen“, sagt Rexforth über die Biotonne, da er privat dadurch seine Restmüllmenge erheblich reduzieren habe können - was durch ein kleineres Gefäß wieder Einsparungen brachte.

Nur vermeintlich kostenfrei

Die Grünschnittannahme auf dem Parkplatz ist kostenfrei für die Bürger. Allerdings nur vermeintlich: Denn die Kosten dafür werden auf die Restmüll-Gebühren aufgeschlagen und belasten laut Gemeindemitarbeiter Jan Böcker „bei einer fiktiven Umrechnung“ jedes Restmüllgefäß mit mehr als 6 Euro. Anmelden für die Biotonne kann man sich auf der Homepage der Gemeinde oder unter Tel. (02853) 910329. Über die Biotonne, hofft Rexforth, könne man vielleicht die Grünschnittannahme um die Bürger entlasten, die nur eine Tüte Rasenschnitt im Kofferraum hätten.

Eine andere Möglichkeit wäre eine Ausweitung der Grünschnittannahme. Man wolle mehr Presswagen einsetzen, versprach Rexforth. Und: „Wir machen uns Gedanken über eine andere Fläche.“ Der Rathausparkplatz sei allerdings schon einer der größten in der Gemeinde. Die Annahme müsse weiterhin kontrolliert werden. „Sonst muss man am Ende Altöl und andere Dinge entsorgen.“

Kontrollen könnten nötig werden

Nicht kontrolliert werde derzeit, ob die Abgebenden aus Schermbeck kommen. Rexforth: „Ich will nicht ausschließen, dass das passieren muss, um die Sache in den Griff zu kriegen.“

Teil des Problems sei aber auch, so Rexforth, dass sich der Andrang bei der Grünschnittannahme nur schlecht planen lasse. Wenn die Sträucher nach den Brutzeiten wieder beschnitten werden dürften und schönes Wetter sei, sei der Andrang besonders hoch.

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Eine Ausweitung des Angebots werde Geld kosten, so Rexforth. „Wir werden mit der Politik im Rahmen der Gebührenkalkulation reden müssen.“ Es gebe einen Spielraum durch die erfolgte Abschreibung am Asdonkshof, wodurch sich die Gebühren um rund 30 Prozent reduzieren. Diesen Spielraum könne man auch für mehr Service nutzen, so Rexforth. Und man werde darüber reden, wie der Bauhof der Zukunft aussehen könne, der vielleicht zum Wertstoff werden könne. Dafür brauche man dann aber auch eine geeignete Fläche sowie Investitionen „in dicker siebenstelliger Größenordnung“.

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