Weltmeister trainiert Gesamtschüler, damit sie seinen Rekord knacken

Rekordversuch

240 Gesamtschüler aus Schermbeck und Hamminkeln traten am Freitag auf dem Sportplatz des SV Schermbeck an. Ihr Ziel: Den deutschen Rekord von Willi Wülbeck über 800 Meter zu unterbieten.

Schermbeck

, 09.06.2019 / Lesedauer: 3 min
Weltmeister trainiert Gesamtschüler, damit sie seinen Rekord knacken

Rekordhalter Willi Wülbeck trainierte am Freitag mit den Gesamtschülern, die seinen Rekord knacken wollten. © Berthold Fehmer

Die Begeisterung ist Harald Nikisch, Sportlehrer der Gesamtschule, deutlich anzusehen, als er vom 9. August 1983 spricht. „Wie der da um die Kurve kam“, hat Nikisch noch genau die Fernsehübertragung von der ersten Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Helsinki vor Augen. Diesen fabulösen 800-Meter-Lauf, der in die Geschichte eingehen sollte, weil die damals von Wülbeck gelaufene Zeit von 1:43,65 min immer noch deutscher Rekord sind.

Der Rekordhalter steht wenige Meter weiter: Willi Wülbeck ist am Freitag dabei, als 240 Gesamtschüler aus Hamminkeln und Schermbeck auf Einladung von innogy versuchen, seinen alten Rekord zu knacken. Das würde natürlich kein Fünft- bis Siebtklässler allein schaffen, deshalb treten immer acht pro Staffel an, die jeder 100 Meter laufen müssen.

„Sehr anspruchsvoll“

Und selbst das sei noch „sehr anspruchsvoll“, sagt Ole Buers von innogy. Ins zwölfte Jahr gehe die Aktion, und erst dreimal konnte der Rekord unterboten werden - jeweils von der Staffel der Städtischen Realschule Bad Berleburg. Die waren bei ihrem besten Lauf im vergangenen Jahr sogar 2,73 Sekunden schneller als der Rekordhalter.

„Perfekte Laufbedingungen“ attestiert Buers angesichts des Wetters am Freitag in Schermbeck. Wülbeck, der den Sportplatz als „kleine Kampfbahn“ bezeichnet, sieht allerdings mit geübtem Auge, dass die Laufbahn nach der Großbaustelle Abrahamhaus noch nicht in bestem Zustand ist.

Aufwärmübung

Um sich mit den Schülern aufzuwärmen, läuft er mit ihnen zunächst mal eine Runde über den Rasen. Dann macht er die Übungen vor, die Wülbeck den Schülern für jeden Morgen vor der Schule ans Herz legt. „Ich kann jetzt schon nicht mehr“, stöhnt einer der Schüler.

Als dann die Staffeln zum Rekordversuch antreten, merken die Schüler, dass es wirklich nicht so leicht ist, dieser lebenden Legende etwas vorzumachen. „Wir haben ausgerechnet, dass Wülbeck damals die 100 Meter in 13 Sekunden gelaufen ist. Und das achtmal hintereinander“, sagt Nikisch über die Vorbereitung des Rekordversuchs. Wer diesen Rekord als Staffel schlagen wolle, müsse vor allem den fliegenden Wechsel mit dem Staffelstab beherrschen.

So schnell wie Wülbeck ist keine Staffel. Am Ende stehen zwei Staffeln aus Hamminkeln auf Platz 1 und 2 auf dem Siegertreppchen, die Staffel 3 der Gesamtschule Schermbeck landet auf dem dritten Platz. Die schnellste Staffel aus Hamminkeln liegt mit 2:04,18 deutlich hinter Wülbecks Rekord. Die beiden Hamminkelner Staffeln werden beim Finallauf um den Gesamtsieg am 9. Juli in Wesel gegen die ersten beiden Teams der Läufe in 22 anderen Orten antreten. Für die Schermbecker ist das Rennen hingegen vorbei. Jedoch bekommen alle Teilnehmer Urkunden und T-Shirts zur Erinnerung.

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