Die Rückkehr des Wolfs in unsere Region stellt besonders Nutztierhalter vor große Probleme. Die SPD des Kreises will ihnen mit einem regionalen Herdenschutzzentrum mehr Unterstützung zukommen lassen. © dpa
Wolf

Wolfsgebiet: SPD will regionales Herdenschutzzentrum aufbauen

Zwischen Wolfsgegnern und -befürwortern sind die Fronten verhärtet. Die SPD schlägt ein Herdenschutzzentrum in Trägerschaft des Kreises Wesel vor. Und beschreibt, was dieses leisten soll.

Im Wolfsgebiet Schermbeck ist der Konflikt um den Wolf nach wie vor Dauerthema. Nutztierhalter sind am meisten betroffen von der Rückkehr des Wolfs. „Es muss davon ausgegangen werden, dass der Wolf noch lange Thema am Niederrhein sein wird, und dies unabhängig vom Umgang mit Wölfin Gloria“, so die SPD des Kreises Wesel.

Sie beantragt, umgehend ein regionales Herdenschutzzentrum einzurichten. Dies habe man als Ergebnis aus einem Austausch mit betroffenen Nutztierhaltern gewonnen. Gerd Drüten, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion: „Ein neu zu schaffendes regionales Herdenschutzzentrum ist nach unserer Ansicht ein zielführender und dringlicher Schritt, den insbesondere auch die Schafhalter im Kreis Wesel sehr begrüßen.“

Ansprechpartner, die sich auf Augenhöhe ausschließlich um die Belange der Nutztierhalter in der Region kümmern, sollen dort laut Kerstin Löwenstein, sachkundige Hamminkelner Bürgerin im Weseler Kreistag, arbeiten. Ziel der SPD ist, das Herdenschutzzentrum noch im Laufe 2021 arbeitsfähig einzurichten.

„Direkte und unbürokratische Vermittlung“

Im Antrag, der im Umwelt- und Planungsausschuss des Kreises am 2. März behandelt werden soll, schildert die SPD, wie sie die Rolle des geplanten Herdenschutzzentrums wünscht. „Die Nutztierhalter in unserem Raum

brauchen vor Ort kompetente Ansprechpartner für den Herdenschutz. Eine direkte und unbürokratische Vermittlung der Belange zwischen Weidetierhaltern und den verschiedenen Behörden ist notwendig, um möglichst schnell Planungssicherheit sowie finanzielle und beratende Unterstützung zu gewährleisten.“

Nutztierhalter würden viele Ratschläge, die sie von offiziellen Stellen zum Herdenschutz erhalten haben, für wenig praktikabel halten, „da sie

an den Realitäten vorbei gehen“. „Zugleich werden Nutztierhaltern eindeutig zu viele bürokratische Hürden in den Weg gestellt. Deshalb braucht es Ansprechpartner, die sich auf Augenhöhe ausschließlich um die Belange der Nutztierhalter in der Region kümmern“, so die SPD.

Wie soll das Zentrum finanziert werden? Für den Aufbau will die SPD im Haushaltsplan 2021 100.000 Euro einstellen. Als Projektträger könne man vielleicht auch Bottrop, den Kreis Recklinghausen und den RVR gewinnen, hofft die SPD. Zudem seien mögliche Partnerschaften mit der Euregio Rhein Waal, dem Bauernverband, der Bezirksregierung und der Landwirtschaftskammer zu prüfen.

Forschung zum Herdenschutz

Bei der Finanzierung könne auch das Land NRW infrage kommen, so die SPD. „Auch soll geprüft werden, inwieweit sich auch eine Forschungsstelle in dem

Herdenschutzzentrum etablieren lässt, in der regionsspezifisch zum Herdenschutz

geforscht werden kann, um weitere Lösungen zu erarbeiten.“

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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