Zweite Busspur fürs Rathaus geplant - Kosten in siebenstelliger Höhe

hzÖPNV

Mit einer zweiten Busspur am Rathaus sollen Rückstaus bis auf die Weseler Straße verhindert werden. Der Ausbau zu einer Mobilstation würde einen siebenstelligen Betrag kosten.

Schermbeck

, 21.04.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zu Stoßzeiten kommt es am Rathaus häufiger zum Rückstau von Einzel- und Gelenkbussen, da der Platz auf der Busspur nicht ausreicht. So würden gefährliche Situationen entstehen, so Verwaltungsmitarbeiter Alexander Thomann. Eine weitere barrierefreie Busspur soll dies in Zukunft verhindern - einen solchen Vorschlag hatte die Gemeinde bereits 2019 beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr zur Prüfung eingereicht und grünes Licht für eine mögliche Förderung bekommen.

Vorgesehen sind auch 48 Stellplätze für motorisierte Zweiräder sowie vier „Kiss and Ride“-Kurzzeitstellplätze. Für Fahrräder ist eine witterungsgeschützte Abstellanlage geplant. Ein neues Toilettenhaus solle verhindern, dass - wie häufig zu beobachten sei - „Fahrgäste und Busfahrer ihre Notdurft hinter dem Wartehäuschen verrichten“, so Thomann. Digitale Fahrgastinfosysteme sollen Fahrtzeiten, Ausfälle und Verspätungen anzeigen.

So sieht der Planentwurf für die zweite Busspur am Rathaus aus.

So sieht der Planentwurf für die zweite Busspur am Rathaus aus. © Gemeinde Schermbeck

Da all dies auf der Fläche installiert werden müsste, die derzeit als Rathaus-Parkplatz genutzt wird, will die Verwaltung wegfallende Stellplätze auf der nördlich des Parkplatzes liegenden Erd- und Schotterfläche ersetzen. Zunächst schien fraglich, ob dieser Ersatz auch förderungswürdig sein würde. Denn der Rathaus-Parkplatz wurde vom VRR nicht als klassischer „Park and Ride“-Parkplatz gewertet.

Die Verwaltung argumentierte allerdings, dass es sich um eine Wiederherstellung von Stellplätzen handele, die durch die zusätzliche Busspur wegfallen würde, was den VRR schließlich überzeugte.

95 Prozent Förderung

90 Prozent beträgt regulär die Förderquote, bei Kommunen in der Haushaltssicherung (wie Schermbeck) sogar 95 Prozent. Der VRR plant für die Maßnahme eine Zuwendung von rund 1,22 Millionen Euro ein, wodurch sich für die Gemeinde Schermbeck ein Eigenanteil von 65.500 Euro ergeben würde.

Laut Thomann würde dieser Betrag nicht ausreichen. Denn der VRR sehe für die gesamte Planungsleistung nur drei Prozent der Baukosten, also etwa 38.700 Euro vor, „was mit Blick auf Erfahrungswerte aus vorausgegangenen Baumaßnahmen nicht ausreicht. Die über diesen Betrag hinausgehenden Planungskosten müsste die Gemeinde Schermbeck insofern aus eigenen Mitteln bestreiten.“

Planungskosten wesentlich höher

Um zu ermitteln, welcher Betrag realistischer wäre, hat die Gemeinde Planungsbüros um eine Einschätzung gebeten und kommt nun auf Planungskosten von rund 120.000 Euro. Dies würde den Eigenanteil der Gemeinde auf insgesamt 146.000 Euro erhöhen. Das wären 11 Prozent der veranschlagten Gesamtkosten.

Die Verwaltung schlägt dem Rat, der am 29. April tagt, nun vor, die Planung auszuschreiben. Das Ergebnis der Ausschreibung soll dann der Haupt- und Finanzausschuss zur Beratung vorgelegt bekommen, um den Auftrag für die Planung erteilen zu können, die für den finalen Förderantrag erforderlich ist.

Kanu-Anlegestelle wird vorerst nicht verlegt

Thomann geht davon aus, dass die Planung, die für eine Genehmigung ausreichend wäre, für 50.000 Euro zu haben sei. Obwohl im Haushalt dafür keine Mittel eingestellt sind, hat sich an anderer Stelle eine Verschiebung ergeben. Eigentlich wollte die Gemeinde die Anlegestelle für Kanus an der Lippe verlegen - doch für das Förderprogramm „Strukturentwicklung im ländlichen Raum“ wurde ein Antragstopp für 2020 ausgesprochen.

Nach Rücksprache mit der Bezirksregierung wolle man die Planung für die Anlegestelle zurückstellen und im kommenden Jahr wieder aufgreifen, so Thomann. Die im Haushalt dadurch freiwerdenden 50.000 Euro könnten für die Planungskosten am Rathaus genutzt werden.

Lesen Sie jetzt