Die jüngeren Nachwuchskicker, hier eine Szene von den E-Junioren-Stadtmeisterschaften 2018, können endlich zurück auf die Sportplätze. © Bernd Paulitschke
Fußball

Ab auf die Sportplätze! Die ersten Vereine lassen ihren Nachwuchs von der Leine

Es ist nicht ganz einfach zu verstehen, was der Stufenplan der Bund-Länder-Runde am vergangenen Mittwoch hervorgebracht hat. Das gilt auch für den Bereich Sport.

Von schrittweisen Öffnungen und Lockerungen ist da die Rede – was aber sicherlich nicht bedeutet, dass die heimischen Amateurfußballer ab sofort wieder trainieren dürfen. Dies ist frühestens ab dem 22. März der Fall – vorausgesetzt, die Inzidenzzahlen lassen es zu. Für ein Training mit Kontakt müssten sie unter 50 sinken.

So weit, so eindeutig? Nein, denn eine nicht ganz unerhebliche Frage bleibt noch offen: Sind für die angegebenen Inzidenzzahlen die Städte oder die Kreise ausschlaggebend? Oder müssen die Werte im ganzen Land Nordrhein-Westfalen erreicht werden? Auf Letzteres deutet die Pressemitteilung hin, die das Land NRW am Freitagmittag zur „Anpassung und Verlängerung der Coronaschutzverordnung“ herausgegeben hat. Einen ausdrücklichen Bezug auf den Sport gibt es in dieser Pressemitteilung aber auch wieder nicht – vieles bleibt vage.

Höchstens 20 Kinder im Alter bis 14 Jahre

Es scheint aber gut möglich, dass ab nächster Woche wieder mehr Betrieb auf den Anlagen sein wird. Denn in diesem Punkt ist die Coronaschutzverordnung eindeutig: „Gruppen von höchstens 20 Kindern bis zum Alter von einschließlich 14 Jahren zuzüglich bis zu zwei Ausbildungs- oder Aufsichtspersonen“ dürfen auf Sportanlagen unter freiem Himmel trainieren. Sofern die Inzidenzzahl unter 100 liegt, was derzeit sowohl für das Land NRW als auch für Schwerte und den Kreis Unna zutrifft.

Die Fußballklubs können ihren Nachwuchs also von der Leine lassen. Zumindest teilweise werden sie dies auch tun. Frank Samson, Geschäftsführer des VfL Schwerte, traute dem Braten am Freitagnachmittag noch nicht so richtig. Dass besagtes Jugendtraining wirklich so über die Bühne gehen darf konnte Samson noch nicht so richtig glauben – da war sie wieder, die Unsicherheit aufgrund der nicht ganz leicht zu verstehenden NRW-Coronaschutzverordnung.

„Wenn das Training für Kinder wirklich erlaubt ist, werden wir den jeweiligen Trainern freistellen, ob sie trainieren oder nicht“, kündigt Samson an, „es wird niemand gezwungen.“ Ähnlich sieht es beim VfB Westhofen aus. „Wenn die Trainer wollen, sollen sie es tun“, sagt Jürgen Rump.

Jürgen Rump, Präsident des VfB Westhofen, ist nicht zufrieden mit den Beschlüssen der Bund-Länder-Runde. © Bernd Paulitschke © Bernd Paulitschke

Der VfB-Präsident ist insgesamt aber alles andere als zufrieden mit den Beschlüssen der Bund-Länder-Runde und findet deutliche Worte: „Was jetzt für den Fußball herausgekommen ist, ist immer noch viel zu unübersichtlich. Den Letzten beißen die Hunde. Den Stress haben eh diejenigen, die an der Basis stehen. Es kommt eine Prise Angst in den Topf und ein Schuss Unsicherheit. Und daraus werden dann die Regeln gemacht, die keiner versteht oder vielleicht auch nicht verstehen soll.“

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Redaktion Schwerte
Als Schwerter Sportredakteur seit 2000 auf den Sportplätzen und in den Hallen unterwegs – nach dem Motto: Immer sportlich bleiben!
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