So jubelte der VfL Schwerte nach dem gewonnenen Elfmeterschießen im Finale des Hecker-Cups 2008 gegen den ASC 09 Dortmund. © Oskar Neubauer
Fußball

Als der VfL Schwerte Hannes Wolf und seinen heutigen Trainer schockte

Der VfL Schwerte als klassenhöchster Verein des Teilnehmerfeldes beim Aplerbecker Hecker-Cup - das waren noch Zeiten. Richtig spektakulär war der Turnierverlauf vor allem im Jahr 2008.

Das „Who is Who“ des heimischen Amateurfußballs trifft sich traditionell im Sommer beim ASC 09 Dortmund zum Hecker-Cup. 1997 fand die erste Ausgabe des Turniers statt, das sich seitdem zur hochkarätigsten Veranstaltung dieser Art in Dortmund gemausert hat. Im Vorjahr musste der „Gourmet-Cup“, wie das Turnier wegen des Top-Angebotes auch in kulinarischer Hinsicht gerne genannt wird, wegen der Corona-Pandemie ausfallen. In diesem Jahr soll aber ab dem 27. Juli wieder im Aplerbecker Waldstadion gekickt werden.

Die Zeiten, in denen der VfL Schwerte ein fester Bestandteil des Teilnehmerfeldes war, sind jedoch Vergangenheit. Das sah 2008 sah die Welt im Dortmunder Amateurfußball noch anders aus, die Dichte der heimischen Klubs in den höheren Spielklassen war nicht so ausgeprägt. Abgesehen vom BV Brambauer gab es damals nur zwei Westfalenligisten aus dem Fußballkreis Dortmund, beide gingen beim damaligen Hecker-Cup als Favoriten ins Turnier: Gastgeber ASC 09 Dortmund und der VfL Schwerte.

VfL-Keeper Daniel Limberg parierte im Endspiel des Hecker-Cups 2008 gleich den ersten Elfmeter des damaligen Aplerbecker Spielertrainers Hannes Wolf. © Oskar Neubauer © Oskar Neubauer

Trainiert wurden die Schwerter damals von Franz-Josef „Kiki“ Kneuper, Spielertrainer des ASC war Hannes Wolf, aktueller Coach des Bundesligisten Bayer Leverkusen, der 2005 als Spielertrainer der SG Eintracht Ergste auf Asche in der Kreisliga B seine erste Trainerstation hatte. Unterstützt wurde Wolf von Dominik Buchwald, dem ehemaligen Spieler und heutigen Trainer des VfL Schwerte.

Traumfinale zwischen VfL Schwerte und dem ASC

Beim Hecker-Cup 2008 kam es schließlich tatsächlich zum Traumfinale zwischen dem VfL Schwerte und Titelverteidiger ASC 09. Der VfL hatte in der Vorrunde den SV Holzwickede (der heutige Oberligist Holzwickeder SC) und den BSV Schüren hinter sich gelassen. Mit einem 3:0-Erfolg im Viertelfinale gegen Mengede 08/20 und einem 5:2-Sieg gegen die DJK TuS Körne machten die Blau-Weißen den Finaleinzug perfekt. Der ASC schaltete damals in den K.o.-Spielen den FC Brünninghausen nach Elfmeterschießen und Westfalia Wickede (4:2) mit 4:2 aus.

Vor der imposanten Kulisse von 1500 Zuschauern lieferten sich beide Teams dann ein packendes Endspiel im Waldstadion, das trotz guter Gelegenheiten auf beiden Seiten 90 Minuten lang torlos blieb – ein Elfmeterschießen musste für die Entscheidung sorgen.

Dominik Buchwald (li.), heutiger Trainer des VfL Schwerte, spielte 2008 im Endspiel für den ASC 09 Dortmund. © Oskar Neubauer © Oskar Neubauer

David Flamme, damals der Top-Torjäger des VfL Schwerte, verwandelte den ersten Schuss vom Punkt. Dann war Daniel Limberg, rund ein Jahrzehnt lang der Rückhalt zwischen den Pfosten des Teams vom Schützenhof, erstmals zur Stelle. Gleich den ersten ASC-Strafstoß parierte Limberg – gegen keinen Geringeren als Hannes Wolf. Marcel dos Santos stellte auf 2:0, ehe Daniel Weies verkürzte. Dann setzte Björn Goesecke seinen Schuss an den Pfosten und alles war wieder offen, denn Giovanni Schiattarella gelang anschließend das 2:2.

Torwart Daniel Limberg parierte erneut

Serkan Arslan für den VfL und Rafik Halim für den ASC trafen ebenfalls. Den fünften Durchgang eröffnete Philipp Sprenger mit dem 4:3. Dann parierte Limberg erneut, diesmal gegen Kevin Marquardt – der VfL Schwerte konnte dem Jubel über den vierten und bis heute letzten Titel freien Lauf lassen. Die Schwerter hatten den Titelverteidiger und Gastgeber Aplerbeck mit Hannes Wolf und seinem heutigen Trainer Dominik Buchwald entthront.

Der Held des Elfmeterschießens erinnert sich gerne zurück. „Die Turniere in Aplerbeck waren immer etwas Besonderes. Und der Sieg im Elfmeterschießen gegen den ASC war sicher eines der schönsten Erlebnisse meiner Karriere“, sagt Daniel Limberg gut zwölf Jahre später.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Jörg Krause (Jahrgang 1967) ist seit Mitte der 1990er-Jahre als freier Mitarbeiter in der Schwerter Lokalsportredaktion unterwegs. Vor allem in Sachen Fußball ein wandelndes Lexikon.
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