Trainer Pietro Perrone sah sieben Tore eines Spielers. © Foto: Manuela Schwerte
Juniorenfußball

Bezirksliga-Stürmer trifft sieben Mal in einem Spiel – dabei ist er gelernter Verteidiger

Das kommt nicht häufig vor, dass ein Spieler sieben Tore in einer Partie erzielt - und das als gelernter Verteidiger. Einem Nachwuchstalent des TuS Holzen-Sommerberg ist das gelungen.

In seinen Anfangsjahren war er ein Mann für die Defensive. Dann kam ein erfahrener Trainer mit italienischen Wurzeln, schulte den damals 15-Jährigen zum klassischen Mittelstürmer um und erntet drei Jahre später in dieser Saison erstmals den Erfolg seiner Bemühungen. Beim 7:3-Triumph der U19 des TuS Holzen-Sommerberg in der A-Junioren-Bezirksliga bei der SG Wattenscheid gingen alle Treffer auf das Konto eines einzigen Spielers.

Wie stellt man sich solch einen Torjäger eigentlich vor? Wahrscheinlich so wie den Dortmunder Erling Haaland, fast zwei Meter groß, muskulös. Eine Tormaschine. Falsch gelegen. Es geht auch anders. Mert Ergüven, der 18-jährige Erfolgsstürmer des TuS Holzen-Sommerberg, bringt es auf eine Größe von 1,70 m. Für seinen Trainer Pietro Perone kein Problem. „Statt durch pure Kraft überzeugt Mert durch Kopfballstärke und ein gutes Dribbling“, beschreibt Holzens U19-Trainer Perrone seinen Klassestürmer.

In Wattenscheid traf Ergüven zum 1:1-Ausgleich per Elfmeter, sorgte in der 54. Minute für den 2:3-Anschlusstreffer und eine Minute später zum 3:3-Ausgleich. Danach ging es Schlag auf Schlag: 4:3 in der 65. Minute, 5:3 (75. Minute), 6:3 (77. Minute), 7:3 (87. Minute).

Die Geschichte von Mert Ergüven ist ganz eng verbunden mit dem Weg von Pietro Perrone, im Dortmunder Raum eine bekannte Trainergröße. Zehn Jahre lang trainierte Perrone verschiedenste Nachwuchs-Mannschaften des TSC Eintracht, zehn weitere Jahre folgten bei Westfalia Herne. Vor der Corona-Krise folgten sechs Monate beim FC Brünninghausen, Anfang 2020 ging‘s zum TuS Holzen-Sommerberg.

Den ersten Kontakt mit Ergüven hatte Perrone, als der noch in der Brünninghauser U17 spielte, wohlgemerkt als Verteidiger. „Der Jahrgang 2003 war nicht gut geschult, als ich die U17 übernommen habe. Keiner hat an die Jungs geglaubt. Als erstes habe ich Mert Ergüven umgeschult, vom Defensivspieler zum Offensivspieler. Vor der Corona-Zwangspause war Mert auf Anhieb bester Torschütze“, blickt Perrone zurück.

Als Perrone Anfang 2020 nach nur sechs Monaten zum TuS Holzen-Sommerberg wechselte, folgten ihm im Sommer acht Spieler aus Brünninghausen. „Die Zeit während Corona war natürlich schwierig, die Umschulung von Mert zum klassischen Mittelstürmer hat zudem viel Kraft gekostet“, so Perrone. Auch wenn sein Schützling sieben Tore in einem Spiel wie gegen Wattenscheid schießt, zu tun gibt es noch jede Menge für Trainer wie für Spieler. Perrone: „Mert muss noch daran arbeiten, sein aggressives Spiel im Rahmen zu halten.“

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Ein waschechter Dortmunder, Jahrgang 1957. Vor dem Journalismus lange Jahre Radprofi, danach fast 30 Jahre lang Redakteur bei Dortmunder Tageszeitungen, seit 2015 bei den Ruhr Nachrichten, natürlich im Sport.
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