Jaouad El Majdouli (re.), hier in einer Partie im Oktober 2016 gegen die SG Eintracht Ergste mit Tim Schöps, spielte mehrere Jahre für den ETuS/DJK Schwerte in der Bezirksliga. © Manuela Schwerte
Coronavirus

Corona in Marokko: Es gibt dieselben Verschwörungstheorien wie bei uns

Die Corona-Pandemie macht vor keinen Ländergrenzen Halt und grassiert in der ganzen Welt. Wir haben Schwerter Lokalsportler nach der Situation in ihren Heimat- oder Herkunftsländern gefragt.

Jaouad El Majdouli spielte Fußball für den VfB Westhofen und VfL Schwerte in der Jugend und hat im Seniorenbereich lange für den ETuS/DJK Schwerte gespielt – mehrere Jahre in der Bezirksliga und zuletzt in der zweiten Mannschaft. El Majdoulis Familie kommt aus Nador an der Mittelmeerküste ganz im Nordosten Marokkos. Zu Beginn der Pandemie galten strenge Vorschriften im nordafrikanischen Land, mittlerweile kehrt allmählich etwas Normalität ein. Allerdings gibt es Probleme bei der medizinischen Versorgung:

„Zu Beginn der Krise im März hat die Regierung knallhart reagiert. Corona wurde da sehr ernst genommen, es gab einen Lockdown und alle Geschäfte waren geschlossen. Viele Leute durften nicht arbeiten, und das wurde auch wirklich sehr streng kontrolliert.

Mittlerweile ist wieder ein bisschen Alltag eingekehrt. Klar, Maskenpflicht gibt es überall. Aber Läden und auch Restaurants sind wieder geöffnet. Die wirtschaftlichen Probleme, vor allem auf den Dörfern, sind durch Corona verstärkt worden.

Hinzu kommt das Problem im Beruf. Mein Onkel ist beispielsweise Taxifahrer und darf nun nicht mehr so viele Menschen im Auto transportieren, wie es vorher üblich war. Zudem haben die Menschen in Marokko nicht die Möglichkeiten, ins Homeoffice zu gehen, wie wir es hier in Deutschland kennen. Viele Wohnungen haben sogar kein WLAN.

Eines der größten Probleme ist die derzeitige Überlastung der Krankenhäuser. Dabei ist eine ärztliche Versorgung in Marokko schon ohne die Pandemie keine Selbstverständlichkeit. In Deutschland wissen wir außerdem immer, wie viele Beatmungsplätze belegt oder frei sind. So eine Transparenz ist in Marokko nicht gegeben.

Ganz interessant ist übrigens auch, dass auch in Marokko viele Verschwörungstheorien über das Virus kursieren – ähnlich wie bei den Demonstrationen, die wir auch hier in Deutschland erleben.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Lesen Sie jetzt