Im Stadion Schützenhof hat der VfL Schwerte den Trainingsbetrieb nach der Corona-Zwangspause wieder aufgenommen. © Reinhard Schmitz
Meinung

Das Schweigen des VfL Schwerte nach dem Strafbefehl gegen Helios ist das falsche Zeichen

Artur Helios ist kein Mitglied mehr des VfL Schwerte. Trotzdem macht es sich die Vereinsführung mit ihrem Schweigen zu Helios‘ Strafbefehl zu einfach, meint unser Autor.

„Der VfL Schwerte ist mehr als nur blau und weiß – wir sind bunt!“ Der Slogan des Schwerter Traditionsvereins vom Schützenhof macht deutlich, dass er für Werte wie Offenheit, Toleranz und Vielfalt steht. Dass jede Menge Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund auf dem Schützenhof kicken, ist ein Beleg dafür.

Umso unverständlicher bleibt der Umgang der Vereinsführung mit dem Querdenker Artur Helios. Okay, Helios ist seit vergangener Woche kein VfL-Mitglied mehr – da kann man sicherlich so argumentieren, dass keine Notwendigkeit mehr besteht, sich nochmal zu dem Thema zu äußern. Doch Helios war nie ein normales Mitglied.

VfL-Vereinsführung macht es sich zu einfach

Mit dem Schweigen macht es sich die Vereinsführung zu einfach. Der Strafbefehl, der gegen den Fröndenberger Helios nun wegen einer Handbewegung erlassen wurde, die neben der Polizei und der Staatsanwaltschaft offenbar nun auch der Richter als Hitler-Gruß wertet, ist ein neuer Sachverhalt. Und sie ist ein weiterer Anlass, den die Vereinsführung hätte nutzen können, um sich klipp und klar zu distanzieren. Und zwar nicht nur ganz allgemein von links- und rechtsextremistischem Gedankengut, sondern von der Person Artur Helios.

Das hat der VfL-Vorstand nicht getan. Bei allem Verständnis dafür, dass dies auf persönlicher Ebene vielleicht im Einzelfall nicht ganz einfach ist, weil Helios über viele Jahre ein engagiertes und offenbar wichtiges Mitglied war: Hier hat jemand den Blinker gesetzt und ist rechts abgebogen. Der Mann vertritt nun Werte, die mit denen eines Sportvereins wie dem VfL Schwerte nicht vereinbar sind.

Deutliche Worte hätten dem VfL-Vorstand deshalb besser zu Gesicht gestanden als gar nichts zu sagen – eine „klare Kante“ wäre die bessere Alternative zum Schweigen gewesen. Das dürfte übrigens auch die deutliche Mehrheit der Aktiven sowie auch die Eltern der Kinder so empfinden, die für die Mannschaften des VfL Schwerte auf Torejagd gehen.

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Redaktion Schwerte
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