In eingeschränkter Form ist das Training für Amateurfußballer wieder erlaubt - unter Beachtung der Corona-Regeln. © Bernd Paulitschke
Meinung

Die Rückkehr auf die Sportplätze – ach, wenn es doch so einfach wäre!

Fußballtraining gemäß der Coronaschutzverordnung scheint machbar. Aber es gibt Vereine, die ihre Sportplätze noch geschlossen halten - verständlich, findet unser Autor.

Die Nachricht, dass die Fußballer – natürlich mit coronabedingten Einschränkungen – zurück auf die Sportplätze dürfen, war vor gut einer Woche eine Überraschung.

Jedenfalls hatte im Vorfeld kaum etwas darauf hingedeutet, dass die Coronaschutzverordnung des Landes NRW dahingehend gelockert wird, dass zum Beispiel „Balltraining zu zweit mit einem festen Partner“ wieder gestattet ist – eine Formulierung, die man durchaus so interpretieren darf, wie man es beim VfL Schwerte getan hat.

So hat die 2. Mannschaft der Blau-Weißen am Freitagabend zu zehnt auf dem Schützenhof trainiert – mit fünf fest zugeordneten Paaren, die sich in gebotenem Abstand auf dem Sportplatz bewegt haben. Wenn alle Beteiligten genügend Eigenverantwortung mitbringen, scheint es tatsächlich machbar, so ein Training coronakonform über die Bühne zu bringen. Dazu muss auch das Verhalten vor und vor allem nach der Einheit gehören – gemütliches Zusammensitzen bei einer Kiste Bier ist da hoffentlich ein Tabu.

Dass das VfL-Team tatsächlich mit dem Training begonnen hat, könnte dazu führen, dass bei Spielern, Trainern und Eltern anderer Vereine dieselben Begehrlichkeiten geweckt werden – nach dem Motto: „Was der VfL kann, muss doch auch bei uns möglich sein.“

Aber ganz ehrlich: Auch die Vereinsvorstände, die die Tür zu ihrer Anlage noch geschlossen halten, haben mein volles Verständnis. Denn bei Vergehen gegen die Infektionsschutzmaßnahmen tragen die Klubs die Konsequenzen – eine nicht von der Hand zu weisende Verantwortung, die nicht alle Funktionäre bereit sind zu übernehmen.

Man kann sie verstehen. Genauso wie man all diejenigen verstehen kann, die endlich zurück auf den Sportplatz wollen. Schwarz oder weiß gibt es bei diesem Thema wohl nicht – es ist schwierig. Wie alles, was seit bald über einem Jahr mit dieser leidigen Corona-Pandemie zu tun hat.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Als Schwerter Sportredakteur seit 2000 auf den Sportplätzen und in den Hallen unterwegs – nach dem Motto: Immer sportlich bleiben!
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