Bei den Hallen-Stadtmeisterschaften 1999 wurde ein Endspiel-Trauma besiegt. © Manuela Schwerte
Hallenfußball

Endspielpaarung als Dauerbrenner eines Turniers, dessen Modus sich nicht bewährt hat

Dass die Schwerter Hallenfußball-Stadtmeisterschaften 2021 wegen der Corona-Pandemie ausfallen musste, ist für uns Anlass genug, auf vergangene Titelkämpfe zurückzublicken. Diesmal geht es ums Vorjahr.

Dass der Stadtmeister von 2020 mindestens zwei Jahre den Hallen-Thron inne haben würde, konnte niemand ahnen. Die Endspielpaarung vor gut einem Jahr war dagegen nicht so überraschend. Denn zum dritten Mal in vier Jahren trafen der Rekordsieger und das mittlerweile klassenhöchste Team des Schwerter Stadtsportverbandes aufeinander.

Im Januar 2020 waren der SC Berchum/Garenfeld und der VfL Schwerte noch Ligarivalen in der Bezirksliga. In der Halle hatten sie sich bereits 2017 und 2018 im Endspiel gegenüber gestanden. 2017 durfte der VfL seinen insgesamt zwölften Titelgewinn feiern, ein Jahr später hatten die Berchum/Garenfelder die Nase vorn. Auch 2019 standen die Rot-Schwarzen im Endspiel, mussten aber den Holzpfosten den Vortritt lassen – keine Frage, den SC Berchum/Garenfeld musste man auf der Rechnung haben.

So jubelte der SC Berchum/Garenfeld im Januar 2020 über den Gewinn der Hallenfußball-Stadtmeisterschaft. © Bernd Paulitschke © Bernd Paulitschke

Schon in der Vorrunde trafen die beiden späteren Final-Gegner aufeinander. Der Sportclub gewann mit 3:0 und fuhr den Gruppensieg ein. Beide Teams hatten aber zuvor schon ihren Platz in die Endrunde sicher – und sollten im weiteren Turnierverlauf noch zwei weitere Male direkt aufeinandertreffen.

Die Vorrunde war diesmal mit neun Mannschaften in zwei Gruppen ausgetragen worden. Der TuS Holzen-Sommerberg hatte auf eine Teilnahme verzichtet und den Dortmunder Titelkämpfen den Vorzug gegeben. Die jeweils beiden Ersten der Vorrundengruppen spielten anschließend in einer Gruppe im „Jeder gegen Jeden“ weiter. Die Halbfinalspiele wurden geopfert. Die Teams auf Platz eins und zwei trugen das Finale aus. Allgemeiner Tenor nach den Titelkämpfen: Dieser Modus hat sich nicht bewährt.

Zumindest verlief die zweite Vorrundengruppe spannender. Der ETuS/DJK Schwerte war das bestimmende Team. Mit drei klaren Siegen hatten die „Östlichen“ sicher die Endrunde gebucht. Dahinter gab es einen Dreikampf, den letztlich der Titelverteidiger Holzpfosten Schwerte knapp vor dem Geisecker SV und dem VfB Westhofen für sich entschied.

In der Endrunde geriet der ETuS/DJK dann schnell auf die „schiefe“ Bahn. 0:4 gegen den VfL und 1:3 gegen die „Pfosten“ – da war der Traum vom Finale bereits ausgeträumt. Berchum/Garenfeld konnte die „Pfosten“ dagegen mit 3:2 bezwingen, und auch im zweiten Aufeinandertreffen mit dem VfL Schwerte blieb der Sportclub erneut Sieger. Tim Böckenförde und Leander Koeser besorgten den 2:0-Sieg, mit dem die Rot-Schwarzen zum vierten Mal in Folge das Finale buchen konnten.

Torwart David Graudejus als Doppeltorschütze

Der Gegner wurde im Duelle zwischen dem VfL und den Holzpfosten ermittelt. Ein Remis hätte dem VfL dazu bereits gereicht. Kurios: Mit David Graudejus, der später zum besten Keeper gewählt wurde, entschied ein Schlussmann mit zwei Toren die Partie. Der VfL gewann mit 4:2.

Damit trafen der SC Berchum/Garenfeld und der VfL Schwerte also zum dritten Mal in diesem Turnier aufeinander. Und wieder wurde ein Torwart zum Matchwinner – diesmal aber Dominik Hollmann. Der mitspielende SC-Keeper drehte den Rückstand durch André Meyer mit zwei Toren aus der Distanz.

Sein Gegenüber beendete das Endspiel nicht auf dem Parkett. Graudejus sah nach einem Handspiel außerhalb des Torraums die Rote Karte. Zu diesem Zeitpunkt stand es 3:2 für Berchum/Garenfeld, nachdem Koeser auf 3:1 erhöht und Yannis Schwarze verkürzt hatten.

Dabei war der VfL Schwerte anderthalb Minuten vor dem Ende im Vorteil gewesen, da Luca Becker für zwei Minuten vom Feld musste. Doch dann musste eben auch Graudejus vom Feld. Vladimir Kunz machte vier Sekunden vor Schluss mit dem 4:2 den Deckel drauf, und der SC Berchum/Garenfeld durfte seinen dritten Titel feiern.

Trainer Fabian Kampmann gab das Lob für das starke Turnier anschließend an seine Spieler weiter. „Ich bin stolz auf die Jungs, wie sie das im Prinzip ohne mich gemacht haben. Ich hab kaum Einfluss genommen von außen“, meinte Kampmann bescheiden. Durch den diesjährigen Ausfall des Turniers ist sein Team bis heute der amtierende Schwerter Hallenfußball-Stadtmeister.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Jörg Krause (Jahrgang 1967) ist seit Mitte der 1990er-Jahre als freier Mitarbeiter in der Schwerter Lokalsportredaktion unterwegs. Vor allem in Sachen Fußball ein wandelndes Lexikon.
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