Trifft wie im Vorjahr, vielleicht sogar noch etwas besser. © Bernd Paulitschke
Amateur-Fußball

Fünf Tore in 199 Minuten – der Toptorjäger des TuS ist wieder zurück

Die ersten neun Spiele der Saison hat der Vorjahres-Toptorjäger des TuS Holzen-Sommerberg wegen einer Knieverletzung verpasst. Jetzt ist er wieder da. Und hat sich ein neues Ziel gestellt.

Keine drei Wochen ist es her, da lehnte sich der Torjäger des A-Kreisligisten TuS Holzen-Sommerberg ziemlich weit aus dem Fenster und versprach 20 Tore für den Rest der Saison. Er wolle zunächst kleine Brötchen backen, hatte er gesagt. Der 27-Jährige hatte es zwar in der Corona-Abbruch-Saison in acht Spielen auf 16 Treffer gebracht, aber die ersten neun Spiele der neuen Saison 2021/22 wegen einer Knieverletzung verpasst. Jetzt ist er wieder da. Umso eindrucksvoller.

Seit genau 199 Minuten steht Florian Kaiser wieder auf für Holzen-Sommerberg auf dem Feld – und hat bereits fünf Tore gemacht. Der Reihe nach. Kaisers Knie hatte sich im Sommer nach einem Fehltritt bei der Hörder Stadtmeisterschaft entzündet, die Innenbänder lädiert und die Kapsel beschädigt. Zweimal sei er einfach wieder zu früh ins Training eingestiegen, so Kaiser. Nach einer ersten Fehldiagnose hatte der Torjäger Rat beim BVB-Mannschaftsarzt Dr. Braun gesucht – und gefunden. Eine Operation konnte glücklicherweise vermieden werden.

Beim TuS Holzen-Sommerberg stimmt es in der Mannschaft. © Bernd Paulitschke

Sommerbergs-Coach Arne Werner war natürlich froh, wollte aber nichts riskieren. So kam Florian Kaiser zunächst nur für wenige Minuten gegen den Kirchhörder SC II auf den Platz. Eine Woche später beim 5:1 beim Dorstfelder SC traf er wieder wie gewohnt – dreimal in nur 30. Minuten in der zweiten Halbzeit. In der fünften Minute war er für den verletzten Dustin Pfeiffer ins Spiel gekommen. Am Wochenende gegen Arminia stand der 27-Jährige zum ersten Mal in der Startformation und traf erneut zweimal beim 3:0-Sieg.

An den Qualitäten des 27-Jährigen gab es nicht den geringsten Zweifel, aber sein Auftritt nach seiner schwierigen Verletzung sorgt für noch mehr Begeisterung. Kaiser selbst sieht’s gelassen, spricht davon, dass er im Training zunächst doch etwas verunsichert gewesen sei. Von Verunsicherung kann mittlerweile keine Rede mehr sein. „Gegen Marten hätten es sogar noch ein oder zwei Tore mehr sein können“, schmunzelte Kaiser. Der eines klarstellen will. „Der persönliche Erfolg ist zwar schön, aber wichtig ist, dass er der Mannschaft was bringt. Was nützen drei Tore von mir, wenn wir 3:4 verlieren“, so Kaiser. Zusammenarbeit wird groß geschrieben. Kaiser: „Wir helfen uns in der Offensive gegenseitig, einer legt dem anderen den Ball auf.“ Wen er damit meint, ist klar. Falk Trendelkamp und Dustin Pfeiffer, die beiden anderen Torjäger des TuS Holzen-Sommerberg. Letzterer ist mit neun Treffern erfolgreichster TuS-Torschütze, fällt nach einer Schulterverletzung aber längere Zeit aus.

Da kommt es genau richtig, dass Florian Kaiser seine Effektivität des Vorjahres sogar noch etwas gesteigert hat. In der Saison 20/21 kam er im Schnitt auf zwei Tore pro 90 Minuten, in dieser Saison bereits auf 2,5 Treffer pro Spiel. „Gegen Marten habe ich sogar einen Kopfballtreffer erzielt, das ist wirklich selten für mich“, schmunzelte der in Dortmund-Barop lebende Kaiser.

Spitzenspiel am Sonntag beim VfR Kirchlinde

Am kommenden Sonntag will er dann im Liga-Spitzenspiel beim Tabellendritten VfR Kirchlinde seine Qualitäten erneut unter Beweis stellen. „Wir wollen an Westhofen dranbleiben, die haben einen kleinen Kader und verlieren auch noch mal. Das Spiel in Kirchlinde ist wegweisend für uns“, sieht sich Kaiser selbst in der Verantwortung: „Ich möchte meinen Beitrag dazu leisten.“

Jetzt soll auch noch die 25er-Marke fallen

Und dann gibt’s da noch etwas. Es geht um die Finanzierung der Mannschaftsfahrt am Ende der Saison. Es läuft eine Wette mit einem Vater eines Mitspielers. „Für jedes Tor über 25 gibt es 100 Euro in die Mannschaftskasse. Wenn ich also 30 Tore schieße, sind das 500 Euro für die Kasse“, lacht Kaiser. Sein Ehrgeiz scheint damit noch ein wenig mehr geweckt zu sein.

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Ein waschechter Dortmunder, Jahrgang 1957. Vor dem Journalismus lange Jahre Radprofi, danach fast 30 Jahre lang Redakteur bei Dortmunder Tageszeitungen, seit 2015 bei den Ruhr Nachrichten, natürlich im Sport.
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