BVB-Jungstar Youssoufa Moukoko musste sich bei der Dortmunder Sportlerwahl einer Schwerterin geschlagen geben. © picture alliance/dpa
Dortmunder Sportlerwahl

Schwerter Top-Talent stellt sogar BVB-Star Youssoufa Moukoko in den Schatten

Die Konkurrenz war prominent, umso größer war die Freude: Eine Schwerterin hat bei der Dortmunder Sportlerwahl 2020 richtig abgeräumt - und sogar BVB-Star Youssoufa Moukoko in den Schatten gestellt.

Dass sie von den Lesern der Ruhr Nachrichten und den Hörern von Radio 91.2 in der Kategorie Junioren-Sportler die meisten Stimmen bekommen hat, war auch für die Siegerin selbst eine Riesenüberraschung.

Denn Leichtathletin Anna Hense, die beim LC Schwerte mit ihrem Sport begonnen hat und jetzt das Trikot der LG Olympia Dortmund trägt, ließ bei der Publikumsabstimmung immerhin einen beliebten BVB-Fußballprofi hinter sich. „Ich war total überrascht und habe mich riesig gefreut. Denn ich hatte nie damit gerechnet, vor dem BVB-Profi Youssoufa Moukoko zu landen“, sagt die fast 17-Jährige und strahlt dabei über das ganze Gesicht.

Doch Henses Blick richtet sich jetzt schon wieder nach vorne. „Das ist jetzt abgehakt, es gibt neue Ziele“, sagt die Schwerterin, die im Herbst 2020 vom Schwerter Friedrich-Bährens-Gymnasium zur NRW-Sportschule, dem Dortmunder Goethe-Gymnasium, gewechselt ist. „Das erleichtert Vieles“, sagt sie. Seit Mitte Dezember gilt für sie ein ganz normaler Stundenplan, jedoch erfolgt der Unterricht online. Seit vergangenem Montag ist jedoch wieder Präsenz-Unterricht angesagt – natürlich unter Einhaltung der Corona-Regeln.

Und wie läuft das Training? „Weitgehend normal, denn wir haben das Privileg, die Helmut-Körnig-Halle benutzen zu können“, freut sich die 400-Meter-Spezialistin und deutsche U18-Meisterin. Fünfmal in der Woche werden Anna Hense und ihre Trainingsgruppe durch Trainer Thomas Kremer auf der schnellen Piste in der Halle gefordert. „Wenn es das Wetter zuließ, schnappten wir im Rombergpark oder sogar im Stadion Rote Erde frische Luft“, berichtet Anna Hense.

Anna Hense hat ihre Fußprobleme überstanden

Während des gesamten Winters beeinträchtigten Fußprobleme das Training der Schwerterin – da kam es gelegen, dass Kremer zwischendurch das Training des Sprint- und Langsprintteams etwas lockerer angehen ließ. Inzwischen kann Anna Hense wieder schmerzfrei sprinten, und seit rund zwei Wochen werden die Zügel im Training auch wieder angezogen – die Vorbereitung auf den Sommer beginnt.

Dann stehen für die Schwerterin attraktive Wettkämpfe wie die U18-Europameisterschaften im italienischen Rieti auf dem Programm – es wird Anna Henses erster internationaler Einsatz, für den sie die Qualifikation dank ihrer Top-Leistung auf den Deutschen Meisterschaften bereits in der Tasche hat. Mit glänzenden 53,64 Sekunden belegt Anna Hense auch auf europäischer Ebene in ihrem Jahrgang die Spitzenposition.

Bedauerlich findet das Langsprint-Talent, dass in diesem Winter coronabedingt keine Starts angeboten werden konnten. Ihren einzigen Wettkampf bestritt sie beim Dortmunder PSD-Bank-Indoor-Meeting – und war dabei mit sich nicht zufrieden. „Der Beginn war in Ordnung, aber am Schluss habe ich zu viel nachgedacht“, erinnert sie sich an den Lauf, nach dem die Uhr bei 55,42 Sekunden stehen blieb.

Anna Hense: „Ich bin einfach losgelaufen“

Mit welcher Taktik geht Anna Hense denn generell in ihre Rennen – gerade die 400 Meter sind doch „mörderisch“? Eine besonders Strategie habe sie sich bisher nicht zurechtgelegt, sagt sie. „Ich bin einfach losgelaufen – und das hat sich bewährt.“

Mit dieser Einstellung will Anna Hense auch in Zukunft erfolgreich sein. Denn sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen, das gibt es nicht für die junge Schwerterin. „Der U18-Titel war wunderbar, aber das ist Vergangenheit. Nun schaue ich nach vorn und hoffe, dass ich verletzungsfrei bleibe und wieder gute Leistungen bringen kann.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Geboren 1938 in Frankfurt (Main), gelernter Industriekaufmann. Sportlich aktiv als Leichtathlet, nach der aktiven Zeit Trainer und später Mitarbeiter beim TSC Eintracht. Freier Mitarbeiter im Lokalsport der RN für Leichtathletik seit Dezember 1966.
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