Wir öffnen das fünfte Adventstürchen. © Martin Klose
Rückennummern-Adventskalender

Vom Co-Trainer an Krücken zum Leistungsträger – der ungewöhnliche Weg einer Nummer 5

Ein sportlicher Advent: Bis zum 24. Dezember öffnen wir jeden Tag ein Türchen, hinter dem sich ein Schwerter Sportler (oder eine Sportlerin) mit der passenden Rückennummer präsentiert.

Es ist schon eine ungewöhnliche Geschichte, die der Spieler mit der Rückennummer 5 beim VfL Schwerte zurückgelegt hat. 2017 war er zum Schützenhof gekommen, doch an Fußballspielen war zunächst nicht zu denken.

Gleich vier Hüftoperationen hatten Yannis Schwarze sportlich zunächst aus dem Verkehr gezogen – monatelang musste er sich an Krücken fortbewegen. So wurde Schwarze der Co-Trainer von Jörg Silberbach. Mirko Mustroph, damaliger Sportlicher Leiter beim VfL, bezeichnete ihn als Glücksfall für den Verein.

Yannis Schwarze ist Leistungsträger

Inzwischen ist er längst beschwerdefrei und wieder an der Kugel – als spielender Co-Trainer und Leistungsträger. Nur muskuläre Probleme verspürt er öfter. Diese sind aber eher auf den stumpfen Kunstrasen am Schützenhof zurückzuführen.

Yannis Schwarze trägt seit der B-Jugend die Rückennummer 5. © Bernd Paulitschke © Bernd Paulitschke

„Die Nummer 5 trage ich eigentlich schon seit der B-Jugend“, meint Schwarze. Begonnen hatte er mit dem Fußball beim TuS Holzen-Sommerberg. Über den Hombrucher SV und den Westfalenligisten Holzwickeder SC fand er den Weg zum VfL Schwerte. In Hombruch hatte ich auch mal die 16 – wegen der Trikotgröße, denn „in die 5 hatte ich nicht reingepasst, das war Größe XL.“

Schwarze spielte lange in der Innenverteidigung. Ein richtiges Vorbild gab es da für ihn nicht. „Ich fand mal Sergio Ramos gut. Aber der trug nicht die 5.“ Und heute kann er sich mit dem Akteur von Real Madrid auch nicht identifizieren. „Sergio Busquets trägt die 5… Aber nein, ich trage sie nicht wegen eines Spielers“, sinniert er.

Bester Torschütze des VfL Schwerte

Ungewöhnlich ist die Rückennummer für ihn auch, weil er inzwischen mehr offensiv spielt und zum Torjäger avancierte. In der abgelaufenen Saison war Yannis Schwarze mit zwölf Treffern sogar bester Torschütze bei den Blau-Weißen in der Bezirksliga.

Mit dem aktuellen Trainer Dominik Buchwald versteht er sich sehr gut. Auch mit Jörg Silberbach hatte er ein super Verhältnis. „Dominik bringt neue Elemente in die Trainingsarbeit rein“, erzählt Schwarze. Während Silberbach eher ein Trainer alter Schule war, bezeichnet er Buchwald als modernen Trainer.

Spielen konnte der VfL in dieser Saison erst fünf Mal. Schwarze hält eine Fortsetzung frühestens Mitte, Ende Februar für realistisch. „Dann sollte man nur die Hinrunde zu Ende spielen. Das fände ich deutlich besser und überschaubar“, meint er.

Die komplette Hinrunde mit vielen Englischen Wochen noch durchzuprügeln, hält er im Amateursport für nicht realisierbar.

Dies wären für den VfL und Yannis Schwarze noch zehn Spiele. Zehn Gelegenheiten für die Nummer 5, auf Torejagd zu gehen.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Jörg Krause (Jahrgang 1967) ist seit Mitte der 1990er-Jahre als freier Mitarbeiter in der Schwerter Lokalsportredaktion unterwegs. Vor allem in Sachen Fußball ein wandelndes Lexikon.
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