Für Oliver Hoffmann, Neuzugang der Holzpfosten-Basketballer, war 2020 ein Jahr zum Vergessen. © Bernd Paulitschke
Basketball

Vom FC Bayern zu den Holzpfosten: Was Oliver Hoffmann 2020 am meisten schockte

Der Holzpfosten-Basketballer Oliver Hoffmann fing in den Niederlanden an, spielte für den FC Bayern München und wechselte 2018 zu den Schwertern. Schlechte Nachrichten, Verletzungen und die Lockdowns prägen seine Saison.

Für jemanden, der den Basketball liebt, fing das Jahr 2020 furchtbar an. Am 26. Januar verbreitete sich die Nachricht, dass Basketball-Star Kobe Bryant bei einem Helikopter-Absturz ums Leben gekommen ist. Die ganze Sportwelt stand unter Schock. Und damit auch Holzpfosten-Basketballer Oliver Hoffmann. Bryant war zusammen mit Michael Jordan und Dirk Nowitzki sein großes Idol. Dass Hoffmanns Basketball-Jahr auch im weiteren Verlauf des Jahres eines zum Vergessen war, konnte er damals noch nicht ahnen.

Durch Kobe Bryant inspiriert

„Kobe Bryant war der Spieler, der mich inspiriert hat. Der stach immer hervor. Deswegen war ich auch so erschlagen. Sein Tod trifft mich noch bis heute“, sagt Hoffmann. Er fing als Zwölfjähriger mit dem Basketball an. In den Niederlanden. Denn Hoffmann wurde dort geboren und wuchs in seinen ersten Jahren dort auch auf. Der Vater des heute 35-Jährigen arbeite seinerzeit im Europäischen Patentamt in Den Haag. Doch seine Jugend verbrachte Hoffmann nach einem Umzug fortan überwiegend München.

Hier wechselte er auch 2002 zum FC Bayern, für den er zwei Jahre spielte. Doch seinerzeit waren die Münchner Basketballer bei weitem nicht der deutsche Topklub wie heute. „Damals dümpelte die erste Mannschaft noch in der Regionalliga rum, lange bevor Uli Hoeneß da Geld reininvestiert hat“, erzählt Hoffmann.

Operation am Sprunggelenk

Hoffmanns Papa ist übrigens gebürtiger Hemeraner. Und so gab es auch bereits Kontakte in die Region, in der er heute lebt. 2007 zog Hoffmann nach Iserlohn. 2018 wechselte er dann zu den Holzpfosten-Basketballern nach Schwerte. Hoffmanns Frau kommt aus der Ruhrstadt. „Da habe ich aber zunächst nur eine halbe Saison spielen können, da ich schon Probleme mit dem Fuß bekam“, berichtet Hoffmann. Er kam um eine Operation am linken Sprunggelenk nicht herum. Sein Arzt empfahl ihn sogar, ganz mit dem Sport aufzuhören. Oliver Hoffmann durchlebte eine schwere Zeit.

Doch im Frühjahr dieses Jahres probierte er es noch einmal. Hoffmann, dessen Diabeteserkrankung die Rekonvaleszenz beeinträchtigte, hatte bei den ersten Einheiten zwar Schmerzen. Aber es ging. Also schöpfte er Hoffnung. „Die Einheiten waren super und ich war richtig froh, wieder dabei zu sein“, sagt Hoffmann. Doch dann kam der erste Lockdown im März. Ihr letztes Spiel absolvierten die Holzpfosten in der Bezirksliga am 1. März. Zu diesem Zeitpunkt hatte Hoffmann beinahe schon eineinhalb Jahre nicht gespielt.

Seit neun Monaten kein Pflichtspiel

Als sich die Corona-Situation im Sommer etwas entspannte, konnten die Baskets auch wieder ins Training gehen – und mit ihnen Oliver Hoffmann. „Ich wollte nochmal eine letzte Saison spielen“, sagt Hoffmann. Der Start der neuen Basketball-Saison war für Ende Oktober angesetzt. Doch dann kam der neuerliche Lockdown. Damit zählen die Basketballer zu den Leidtragenden der Krise, die schon seit neun Monaten kein Pflichtspiel austragen dürfen. Im Gegensatz zu den Fuß- oder Handballern.

So ist 2020 ein Jahr zum Vergessen. Für Basketball-Liebhaber im Allgemeinen. Und für Oliver Hoffmann im Speziellen. Er ist wieder fit, darf aber nicht spielen. Nunmehr hofft der Holzpfosten auf eine Besserung im nächsten Jahr. „Vielleicht wage ich dann ja nochmal einen letzten Anlauf“, sagt Hoffmann. Mit der Hoffnung, dass sich ein Jahr wie 2020 nicht noch einmal wiederholt.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Lesen Sie jetzt