Lothar Huber (li.) und Christoph Pajdzik bilden das Trainergespann des VfB Westhofen. © Bernd Paulitschke
Fußball

Westhofener Dreigestirn verlängert, aber: „Will nicht mit dem Rollator zum Training fahren“

Der VfB Westhofen setzt weiter auf seine erfolgreichen Kräfte im sportlichen Bereich. Am Wochenende nutzte der Vorstand die Chance, um die Verträge mit seinem „Dreigestirn" zu verlängern.

„Die Laufzeit ist in meinem Alter egal. Ein Jahr ist für beide Seiten fair. Der VfB Westhofen wird mit Sicherheit meine letzte Trainerstation sein. Ob ich das noch zwei, drei oder vier Jahre in Westhofen mache, das weiß ich noch nicht. Klar ist aber auch, ich will nicht mit dem Rollator zum Training fahren“, schmunzelte Westhofens Coach, der im kommenden Mai 70 Jahre alt wird.

Lothar Huber gab dem VfB Westhofen eine mündliche Zusage

Logisch. Dabei kann es sich nur um Lothar Huber handeln. Zusammen mit seinem Trainerkollegen Christoph Pajdzik und dem Sportlichen Leiter Leo Gashi verlängerte der Ex-Abwehrspieler des BVB um ein Jahr beim Kreisliga-Tabellenführer.

Huber betonte, dass es eine mündliche Absprache gegeben habe, was das gute Vertrauensverhältnis zwischen Trainerstab und Vorstand unterstreiche: „Was Schriftliches brauche ich nicht.“ Das unterstrich auch Christoph Pajdzik: „Eine mündliche Absprache reicht mir völlig. Wir verstehen und blind. Sollte es mal eine Meinungsverschiedenheit geben, diskutieren wir das aus“, so der 36-Jährige: „Ich habe mich nie nach einem anderen Trainerjob umgeschaut.“

Wer den gebürtigen Kaiserslauterner Lothar Huber kennt, der mag noch gar nicht daran denken, dass er mal nicht mehr an der Seitenlinie steht und coacht. 393 Liga-Spiele hat Huber für den 1. FC Kaiserslautern und Borussia Dortmund (die große Mehrheit für den BVB) von 1970 bis zu seinem Karriereende 1987 absolviert, ehe er an die Seitenlinie wechselte.

Huber: „Das sind die zwei Jungen und der alte Sack“

Der gebürtige Pfälzer war anschließend zweimal Co-Trainer beim BVB und bei Brummell Sendai in Japan, später Chefcoach bei der 2. Mannschaft der Borussia, je zweimal beim STV Horst-Emster und bei der TSG Sprockhövel. Dazu kamen Stationen beim SC Hassel, bei der SpVgg Radevormwald und beim Kirchhörder SC. 2019 übernahm er schließlich den Kreisligisten VfB Westhofen. Zusammen mit seinem 33 Jahre jüngeren Trainerkollegen Christoph Pajdzik.

Freut sich auf ein weiteres Jahr in Westhofen: Christoph Pajdzik. © Manuela Schwerte © Manuela Schwerte

Ein Problem sei der Altersunterschied nicht, sagt Huber. Und wenn er über das Dreigestirn Pajdzik-Gashi-Huber spricht, dann sagt er: „Das sind die zwei Jungen und der alte Sack.“ „Es gefällt mir sehr, sehr gut in Westhofen. Wir sprechen hier alle eine Sprache, alle sind fußballverrückt, haben mal Fußball gespielt, das ist das Schöne daran“, begründete Huber seine Motivation zur vorzeitigen Vertragsverlängerung.

Lothar Huber kennt keine Altersgrenze

Eine persönliche Altersgrenze gibt es für den 69-Jährigen nicht. „Ich habe mir kein Limit gesetzt. Ich mache das so lange, wie es geht, wie es die Gesundheit zulässt.“

Gern gesehener Gast: Lothar Huber, hier beim RN-Talk. © David Inderlied © David Inderlied

Huber muss sich in Westhofen wirklich wohlfühlen, hatte er doch sein Laufbahnende schon einmal öffentlich verkündet. „Als ich in Kirchhörde aufgehört habe, wollte ich nicht mehr als Trainer weitermachen. Aber Westhofen ist richtig gut aufgestellt. Wir haben alle ein Ziel“, so der Coach. Was er damit meint, ist klar. Der Aufstieg aus der Kreisliga A, später dann in die Landesliga, vielleicht sogar in die Westfalenliga.

Der VfB Westhofen hat beim TSC Eintracht Dortmund seine erste Saison-Niederlage kassiert. © Manuela Schwerte © Manuela Schwerte

Doch Huber macht keinen Druck: „Wir wollen langsam wachsen, alles muss reifen. Selbst wenn es in dieser Saison nicht mit dem Aufstieg klappt, bricht die Welt nicht zusammen. Andererseits wäre ich der falsche Trainer, um zehn Jahre lang in der Kreisliga A zu spielen.“

Das gemeinsame Ziel, das es in Westhofen gibt, motiviert auch Christoph Pajdzik: „Wir haben alle den gleichen Kurs. Wir wollen raus aus der Kreisliga. Das gilt für den Vorstand, für den Trainerstab und für die Mannschaft. Wir sprechen die gleiche Sprache.“

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Ein waschechter Dortmunder, Jahrgang 1957. Vor dem Journalismus lange Jahre Radprofi, danach fast 30 Jahre lang Redakteur bei Dortmunder Tageszeitungen, seit 2015 bei den Ruhr Nachrichten, natürlich im Sport.
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