Abitur im Festsaal: Gesamtschüler schreiben Prüfung im Freischütz

hzAbitur 2020

Die Mindestabstand-Regel gilt auch während der Abitur-Prüfungen. Die Schüler der Gesamtschule Gänsewinkel schreiben ihre Klausuren im Freischütz. Und wie steht es um Abiball und Zeugnisse?

Schwerte

, 14.05.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es hat ein bisschen was von Hogwarts“, scherzt Elisabeth Sieber, als sie die Tür zum großen Festsaal hinter sich schließt. Ja, ein bisschen ist das, was sich da im Freischütz abspielt, vergleichbar mit dem alten Zauberschloss aus der Harry-Potter-Filmreihe.

53 Schüler der Gesamtschule Gänsewinkel schreiben am Donnerstag ihre Abiturprüfung im Festsaal des Freischütz. Geografie, Pädagogik und Geschichte sind dran, allesamt Leistungskurse. So ist es überall in NRW an diesem Tag, von 9 bis 13.45 Uhr. Nur die Umstände des Zentralabiturs sind in diesem Jahr ganz andere.

Freischütz-Betreiber machten der Gesamtschule ein Angebot

Denn anderthalb Meter Mindestabstand, die müssen auch während der Abiturprüfungen eingehalten werden. Und deshalb musste man an der Gesamtschule improvisieren. „Wir sind unglaublich dankbar, dass der Freischütz uns dieses Angebot gemacht hat“, sagt Sieber. Anders als bei den Gymnasien nutzt man die schuleigene Aula auch als Mensa und Café. „Da waren keine Prüfungen unter den neuen Bedingungen möglich“, erklärt die Oberstufenkoordinatorin.

Und im Freischütz-Saal können während Corona-Krise und Veranstaltungsverbot ohnehin keine Hochzeiten, Feiern oder Seminare stattfinden.

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Also kam eins zum anderen. Für jeden Prüfungstag haben Sieber und ihre Kollegen eine Sitzordnung festgelegt. In Gruppen von fünf Schülern betreten die Abiturienten den Freischütz, halten kurz an der Desinfektionsstation, geben Ihre Handys ab. Erst dann dürfen sie in den Saal.

Mottowoche musste ausfallen - Was wird aus Abiball und Zeugnisvergabe?

Natürlich, einige Schüler seien schon sehr besorgt wegen des Abiturs in diesem Jahr. Schließlich seien sie lange nicht in der Schule gewesen. „Wir waren aber recht gut vorbereitet. Kurz bevor die Schwerter Schulen geschlossen wurden, waren wir bereits mit den Vorabiturprüfungen durch“, sagt Sieber.

Kommunikation sei in den letzten Wochen das allerhöchste Gut gewesen. „Wir müssen sie unterstützen, so gut es geht. Sie alle fühlen sich extrem belastet und das sind sie auch. Es ist ein ständiges Hin und Her, mit dem sie gerade leben müssen.“

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Bis zum 25. Mai werden im Freischütz-Saal noch Klausuren geschrieben. Und auch, wenn die Gesamtschüler ihre Prüfungen dann hinter sich haben – Vieles bleibt eben doch noch ungeklärt. „Für die Stufe ist schon die Mottowoche weggefallen, das fanden viele natürlich schade. Dann ist unwahrscheinlich, ob es einen Abiball geben kann“, so Elisabeth Sieber.

Und auch für die Zeugnisvergabe bleiben viele Fragezeichen zurück. Rechne man alle Schüler, Elternteile und Lehrkräfte zusammen, seien in jedem Fall mehr als 300 Leute involviert. „Sobald wir verschiedene Optionen in Betracht ziehen, wollen wir die Schüler mit entscheiden lassen.“ Spruchreif ist also noch nichts. Und in den sechs Wochen bis zum geplanten Termin könne sich ohnehin wieder alles ändern.

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