Der Abschied von der Grundschule ist für Kinder meist mit einer Feier oder einer besonderen Aktion verbunden. Das fällt in der Pandemie nicht leicht. © picture alliance/dpa
Corona-Pandemie

Abschied von der Grundschule – wird er trotz Corona feierlich?

Für Viertklässler ist das Ende des Schuljahres mit einem besonderen Schritt verbunden – einem Abschied von „ihrer“ Grundschule. Große Aktionen wird es in der Pandemie aber nicht geben.

Monatelang haben Grundschüler ihre Klassenräume in der Pandemie nicht mehr gesehen. Jetzt ist wieder Präsenzunterricht – und für die Viertklässler brechen die letzten Wochen an ihrer Schule an.

Üblicherweise gibt es zum Schulwechsel an vielen Grundschulen ein schönes Abschiedsfest, das meist von den Eltern organisiert wird. Mit Geschenken oder T-Shirts für Klassenlehrer und Kinder. Mit Grillen oder einer Übernachtungsaktion.

Meist finden nur kleinere Zeremonien statt

Wegen Corona werden manche dieser Pläne ins Wasser fallen – denn das Schulministerium hat für Abifeiern und Abschlussfeiern an anderen Schulen Regeln veröffentlicht. Auf dem Schulgelände der Grundschulen werden nur kleinere Zeugnisvergabe-Zeremonien stattfinden – wenn überhaupt.

Schulrätin Christine Raunser vom Schulamt des Kreises Unna konferiert regelmäßig mit den Schulleitern in ihrem Schulaufsichtsbezirk. „Es gibt wöchentliche Besprechungen per Videokonferenz, in denen wir über solche und andere wichtige Dinge sprechen“, erklärt sie. Auch die Schwerter Grundschulleiterinnen und Grundschulleiter hatten sich am Freitag (11.6.) mit ihr beraten.

„Kinder werden schön verabschiedet“

„Es wird offizielle Verabschiedungen im Vormittagsbereich geben, an denen auch Eltern teilnehmen dürfen. Dafür gibt es dann bestimmte Regeln. Die Kinder werden auf jeden Fall schön verabschiedet“, erklärt Christine Raunser. Alles, was darüber hinausgehe, werde von den Eltern privat zu organisieren sein und nicht auf dem Schulgelände stattfinden.

Bald gehen die Ferien los. Die Viertklässler verlassen ihre Schule dann für immer.
Bald gehen die Ferien los. Die Viertklässler verlassen ihre Schule dann für immer. © picture alliance / dpa © picture alliance / dpa

„Ich habe das den Schulleitern empfohlen“, sagt die Schulrätin. Sie könne sich nicht vorstellen, dass viele Eltern wegen der Pandemie auf große Grillpartys mit ganzen Schulklassen bestehen würden. Außerdem, so Raunser, sei ein Schulwechsel zur weiterführenden Schule auch noch etwas anderes als zum Beispiel eine Abifeier.

Heideschule: „Halten uns an die Vorgaben“

An der Heideschule in Schwerte plant Schulleiterin Julia von Halen eine kleine Zeugnisvergabe-Zeremonie am Vormittag des letzten Schultags. „Das Ganze wird draußen auf dem Schulhof stattfinden, und wir werden uns genau an die Vorgaben halten“, kündigt sie an.

Das bedeutet: Pro Kind können zwei Erwachsene mitkommen. Die kleinen Gruppen sollen mit Hula-Hoop-Reifen, die man auf den Boden legt, räumlich voneinander getrennt werden. „So können wir den Abstand einhalten“, sagt von Halen. Wasserkisten mit Kissen, die die Eltern mitbringen, dienen als Sitzplatz. Geplant ist ein kurzer Open-Air-Gottesdienst mit Zeugnisvergabe.

„Die Kinder können auf diese Weise einen feierlichen Abschluss haben“, sagt sie. Getränke und Snacks werde es nicht geben. „Jede Gruppe hat ein Zeitfenster von rund 45 Minuten, das kann man schon mal aushalten.“

Schulleiter: „Keine Zeugnisfeierlichkeiten“

Dirk Schnitzler, Rektor der Albert-Schweitzer-Schule in Schwerte, sieht das Thema eher pragmatisch. „Es hat vor Corona keine Zeugnisfeierlichkeiten gegeben. Es wird sie auch nicht nach Corona geben“, erklärt er auf Anfrage.

Das Schulamt habe den Schulen „nahe gelegt“, dass keine Feierlichkeiten auf dem Schulgelände stattfinden dürfen, erläutert der Schulleiter. Er kritisiert: „Damit stiehlt sich das Land faktisch aus der Verantwortung.“

Rektor Dirk Schnitzler: „Es sind keine Feierlichkeiten geplant.“
Rektor Dirk Schnitzler: „Es sind keine Feierlichkeiten geplant.“ © Foto: Manuela Schwerte (A) © Foto: Manuela Schwerte (A)

Schulrätin Christine Raunser betont jedoch, dass mit der Empfehlung, die sie vonseiten des Kreis-Schulamtes ausgesprochen habe, nur die privaten Abschlussfeiern gemeint seien, die über eine reine Zeugnisvergabe hinausgingen.

„Richtig planen kann man eigentlich gerade nichts“

Bea Klein von der Grundschule Villigst plant einen Abschied im kleinen Rahmen mit der Schülerschaft – allerdings intern. „Das wird draußen stattfinden, aber ohne die Eltern.“ Einige Tage zuvor werde es eine Segnung geben. Dazu würden die Eltern auch noch informiert. Bea Klein: „Planen kann man eigentlich gerade nichts. Aber wir machen uns natürlich Gedanken. Wir versuchen auf jeden Fall, den Kindern den Abschied so schön wie möglich zu machen.“

Die Schulleiterin glaubt auch nicht, dass es viele Eltern gibt, die gerade eine große Abschiedsfeier wünschen. „Kurz vor dem Urlaub sind alle sehr vorsichtig. Das ist ja verständlich.“

Laut Schulministerium können auf der Basis der Corona-Vorgaben auch bereits Einschulungsfeiern zum kommenden Schuljahr geplant werden. Auch hier macht sich Julia von Halen von der Heideschule bereits Gedanken. „Üblicherweise machen wir eine kleine Feier in der Turnhalle, aber da warten wir die aktuellen Vorgaben ab. Wir werden die Klassen auf jeden Fall getrennt einladen. Die Eltern werden von uns rechtzeitig informiert.“

Bea Klein hofft ebenfalls, dass es zur Einschulung eine Zeremonie im kleinen Rahmen geben wird. „Das kann in unserer Halle oder draußen sein. Wir sagen mindestens eine Woche vorher Bescheid.“

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