Ärger bei Radlern: Herrenlose Schrotträder blockieren die Abstellbügel in der City

hzRadfahren in Schwerte

Wer mit dem Fahrrad in die Stadt oder zum Bahnhof fährt, möchte sein Rad irgendwo sicher anketten können. Doch oft sind die Bügel durch Schrott blockiert. Kann die Stadt eingreifen?

Schwerte

, 28.12.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Abstellplätze sind ein knappes Gut in der Schwerter Innenstadt. Nicht nur Autofahrer klagen darüber, sondern auch viele Radfahrer. Umso ärgerlicher ist es für sie, wenn manche Pedalritter die raren Abstellbügel offensichtlich dazu missbrauchen, um dort ihre ausgedienten Fahrräder zu „vergessen“. Vor sich hinrostende Rahmen blockieren Möglichkeiten, wo andere Besucher oder Pendler eigentlich ihre Drahtesel sicher anketten könnten. Seit Wochen gammelt beispielsweise ein ziemlich zerstörtes Exemplar an den öffentlichen Ständern auf dem Bahnhofsvorplatz vor sich hin - die Felge verbogen, das Sattelpolster aufgeschlitzt oder aufgrund der Witterung verschlissen. Man weiß es nicht.

Irgendwann rückt der Bauhof mit dem Bolzenschneider an

Pkw, die offensichtlich abgemeldet und ohne Nummernschilder öffentlichen Parkraum wegnehmen, erhalten von städtischen Bediensteten in der Regel einen Aufkleber, der nach einer Karenzzeit das Abschleppen androht. Aber was passiert mit Fahrrädern, die wochen- oder monatelang herumstehen, weil sie offensichtlich keiner mehr haben will? In diesem Fall sind es meistens Bürger, die Signale an die Stadtverwaltung geben, erläutert Stadt-Pressesprecher Ingo Rous: „Sie machen darauf aufmerksam.“ Ganz egal, ob man sich an das Lob- und Beschwerde-Management im Rathaus oder direkt an der Ordnungsamt wendet - die Hinweise werden hausintern an die Kollegen vom städtischen Baubetriebshof weitergegeben.

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„Die haben das dann auf dem Schirm und gucken sich das an“, beschreibt Rous das weitere Vorgehen. Bei ihren regelmäßigen Einsätzen im Stadtbild können die Bauhof-Mitarbeiter die Sache im Blick behalten und prüfen, ob die betreffenden Fahrräder wirklich unbeweglich stehen bleiben. Ist das der Fall, kommen die Männer irgendwann mit dem Bolzenschneider zurück. Sie knacken die Schlösser und entfernen die Räder von ihrem Abstellplatz.

Ärger bei Radlern: Herrenlose Schrotträder blockieren die Abstellbügel in der City

Wenn die Stadt einen Hinweis auf Schrottfahrräder erhält, die die Abstellanlage am Bahnhof blockieren, werden diese vom Bauhof beobachtet und schließlich entfernt. © Reinhard Schmitz

Anschließend wird kontrolliert: Ist das Fundstück nur noch reif für den Schrott und muss entsorgt werden? Oder wird sich bei einer öffentlichen Fahrradversteigerung beim jährlichen Drahteselmarkt in der City noch ein neuer Liebhaber dafür finden lassen? Dann wird das Rad bis zu der Auktion im Bauhof an der Konrad-Zuse-Straße eingelagert. „Wer es vermisst, kann da gerne nachschauen“, sagt Ingo Rous.

Verfahren wird im ganzen Stadtgebiet praktiziert

Dieses Verfahren wendet die Stadtverwaltung übrigens nicht nur am Bahnhof bei dem überdachten Fahrradständer neben der Glasgarage an, die nur mit einem zuvor erstandenen Chip der Radstation benutzt werden kann. „Das betrifft das ganze Stadtgebiet“, sagt Ingo Rous.

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