Apotheken beginnen, Abgabemengen für Schmerzmittel zu begrenzen

hzCoronakrise in Schwerte

Nicht nur Klopapier, Öl und Mehl werden in der Coronakrise gehamstert, was das Zeug hält. Auch Apotheken spüren eine „extreme“ Nachfrage nach bestimmten Produkten und müssen gegensteuern.

Schwerte

, 30.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erstaunlich, wieviele Großfamilien es in Schwerte auf einmal gibt. Immer wieder versuchen es Zeitgenossen mit diesem Vorwand, mehr als ein Paket Klopapier oder Mehl zu bekommen. Mengenbeschränkungen für bestimmte Produkte sind in Zeiten der Coronakrise aber nicht nur auf Discounter und Supermärkte beschränkt. Sie haben auch die Medikamenten-Branche erreicht, um Hamsterkäufen vorzubeugen. In der Aesculap-Apotheke am Ostentor wird beispielsweise pro Kunde nur eine Packung des Schmerzmittels Paracetamol abgegeben. „So handhaben wir das jetzt“, bestätigte am Montag eine Mitarbeiterin: „Wir müssen mit dem haushalten, was wir haben.“ Denn viele wollten die Tabletten auf Vorrat kaufen.

Im März war die Nachfrage nach Paracetamol „extrem“

„Extrem viel ist im März rausgegangen“, bestätigte die Sprecherin der Schwerter Apotheker, Heike Nickolay von der St.-Viktor-Apotheke. Nach einer - später wieder zurückgezogenen - Warnung der Weltgesundheitsorganisation WHO vor einem Alternativprodukt habe der Ansturm auf Paracetamol eingesetzt: „Jeder Haushalt meinte, er bräuchte es prophylaktisch.“ Dazu kam die Sorge um die Verfügbarkeit, da ein Wirkstoff in China hergestellt wird, wie Heike Nickolay weiter berichtet. Und zwar in der Provinz Hubei, in deren Hauptstadt Wuhan die Corona-Pandemie mutmaßlich ihren Ausgang genommen hat.

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Auch ein Ansturm auf die Fieberthermometer

„Die Paracetamol-Lösung für Kinder gibt es seit drei Wochen gar nicht mehr“, sagt die Apothekerin. Die Tabletten seien aber noch vorrätig. Genauso wie ein medizinisches Gerät, dem die Coronakrise ebenfalls ungeahnte Verkaufszahlen gebracht hat: „Ich habe noch Fieberthermometer - sechs Stück.“ Und das, obwohl in den vergangenen Wochen so viele über den Tisch der St.-Viktor-Apotheke gegangen sind wie sonst in zwei Jahren nicht. Viele wollten gerüstet sein, um mögliche Symptome auf eine Erkrankung erkennen zu können, zu denen Fieber gezählt wird.

Angst vor Ausgangssperre trieb Menschen in die Apotheken

Auch bei anderen Medikamtenten hat Heike Nickolay verstärkte Nachfrage festgestellt, beispielweise bei Blutdruckmitteln. Aus Angst vor einer Ausgangssperre hätte viele wohl größere Mengen aufschreiben lassen. „Man sollte nicht auf den allerletzten Drücker bestellen, aber auch nicht für Monate im Voraus“, appelliert sie. Denn wenn einige jetzt einen kompletten Jahresbedarf anlegten, gingen andere leer aus, die das Medikament dringend benötigen. Bei Schmerzmitteln gebe es auch einen anderen Grund, die Abgabemenge zu beschränken: Um Missbrauch vorzubeugen. Das gelte nicht nur für Paracetamol, sondern auch für alle anderen Schmerzmittel.

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