Auflösung: Das „Kreuz der Kreuze“ kam mit einem Jahr Verspätung

Fotorätsel Folge 4

Unser Rätsel zeigte einen Teil der Signatur, mit der sich der Bildhauer Bernd Hartmann-Lintel auf dem „Kreuz der Kreuze“ verewigt hat. Das Mahnmal wurde 1964 hinter dem Rathaus eingeweiht.

Schwerte

, 02.04.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das bronzene Kreuz der Kreuze, geschaffen von dem Bildhauer Bernd Hartmann-Lintel, wurde zum Volkstrauertag 1964 hinter dem Rathaus Schwerte eingeweiht.

Das bronzene Kreuz der Kreuze, geschaffen von dem Bildhauer Bernd Hartmann-Lintel, wurde zum Volkstrauertag 1964 hinter dem Rathaus Schwerte eingeweiht. © Reinhard Schmitz

Nein, da hat niemand heimlich den Namen seines Liebsten eingeritzt. Bernd steht ganz offiziell auf der Bronze. Es ist der Vorname des Künstlers Hartmann-Lintel (1905-1972), der das „Kreuz der Kreuze“ hinter dem Schwerter Rathaus geschaffen hat. Ursprünglich sollte es zum Volkstrauertag 1963 eingeweiht werden. Sogar eine Delegation aus der französischen Partnerstadt Béthune war zu der Feier schon eingeladen. Was die Stadtverwaltung verschwieg: Die Skulptur war zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht fertig. Diesen Skandal brachten erst kurz zuvor Recherchen der Schwerter Zeitung ans Tageslicht.

In der Gießerei waren Fachkräfte ausgefallen

Aus Fachkräftemangel – zwei Former waren ausgefallen – konnte die Düsseldorfer Gießerei nämlich nicht so schnell wie versprochen das Werk fertigstellen, das Bernd Hartmann-Lintel aus Wiedenbrück entworfen hatte. Der seinerzeit bekannte Bildhauer hatte an den Kunstakademien in Düsseldorf und München studiert. Seine Werke schmückten unter anderem die Verkündigungskirche in Nazareth.

Das Kreuz der Kreuze wurde schließlich im Dezember 1963 geliefert und dann am Volkstrauertag 1964 mit einem Jahr Verspätung eingeweiht. Die katholische Mariengemeinde lobte, dass es sich von anderen Ehrenmalen abhebe, die noch den Geist eines militaristischen „Heldengedenktags“ verkörperten.

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