Nach 14 Jahren Planungsarbeit begann am Dienstag der Ausbau der B236. Und als erstes wurden zwei Verkehrshindernisse entfernt, die viele Jahre ein Ärgernis waren. Zum Stau kam es trotzdem.

Schwerte, Aplerbeck

, 14.04.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Testfahrt mit der Stoppuhr beweist: Knapp neun Minuten dauert es, um vom Talweg bis zum Freischütz (1,3 km) zu kommen. Zumindest galt das für den frühen Dienstagnachmittag (14. April). Am Vormittag und im Feierabendverkehr wurden die Nerven der Pendler noch mehr strapaziert. Mit Sperrungen von Heidestraße und Klusenweg sowie einiger kleiner Anliegerstraßen begann am Montag der Ausbau der B236. Über 14 Jahre hatten die Planungen hierfür gedauert.

Der Klusenweg ist gesperrt

Los geht es mit sogenannten Vorbereitungsarbeiten. Am Klusenweg zwischen der Katholischen Akademie und dem Westhellweg sowie am Westhellweg selbst werden die Randstreifen der Fahrbahn befestigt. Schließlich soll der Umleitungsverkehr dort ab 4. Mai herführen. Dazu wird die Sperrung unter der Autobahnunterführung aufgehoben. Die Umleitung wird notwendig, weil die Bergstraße ab Mai für rund ein halbes Jahr von der B236 abgebunden wird.

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Während der ersten Bauphase wird die Autobahnzufahrt Richtung Köln ausgebaut und dafür abgesperrt. Die komplette Sperrung der Autobahnzufahrt über den gesamten Bauabschnitt sei die einzig mögliche Lösung, hatte Deges-Bereichsleiter Dr. Udo Pasderski bereits bei der Vorstellung der Pläne erklärt.

Denn auch mit diesen harten Einschnitten in den Straßenverkehr wird man für den gesamten Ausbau der Strecke vom Tunnel in Berghofen bis zur Autobahnzufahrt in Schwerte mindestens zwei Jahre brauchen.

Betonquader der Ampel an der A1 wurden abgebaut

Dafür sind die großen Betonquader, auf denen seit Jahren die Ampel zur Autobahnauffahrt steht, abgebaut. Weil noch ein Kanal unterhalb der Straße erneuert wird, mussten sie verschwinden. „Anders hätten wir die Inselbaustelle nicht einrichten können“, erklärte Deges-Sprecherin Simone Döll auf Anfrage. Die Betonfundamente, einst nur für eine Übergangszeit geplant, hatten in den vergangenen Jahren für zahlreiche Autounfälle gesorgt. Darunter zwei tödliche.

Die neue Baustellenampel kann verkehrsabhängig gesteuert werden. Sie steht auf einem kleinen Betonfuß.

Die neue Baustellenampel kann verkehrsabhängig gesteuert werden. Sie steht auf einem kleinen Betonfuß. © Heiko Mühlbauer

Herbst 2020 soll die andere Straßenseite drankommen

Im Herbst 2020 soll dann übrigens die andere Straßenseite mit der Ausfahrt Richtung Bremen dran kommen. Dann wird gleichzeitig die Einmündung zur Heidestraße gesperrt. Die Umleitung hierfür führt über die Ostberger Straße und die K20 (Am Eckey). Um hier die Wege behelfsmäßig auszubauen, ist seit Montag auch die Einmündung Heidestraße gesperrt.

Der Klusenweg und damit die Zufahrt zur Katholischen Akademie ist für 14 Tage gesperrt. Die Einrichtung ist nur noch über die Bergstraße erreichbar.

Der Klusenweg und damit die Zufahrt zur Katholischen Akademie ist für 14 Tage gesperrt. Die Einrichtung ist nur noch über die Bergstraße erreichbar. © Heiko Mühlbauer

Noch hielten sich die Verzögerungen aber in Grenzen. Wie beliebt die Schleichwege sind, und wie belastet dadurch die Anwohnerstraßen, konnte man an den nun zur Sackgasse gewordenen kleinen Straßen zwischen Westhellweg und Talweg sehen. Immer wieder drehten hier Fahrzeuge, fuhren dann entweder weiter ins Wohngebiet oder reihten sich an der Ampel zur Hörder Straße erneut ein. Dabei herrschte am Montag wegen der Osterferien und der Corona-Krise noch verhältnismäßig wenig Verkehr. Zwei der Häuser, die dem Bau entgegenstehen, wurden bereits in der vergangenen Woche abgerissen.

Straßenverlauf wird während der Bauphase geändert

Während der gesamten mindestens zwei Jahre dauernden Bauzeit soll die Straße über den Freischütz in beide Richtungen befahrbar bleiben. Allerdings wird sich der Verkehr überwiegend über einen schmalen Fahrstreifen pro Seite quälen. Markierungen für die erste Verlegung der Trasse wurden bereits am Montag auf der Fahrbahn markiert. Ob der Stau über den Freischütz dadurch bedeutend länger wird, muss sich zeigen. Gestern war der Weg durch das Nadelöhr in Richtung Schwerte jedenfalls nicht deutlich beschwerlicher als sonst. Am Nachmittag dauerte es genau 4:31 Minuten vom Freischütz zum Talweg, also nur halb so lang wie auf dem Hinweg. Aber noch herrscht wenig Verkehr, und die Baustelle ist auch noch nicht komplett eingerichtet.

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Auf 1,7 Kilometern Länge soll die B 236 vierspurig ausgebaut werden. Damit wäre die letzte Lücke zwischen der A2 und der A1 geschlossen. Rund 20.000 Autos fahren täglich auf dem Straßenabschnitt. Nach dem Ausbau plant man, die B236 auch in Schwerte weiter auszubauen. Doch die Pläne sind umstritten, da viele Schwerter fürchten, dass damit noch mehr Durchgangsverkehr in die Ruhrstadt gezogen wird.

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