Der Wochenmarkt in Schwerte wird ab Mittwoch nur noch mit Lebensmittelständen stattfinden. © Bernd Paulitschke
Wochenmarkt

Ausgerechnet in der Woche vor dem Muttertag gibt es keine Blumen

Viele Menschen in Schwerte müssen die Woche vor dem Muttertag (9.5.) anders planen als sonst. Denn diesmal gibt es am Samstag nicht mehr auf den letzten Drücker Blumen auf dem Wochenmarkt.

„Obst und Gemüse sind das Herz eines Wochenmarktes“, schwärmt Martin Rosmiarek, der für die Deutsche Marktgilde auch die Wochenmärkte in Schwerte betreut. „Aber Blumen sind für uns der Sonnenschein eines Marktes“.

Doch eine kurz gefasste E-Mail des Schwerter Ordnungsamtes, die ihn am Freitag erreichte, nimmt den Wochenmärkten in der nächsten Zeit diesen Sonnenschein. Mit dem Wochenmarkt am Mittwoch (5.5.) auf dem Schwerter Marktplatz wird eine neue Regel wirksam, die den Blumenverkauf untersagt.

Blumen sind keine Lebensmittel

Grund dafür ist die sogenannte Bundes-Notbremse. Die sieht vor, dass auf Wochenmärkten nur noch Lebensmittel verkauft werden. Blumen sind keine Lebensmittel, also gibt es auch keinen Blumenverkauf. Damit soll die Zahl der Kunden und ihre Verweildauer reduziert werden.

„Das trifft uns bis ins Mark“, sagt Martin Rosmiarek. „Wir waren bei der Entwicklung des Schwerter Wochenmarktes so weit. Ein Markt mit tollen Händlern und treuen Stammkunden.“ Die neue Regel sei nicht nur für die Blumenhändler eine schlechte Nachricht, sondern mache jeden einzelnen Markt weniger attraktiv.

Blumenläden dürfen öffnen

Was den Markthändlern besonders weh tut ist die Ungleichbehandlung. Denn „stationäre Blumengeschäfte in Einkaufszonen oder an Friedhöfen dürfen weiterhin unter den bekannten Kontaktbeschränkungen öffnen“, berichtet Florist Thomas Kujath, der eigentlich donnerstags auf dem Westhofener Markt steht.

Bislang durften Blumenhändler wie alle anderen Händler ihre Stände auf Märkten aufstellen. „Es gab nur die Regel für die Kunden, so zügig wie möglich einzukaufen und dann den Markt zu verlassen“, so Martin Rosmiarek. Auch diese erzwungene Hektik hatte die Händler geärgert.

Sind essbare Rosen Lebensmittel?

Seit der Bekanntgabe der neuen, bundesweit gültigen Regel gab es bei der Gilde eine Sitzung nach der anderen. Wie könnte man den Händlern helfen, doch noch auf die Märkte zu dürfen?

Eine Idee wurde schnell verworfen. „Sollte man argumentieren, dass man Blumen auch essen kann?“, nennt Martin Rosmiarek ein Beispiel, wie man gegenüber einer Stadt wie Schwerte hätte auftreten können.

Zusammenarbeit mit der Stadt

Man entschied sich dagegen, weil man es Kommunen nicht unnötig schwer machen will. „Wir wollen die Städte im Kampf gegen Corona unterstützen“, sagt Martin Rosmiarek.

Einen Versuch macht die Gilde aber noch. Thomas Kujath bietet an seinem Stand nämlich auch Tomaten-, Gurken- und andere Gemüse-Zöglinge an. Das sind schon eher Nahrungsmittel. Vielleicht darf er die ja verkaufen.

Doch ob diese Idee in die Gesetzes-Auslegung des Landes NRW passt, wurde am Dienstag noch geprüft. Zumindest der Wochenmarkt in Schwerte am Mittwoch (5.5.) von 8-13 Uhr wird also ohne Blumenhändler stattfinden.

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Freier Mitarbeiter
Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
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