Autohaus für 650 000 Euro versteigert

Bielen: Neuer Mercedes-Händler zieht ein

23.05.2007, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Amtsgericht Schwerte, 15.16 Uhr, Raum 104, Zwangsversteigerung des Grundstücks des 2005 insolvent gewordenen Autohauses Bielen, Wandhofener Straße: Nach nur sechs Minuten steigender Gebote gab Rechtspfleger Eckehard Weist den Zuschlag an Alexander König. Als Vertreter eines nicht genannten Mercedes-Händlers ersteigerte König für 650 000 Euro das Grundstück, das komplett mit bestehenden Gebäuden und Einrichtungen angeboten wurde. Mit diesem Gebot setzte sich König gegen den direkten Nachbarn des Geländes, den VW- und Audi-Händler Hengstenberg durch, der ebenfalls mitgeboten hatte. Obwohl der Preis von 650 000 Euro mehr als 200 000 Euro über dem Einstiegsgebot lag, konnte König zufrieden sein, denn ein Gutachter hatte den Verkehrswert des Bielen-Grundstücks mit 948 260 Euro angegeben - ein Schnäppchen also. Weniger zufrieden dürften die Gläubiger des Autohauses Bielen sein. Die Verbindlichkeiten beliefen sich mit Zinsen und Verfahrenskosten auf über 1,3 Mio. Euro. Trotzdem stimmte Klaus Fülling als Vertreter der Commerz-Bank dem Zuschlag zu. Eine Entscheidung, die nicht selbstverständlich war, denn die Summe lag noch unter der so genannten 7/10-Grenze. Diese Regel für Zwangsversteigerungen sieht folgendes vor: Bleibt das Höchstgebot unter sieben Zehnteln des angenommenen Verkehrswertes, kann der Hauptgläubiger die Zustimmung zum Zuschlag verweigern. In diesem Fall lag der 7/10-Wert bei 663 782 Euro. Das renovierungsbedürftige Autohaus geht sofort in den Besitz des neuen Händlers über, wenn das Geld auf dem Konto des Gerichtes eingegangen ist. Doch bis der Betrieb wieder aufgenommen werden kann, wird etwas Zeit vergehen, denn noch läuft eine Räumungsklage gegen den vorherigen Mieter - der Haken an der Sache. hob

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