Bahnhofsunterführung in Schwerte bleibt Gefahrenstelle für Radfahrer und Fußgänger

hzFahrradunfall

In der Bahnhofsunterführung ist es eng zwischen Radfahrern und Fußgängern. Am Freitag verletzte sich wieder ein Radfahrer bei einem Ausweichmanöver. Das sagen Experten zu der Gefahrenstelle.

Schwerte

, 12.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Unterführung ist dunkel, laut, nicht gerade sauber und eng. Radfahrer müssen zwischen Fußgängern und den Pfeilern der Unterführung manövrieren, Fußgänger müssen entlang der Wand marschieren, um den Radfahrern auszuweichen. Dieser Zustand wird morgens und mittags noch verschärft, wenn die Schüler zur Theodor-Fleitmann-Gesamtschule und zurück fahren.

Verletzt wurde zuletzt am Freitagmittag ein 14-jähriger Schwerter in der Bahnhofsunterführung. Der Junge fuhr auf dem durch eine durchgezogene Linie getrennten Geh- und Radweg des Holzener Weges in Richtung Schwerte. Unterhalb der Bahnbrücke trat laut Polizeiangaben ein Fußgänger unvermittelt auf den Radweg. Der Fahrer stürzte und verletzte sich. Der Fußgänger flüchtete vom Unfallort. Auch am Dienstag konnte die Polizei noch keinen Fahndungserfolg vermelden.

Ortsbegehung mit der Stadtverwaltung

Dieser Unfall reiht sich ein in eine ganze Liste von Vorfällen. Deshalb gab es bereits im vergangenen Jahr eine Ortsbegehung mit der Stadtverwaltung und Vertretern des ADFC (Allgemeiner Deutsche Fahrrad-Club). „Wir haben damals angeregt, den Fahrradweg auf die Fahrspur zu verlegen“, berichtet Monika Rosenthal, Sprecherin für den Schwerter ADFC. Doch es gab Bedenken, denn dann würde sich die Fahrbahn stark verengen. „Man kann da unten eben nichts verbreitern“, gibt Monika Rosenthal zu.

Obwohl auch das Kostenargument gegen die Radwege auf der Fahrbahn genannt wurde, hält der ADFC an dieser Idee fest. „Es ist erwiesen, dass es zu weniger Unfällen führt, wenn Radfahrer auf der Straße fahren, als wenn man sie auf einen Gehweg leitet“, berichtet Monika Rosenthal. Autofahrer sind scheinbar aufmerksamer als Fußgänger.

Und das Kostenargument könne sich bald erledigen, so die Grünen-Politikerin. Erst vor wenigen Wochen habe die Volksinitiative „Aufbruch Fahrrad“ 206.687 Unterschriften gesammelt, um die Landesregierung dazu zu bewegen, mehr Geld in den Ausbau von Radwegen zu investieren. „Ich bin sicher, dass sich das durchsetzen lässt“, so Monika Rosenthal.

Rot markierte Fahrspur

Deshalb hofft sie, noch in diesem Jahr erneut eine Ortsbegehung mit der Stadt organisieren zu können. Dann könne man über Änderungen des Radweges im Licht neuer finanzieller Möglichkeiten sprechen.

Dem ADFC schwebt eine rot markierte Fahrspur vor, die die Radfahrer auf beiden Seiten der Unterführung auf die Straße führen soll und dann wieder zurück auf den kombinierten Geh- und Fahrradweg.

Von der Stadt Schwerte gab es auf Anfrage bislang keine Nachricht, ob man die Diskussion um die Bahnhofsunterführung nochmal aufleben lassen möchte.

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