Beamter bei Ausbruchsversuch aus Jugendgefängnis fast zu Tode geprügelt

Prozessauftakt

DRÜPPLINGSEN/HAGEN Elf Monate nach einem blutigen Ausbruchversuch aus dem Jugendgefängnis in Drüpplingsen hat am Montag vor dem Hagener Landgericht der Prozess gegen zwei Ex-Häftlinge (beide 21) aus Münster und Dülmen begonnen.

von Von Martin von Braunschweig

, 06.07.2009, 14:54 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Staatsanwaltschaft wirft dem mutmaßlichen Haupttäter aus Münster versuchten Verdeckungsmord vor. Er soll einen Wachbeamten am 24. August 2008 brutal geschlagen und getreten haben, um zu verhindern, dass das Opfer einen Notruf absetzen konnte. Sein mutmaßlicher Komplize muss sich dagegen "nur" wegen Gefangenenmeuterei und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Angeklagte beschuldigen sich gegenseitig

Zu Prozessbeginn beschuldigten sich die Angeklagten jedoch gegenseitig, den Ausbruch geplant zu haben. "Ich wollte mit der ganzen Sache eigentlich gar nichts zu tun haben", beteuerte der junge Mann aus Dülmen, während der Münsteraner sagte: "Ich wurde von der Aktion plötzlich überrascht."

Um den Überfall auf den Wachbeamten zu ermöglichen, hatten die Angeklagten in Zelle 215 die Ruftaste gedrückt und dann gewartet. Als der Beamte (45) eintraf, wurde er sofort mit einem Faustschlag niedergestreckt. Der Mann erlitt bei der Tat schwere Kopfverletzungen und ist seither arbeitsunfähig. "Ich glaube kaum, dass er noch einmal in diesen Job zurückkehren kann", sagte seine Anwältin Christiana Krause-Schumann am Rande des Prozesses.

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