Bei 30 Grad: Schwerterin hört Hund im Auto winseln – und schreitet ein

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Wer sperrt sein Tier bei der Mittagshitze im Kofferraum ein? Helga Jahn hat das auf dem Lidl-Parkplatz in Westhofen beobachtet und direkt reagiert: Sie hat laut nach dem Besitzer gesucht.

Westhofen

, 14.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist während der Sommerhitze eines der wichtigsten Themen – etwas, das die Polizei hoch- und runterbetet, worauf Tierschützer aufmerksam machen, was man immer wieder in den Nachrichten liest, hört oder sieht. Und trotzdem kommt es vor, dass Menschen ihre Hunde im Auto lassen, wenn sie nur kurz zum Einkauf wollen.

So war es auch am Mittwoch auf dem Lidl-Parkplatz in Westhofen – und das bei 30 Grad in der Mittagssonne. Helga Jahn ging nur zufällig an dem geparkten weißen SUV vorbei, von ihrem Auto in Richtung Ladeneingang, als sie plötzlich den winselnden Hund hörte.

„Eigentlich hätte ich am liebsten die Polizei gerufen!“

Zuerst habe die 70-Jährige durch die Autoscheiben des fremden Wagens nach dem Tier gesucht. „Aber es kam schlimmer. Das Tier war im Kofferraum eingesperrt. Bei dieser Hitze!“, schildert sie. Eigentlich hätte sie am liebsten direkt die Polizei angerufen, wollte dem Besitzer aber erst eine Chance geben.

„Also bin ich durch den Supermarkt gelaufen und habe in jedem Gang lautstark die Leute angesprochen, wem denn der Hund im Kofferraum gehören würde.“

Die Situation habe sich dann glücklicherweise relativ schnell aufgelöst. Im Kassenbereich habe sie nur noch das Gespräch zwischen einer Kundin und einer Kassiererin mitbekommen. „Die Frau, wahrscheinlich die Ehefrau des Besitzers, hat laut gemeckert: ‚Der muss immer den Hund mitnehmen!‘ Den Mann selbst habe ich aber nicht mehr gesehen“, erinnert sich Helga Jahn. Scheinbar sei der Besitzer schnell nach draußen geeilt.

„Der hatte doch bestimmt Todesangst!“

Warum muss man das Tier überhaupt mitnehmen, fragt sich die Westhofenerin. Und selbst wenn, dann könne man es doch vor dem Supermarkt anbinden – im Schatten, wie es auch mit den anderen Hunden dort passiert. „Oder man lässt im Auto die Fenster einen Spalt auf und stellt eine Schale mit Wasser rein. Das wäre gerade noch in Ordnung. Aber im Kofferraum? Schlimm!“, ärgert sie sich.

Gesehen hat sie das Tier nicht. Nur sein Winseln und schrilles Bellen habe sie durch die Heckklappe gehört. „Der hatte doch bestimmt Todesangst. Was passiert bei solchen Menschen im Kopf?“

Hund im Auto eingesperrt? Polizei gibt Verhaltenstipps

Auch die Polizei hatte kürzlich mehrfach dazu aufgerufen, Tiere nicht im Auto zurückzulassen.

„Das Fahrzeug kann sich innerhalb weniger Minuten aufheizen. Die Vierbeiner können einen Hitzschlag erleiden“, hieß es. Typische Symptome seien starkes Hecheln, flache Atmung, Unruhe, tiefrote Zunge, glasiger Blick, Erbrechen, Durchfall, Taumeln und Bewusstlosigkeit.

Wer ein Tier in solch einer Notlage sehe, solle die Tipps der Polizei befolgen:

  • Versuchen Sie schnellstmöglich, den Besitzer ausfindig zu machen (zum Beispiel im Geschäft über Lautsprecher ausrufen lassen).
  • Ist der Halter nicht aufzuspüren, rufen Sie die Polizei unter 110.
  • Die eintreffenden Einsatzkräfte versuchen den Halter im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu ermitteln und zu kontaktieren. Ist der Besitzer nicht ausfindig zu machen und nicht zu erreichen, kann die Polizei als letzte Option die Scheibe des Fahrzeugs einschlagen.
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