Beschimpfungen gegen Elsebad-Mitarbeiter: „Hendrik, ruf die Polizei“

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Das Abstandsgebot wegen Corona nicht eingehalten, Mitarbeiter des Bades beleidigt. Und anschließend gegen die Polizei gepöbelt. Das passierte beim Polizeieinsatz im Elsebad.

Ergste

, 10.08.2020, 14:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist heiß im Moment, da braucht es schon eine gehörige Portion Abkühlung. Die gibt es im Elsebad ausreichend, trotzdem ging es dort am Freitag, 7. August, hitzig zu. Die Polizei musste einschreiten.

Am frühen Freitagabend kam es im Elsebad zu Auseinandersetzungen zwischen Badegästen und zwei Angestellten des Freibads. Mohammed Ansari ist Betriebsleiter im Elsebad und erklärt, wie er die Situation wahrgenommen hat: „Wir hatten Startblock sechs geöffnet, das Ein-Meter-Brett war aufgrund der Konstellation geschlossen.“

Da viele Jugendliche sich am Startblock versammelten, die gerne springen wollten, habe der Betriebsleiter mit seinem Kollegen Hendrik Buschhaus beschlossen, auch den Startblock zu schließen, damit die Corona-Regeln eingehalten werden können.

Nicht gut angekommen

Das sei allerdings überhaupt nicht gut angekommen, schildert Ansari. Einem Mann, der mit Kindern und seinem Bruder im Bad war, habe das nicht gefallen. „Er wurde aggressiv zu Herrn Buschhaus“, sagt Mohammed Ansari. Und beschwerte sich: Er habe immerhin 3,50 Euro bezahlt, damit die Kinder schwimmen und springen können.

Weiter habe er gebrüllt: „Warum macht ihr das zu?“ Mohammed Ansari schildert: „Der Mann wollte meinen Kollegen attackieren.“

Daraufhin sei er dazu geeilt und habe versucht, den Mann zu beruhigen. „Ich habe auf die Haus- und Badeordnung verwiesen, die überall im Freibad aushängt“, so Ansari. Das seien Einschränkungen, mit denen man rechnen müsse und die der Badegast hätte lesen müssen.

Beleidigungen gegen Angestellte und Polizei

Danach habe der Mann auch Mohammed Ansari beleidigt: „Er hat zu mir gesagt, ich sei ein Faschist und es gab weitere Beleidigungen.“ Danach habe der Mann auch Mohammed Ansari angreifen wollen, daraufhin habe er den Kollegen gebeten, die Polizei zu rufen. Das sei gegen 18.25 Uhr gewesen.

Die Polizei kam und hat die Lage übernommen. Mehrfach mussten die Polizeibeamten, die beiden Beschuldigten auf die Einhaltung des Sicherheitsabstandes hinweisen. Die Männer verließen, laut Polizeibericht, das Elsebad mit einem weiterhin aggressiven Verhalten und gingen zu ihrem Fahrzeug. Dabei wurden sie von den Beamten begleitet, die den beiden Männern Platzverweise erteilten.

Einer der Beschuldigten beleidigte zusätzlich noch eine Polizistin. Gegen die zwei wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Bruder entschuldigte sich

Mohammed Ansari bestätigt das respektlose Verhalten gegenüber der Polizei, doch der Begleiter des Mannes habe sich aber mehrmals für seinen Bruder entschuldigt.

Laut Polizeisprecher Christian Stein handelt es sich bei dem Beschuldigten um einen deutschen Staatsbürger.

Nicht nur ein Streifenwagen

Der Einsatz wurde von vielen Menschen, nicht nur im Elsebad, bemerkt. Im Gespräch mit der Redaktion bestätigt Christian Stein: „Wir waren nicht nur mit einem Streifenwagen vor Ort.“

Wer sich die Vorfälle im vergangenen Jahr in Freibädern bundesweit vor Augen halte, der wisse, dass sich Situationen dort schnell hochgeschaukelt haben. Daraus habe man auch für die eigene Behörde Lehren gezogen. „Wir können nicht einschätzen, wie die Lage vor Ort ist. Dann kommen wir lieber mit ein oder zwei Einsatzmitteln mehr“, so Stein.

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Der Leiter der Polizeiwache Schwerte, Andreas Vallieri, freut sich über anerkennende Worte von Badegästen: „Dieser Einsatz wurde von zahlreichen Besuchern des Elsebades beobachtet. Unsere Einsatzkräfte haben von den Badegästen vor Ort sehr viel Lob für ihre ruhige und professionelle Arbeit in dieser hitzigen Situation bekommen“, kommentierte er.

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