Betriebe nach Unfall ohne Strom – Wer haftet jetzt für den Schaden?

hzGewerbegebiet in Westhofen

Ein Unfall, ein beschädigter Stromkasten, mehrere Betriebe sind danach fünf Stunden lang ohne Strom. Wer haftet für diesen Schaden? Die Stadtwerke Schwerte? Die antworten eindeutig.

Westhofen

, 22.01.2020, 16:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Natürlich hatten wir Ausfälle. Von wem bekommen wir das Geld jetzt wieder?“ Rainer Fülbier hatte das schon direkt am frühen Dienstagnachmittag gefragt. Als weder sein Stahlbau-Betrieb noch die benachbarten Firmen im vorderen Teil des Gewerbegebiets Im Ostfeld keinen Strom hatten.

Fülbier hatte seine Mitarbeiter nach Hause schicken müssen, nachdem die Stadtwerke am Vormittag den Strom für den kompletten Wendehammer hatten abstellen müssen. Der Grund dafür wiederum: Ein LKW-Unfall zwischen Montagabend und Dienstagmorgen, bei der ein Stromkasten regelrecht umgenietet worden war.

Ohne Strom konnten weder die Maschinen laufen noch die Computer in den Büros. Die Folge für alle Beteiligten: ein Minus.

Fünf Stunden ohne Strom, nachdem die Stadtwerke abschalteten

Stehen dafür die Stadtwerke ein? Nein, in diesem Fall nicht. Das stellte Prokurist Martin Keller am Mittwoch auf Nachfrage klar. Nicht die Stadtwerke hätten schließlich den Schaden verursacht. Man habe nur reparieren müssen, um weiterhin gewährleisten zu können, dass der Strom sicher fließe.

Erst am Dienstagmorgen sei man informiert worden, so Keller. „Vor Ort haben wir dann festgestellt: Wir müssen sofort handeln.“

Alle Kunden seien informiert worden, dass der Strom um 10.30 Uhr abgestellt werden müsse. Letzten Endes habe es fünf Stunden gedauert, bis alles repariert und angeschaltet gewesen sei.

Betriebe nach Unfall ohne Strom – Wer haftet jetzt für den Schaden?

So sah der Kasten am Morgen aus. Am Montagabend, in der Nacht oder am frühen Dienstagmorgen muss jemand dagegengefahren sein. © privat

Jetzt lesen

Stadtwerke: „Haben auch eine Strafanzeige gestellt“

„Wir haben auch eine entsprechende Strafanzeige gegen unbekannt gestellt“, unterstreicht Stadtwerke-Prokurist Keller: „Wir haben schließlich auch unseren Schaden.“ Der sei wahrscheinlich sogar größer als in ersten Schätzungen. Die Polizei hatte von 8000 Euro gesprochen. Keller schätzte am Mittwoch nun, 10.000 bis 12.000 Euro würden es sein.

„Gottseidank“, so Keller, seien solche Fälle selten. Was wiederum auch an der bewährten Praxis liegen dürfte, dass die Stromkästen an den Gehwegen liegen, nicht direkt an den Straßen.

Genau diese potenzielle Nähe zu Fußgängern zwang die Stadtwerke aber zu raschem Handeln. Die elektrischen Verbindungen an sich seien zwar auch nach dem Unfall intakt gewesen.

Der umgefahrene Kasten habe jedoch zum Teil offen gestanden. Das gelte es dann schnell zu reparieren.

Polizei sucht weiter nach Hinweisen

Wer für den Schaden verantwortlich ist – das ist weiter unklar. Die Polizei erklärte am Mittwoch auf Nachfrage, es gebe noch keine Hinweise.

Die nimmt die Polizei entgegen unter den Telefonnummern (02304) 921-3320 oder (02304) 921-0.

Lesen Sie jetzt