Das Restaurant am Ostentor wird vorerst noch nicht wieder für seine Gäste öffnen können. Inhaber Ante Jovic bleibt dennoch geduldig. © Reinhard Schmitz
Lockdown-Lockerungen

Biergärten öffnen frühestens Ende März: „Die Regelungen sind zu kompliziert“

Eine Öffnung der Außengastronomie ist frühestens ab dem 22. März möglich. Eine Rettung der Restaurants sieht ein Schwerter Wirt darin nicht. Er selbst würde seinen Wintergarten umfunktionieren – wenn er darf.

Bund und Länder haben sich auf schrittweise Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen geeinigt – die ersten Maßnahmen werden bereits am Montag (8.3.) umgesetzt.

Für die Schwerter Gastronomen kommen Lockerungen frühestens ab dem 22. März infrage. Denn wenn die Inzidenz in Nordrhein-Westfalen nach der Einzelhandelsöffnung weitere zwei Wochen unter 100 liegt, dürfte die Außengastronomie unter strengen Auflagen, vor allem bei der Personenzahl, wieder öffnen. Dann könnten Wirte zumindest die Biergärten wieder öffnen. Die Innengastronomie ist im Öffnungsplan dagegen noch nicht vorgesehen.

Wirt vom „Ostentor“ übt sich Geduld

Ante Jovic, Inhaber des Hotel-Steakhauses „Ostentor“, muss sich zunächst weiter in Geduld üben. Das „Ostentor“ verfügt statt über einen Biergarten nur über einen großen Wintergarten, der wohl vorerst nicht wieder geöffnet werden darf. Auch wenn Jovic die Sinnhaftigkeit einzelner Maßnahmen hinterfragt, hat er im Großen und Ganzen dennoch Verständnis für die Schritte der Regierung. „Die neuen Regelungen sind zu kompliziert und nicht ganz verständlich“, so Jovic. „Aber Gesetz ist Gesetz, da bringt es auch nichts, sich nur zu beschweren.“

Würde der Wintergarten des Ostentors von der Stadt mit geöffneten Türen und geöffnetem Dach als Außenbereich erlaubt, würde er ihn auch öffnen. Dennoch glaubt Jovic nicht, dass darin die Rettung der Restaurants liegt: „Draußen sind 10 bis 15 Grad. Da holen sich die Leute doch lieber eine Pizza für Zuhause, als ein Steak im Biergarten.“

Auch wenn sich Jovic selbst in Geduld übt, sieht er, wie vielen seiner Branchen-Kollegen die Luft ausgeht. „Als mir im November Leute gesagt haben, dass die Restaurants bis Mai geschlossen bleiben, habe ich das nicht geglaubt. Jetzt geht es für viele nur noch ums Kämpfen und Überleben.“

Kleiner Hoffnungsschimmer beim Ellinikon

Für Fotios Athanasiou, der das Restaurant „Ellinikon“ bewirtet, sind die neuen Regeln zumindest ein leichter Hoffnungsschimmer. Sein griechisches Restaurant hat einen großen Außenbereich und er kann ab dem 22. März dort möglicherweise auch wieder Gäste bewirten. „Es ist momentan keine einfache Situation, aber die Öffnung der Biergärten macht zumindest ein bisschen Hoffnung“, berichtet Athanasiou.

Nach knapp fünf Monaten Schließung sei es für ihn allerdings auch an der Zeit. „Die Öffnung der Biergärten macht mir schon wieder etwas Hoffnung“, so Athansiou. „Ob wir unser Restaurant öffnen können oder nicht, ist dann aber von gutem Wetter abhängig.“

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Freier Mitarbeiter
Student für Sozialwissenschaft und Philosophie – gebürtiger Schwerter und Wahl-Dortmunder. Immer interessiert an Menschen aus dem Ruhrgebiet und ihren Geschichten.
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