Manchmal reicht es auch schon, die Möhren anstatt der Billigwurst zu kaufen, denkt unsere Autorin. © picture alliance/dpa
Meinung

Bleibt Nachhaltigkeit ein Privileg?

Nachhaltige Landwirtschaft im kleinen Rahmen – das nimmt sich ein neues Schwerter Projekt vor. Unserer Autorin gefällt das Projekt, doch eine Kleinigkeit stört sie.

Ein neues Schwerter Projekt hat sich einen Acker zugelegt und wird ab kommendem Frühjahr eigenes Gemüse ernten. Unter dem Titel „SoLaWi Eigenkraut“ will der Verein eine solidarische Landwirtschaft aufbauen.

Den Kriterien der Nachhaltigkeit entspricht das Projekt allemal: Es wird auf einen ökologisch verträglichen Anbau gesetzt; den angestellten Gärtnern wird ein fairer Lohn gezahlt; und durch die Finanzierung durch den Verein selbst ist die Produktion vom Markt unabhängig. Auch die Solidarität ist bedacht, denn jedes Mitglied zahlt das, was er oder sie kann.

Mir gefällt das Konzept, und dennoch stört mich etwas daran: Denn auch, wenn jeder das zahlen soll, was möglich ist, liegt der Grundbetrag mit etwa 80 Euro im Monat recht hoch. Natürlich ist dieser Betrag verständlich, anders ist das Projekt nicht finanzierbar.

Dennoch wird die solidarische Landwirtschaft für Geringverdienende so kaum zugänglich sein. Es reiht sich ein in eine lange Liste von nachhaltigen Projekten, die für viele zu teuer sind.

Nachhaltigkeit muss nicht teuer sein

Und das ist schade, denn es vermittelt wieder einmal das Bild, dass ein ökologisch verträglicher Lebensstil ein Privileg sein muss. Und das ist einfach nicht wahr.

Denn wer Bio-Gemüse kauft und trotzdem zweimal im Jahr in den Urlaub fliegt, lebt nicht unbedingt nachhaltiger als jemand, der das Fahrrad anstelle des Autos nimmt und häufiger mal aufs Fleisch verzichtet.

Jeder kann mit kleinen Dingen, durch Verhaltensweisen etwas beitragen, denn am Ende summieren sie sich.

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