Diebe nehmen BMW in Schwerte nachts auf der Straße auseinander

hzAuto zerlegt

Als Detlef Heerdt am Freitagmorgen mit dem Hund Gassi ging, traute er seinen Augen nicht. Vom BMW-Cabrio seiner Frau Maria war nur noch das Heck übrig. Die Kripo hat eine Theorie.

Schwerterheide

, 15.05.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das muss ein fester Auftrag gewesen sein. Maria Heerdt ist sich sicher, warum es ausgerechnet ihr Auto getroffen hat. In der Nacht sind sie gekommen, haben von dem schwarzen BMW-Cabrio nur ein trauriges Skelett übrig gelassen.

Kühler und Schürze sind professionell ausgebaut worden, die Schläuche fein säuberlich durchtrennt. Auf dem Boden liegen überall Schrauben, Klemmen und Muttern verstreut.

„Das waren Profis, so akkurat und systematisch haben sie alles ausgebaut und mitgenommen“, ist Maria Heerdt überzeugt. Noch schlimmer sieht es im Innenraum des 2er-BMWs aus: Viel haben sie nicht vom Cockpit übrig gelassen, das Lenkrad und die Airbags, die gesamte Mittelkonsole, das Display mit Navigationssystem, die Verkleidungen aus Hartkunststoff. Alles fehlt. Stattdessen klaffen überall offene Löcher, Kabel und Kunststoffrahmen.

Wagen ausnahmsweise nicht über Nacht in die Garage gefahren

„Ich habe die ganze Zeit nur geheult“, sagt die Schwerterin am Freitagvormittag, nur wenige Stunden nachdem sie ihren geliebten Wagen so vorgefunden hat. „Gestern sind wir spät nach Hause gekommen. Es war ein stressiger Tag und wir haben den Wagen nicht in die Garage gefahren, sondern so an der Straße stehen lassen.“ Und genau den Zeitpunkt haben die Täter genutzt.

Auch im Innenraum haben sie kaum etwas übrig gelassen. Besonders auffällig: Kabel wurden nicht achtlos durchtrennt, sondern Stück für Stück abgenommen.

Auch im Innenraum haben sie kaum etwas übrig gelassen. Besonders auffällig: Kabel wurden nicht achtlos durchtrennt, sondern Stück für Stück abgenommen. © Aileen Kierstein

Ehemann Detlef Heerdt hat die Schäden dann am Freitagmorgen entdeckt, „etwa gegen 7 Uhr, als ich mit dem Hund gehen wollte.“

Ein persönlicher Angriff gegen Maria Heerdt und ihren Mann? Nein, das konnte sie – und auch die Kriminalpolizei – sehr schnell ausschließen. „Sogar die Beamten von der Kripo haben so einen Fall noch nicht erlebt, wurde mir erzählt“, sagt sie.

Auch die Kommissare gehen von Bandenkriminalität aus. „Das ist auf Bestellung geschehen“, gibt Detlef Heerdt die ersten Erkenntnisse wieder. „Die Haube ist akkurat ausgebaut worden, ebenso die Scheinwerfer und die Schürze. Das sind Ersatzteile für einen Wagen mit Frontalschaden.“

Niemand hat die Täter kommen und gehen sehen

Schließlich hätten die Täter, wenn sie die Türen sowieso aufgebrochen hatten, auch das ganze Auto stehlen können. Doch das wäre wahrscheinlich zu auffällig gewesen. Was außerdem für die Theorie der Polizei spreche: Die Teile aus dem BMW von Maria Heerdt können in jedem 2er-BMW verbaut werden. „Alles, was mit dem Cabrio zu tun hat, ist unangetastet. Beispielsweise das Verdeck und die Mechanik.“

Was nicht gebraucht wird, wurde zurückgelassen. Überall liegen noch Schrauben und Muttern herum.

Was nicht gebraucht wird, wurde zurückgelassen. Überall liegen noch Schrauben und Muttern herum. © Aileen Kierstein

Leise müssen die Täter gewesen sein. Von den Nachbarn am Heidekamp hat niemand etwas gesehen oder gehört. Der einzige Anhaltspunkt für die Polizei: Fingerabdrücke und DNA. Die haben die Beamte direkt im und am Auto gesucht und zur Analyse weitergegeben.

Überhaupt: Den Wagen hat Maria Heerdt erst seit knapp einem Jahr. „Das war immer mein Traumauto, ich habe lange darauf gespart. Und jetzt stehe ich hier.“ Mit einem Kran musste der Wagen vom Heidekamp abgeschleppt werden. Wie es jetzt weitergehen soll, weiß sie nicht: „Ob man den überhaupt reparieren kann? Und wann würde ich das Auto wiederbekommen? Ich kann das wirklich nur mit Sarkasmus ertragen.“

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