Bombensuche in Dortmund: Marienkrankenhaus Schwerte bereitet sich auf den Ernstfall vor

hzMassen-Evakuierung

Große Teile der Dortmunder City werden am Sonntag wegen der Suche nach Weltkriegsbomben geräumt. Das beschäftigt auch Schwerte. Das Marienkrankenhaus und die Feuerwehr bereiten sich vor.

Schwerte

, 10.01.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Notbetten haben Städtischen Kliniken Dortmund bislang nicht angefragt. Doch das Marienkrankenhaus bereitet sich auf alle Eventualitäten vor, wenn am Sonntag die halbe Dortmunder Innenstadt wegen der Suche nach gefährlichen Weltkriegsbomben evakuiert wird - darunter die Städtischen Kliniken Mitte mit mehr als 1000 Betten und das St.-Johannes-Hospital mit fast 600 Betten.

Klinik stockt Bereitschaftsplan für Ärzte auf

„Da die Dortmunder während der Evakuierung keine Patienten behandeln können, werden wir an den betreffenden Tagen die Hintergrunddienste etwas verstärken“, sagt Detlev Schnitker, Pressesprecher des Marienkrankenhauses.

Die Dienstpläne wurden verändert, um vor allem mehr Ärzte in Bereitschaft zu halten: „Damit die Durchschleusung schneller geht, falls mehr Patienten nach Schwerte kommen als erwartet.“ Die Warteschlange soll nicht länger werden.

Auch ein Bettenkontingent wurde angeboten

Darüber hinaus hatte das Marienkrankenhaus den Dortmunder Kliniken signalisiert, bei Bedarf evakuierte Patienten aufzunehmen. Laut Detlev Schnitker wurde ein Kontingent sowohl in der Internistischen als auch in der Chirurgischen Abteilung angeboten.

Es sei aber noch kein Hinweis gekommen, dass Schwerte Patienten übernehmen solle.

Vier Verdachtsflächen für Zehn-Zentner-Bomben

Laut Internetseite der Stadt Dortmund soll die Evakuierung der Kliniken bereits am Samstag, 11. Januar, beginnen. Die anderen rund 13.000 Anwohner in den ausgewiesenen Sperrgebieten müssen erst am Sonntag, 12. Januar, bis 8 Uhr ihre Wohnungen verlassen. Ein Sicherheitsradius von 500 Metern wurde um jeden der vier Verdachtspunkte gezogen, die bei Auswertungen im Bereich des Klinikviertels ausgemacht worden waren.

Das entspreche etwa dem Gefährdungsbereich durch eine Zehn-Zentner-Bombe, heißt es. Ob sich im Erdreich tatsächlich scharfe Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg oder vielleicht auch nur andere Gegenstände befinden, müssen am Wochenende die Aufgrabungen durch den Kampfmittelräumdienst zeigen.

Feuerwehr bildet Einsatzleitung wie bei Großereignissen

Auf den Ernstfall vorbereitet hat sich auch die Feuerwehr im Kreis Unna. An der Leitstelle in Unna werde die Kreis-Einsatzleitung gebildet, die nur bei Großereignissen zusammentritt, erklärt der Leiter der Schwerter Feuerwehr, Wilhelm Müller.

Damit wird sichergestellt, dass man im Notfall rasch Einsatzkräfte entsenden und koordinieren könne: „Falls die Dortmunder Kollegen Hilfe brauchen, wären wir bereit.“ Für diese Einsatzleitung stellt die Wache an der Lohbachstraße jeweils einen Kollegen für die Vor- und Nachmittagsschicht ab.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt