Bürgerinitiative kämpft gegen Bebauung der „letzten grünen Oase“

hzPferdekämpers Wiese

Gegner des geplanten Nordwall-Karrees wollen offiziell gegen das Neubaugebiet vorgehen. Die Bürgerinitiative will andere Schwerter überzeugen. Und ist auch an die Politik herangetreten.

Schwerte

, 11.09.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Geplant sind 40 neue Wohnungen auf gut 5400 Quadratmetern mitten in der Innenstadt. Dafür soll Schwerte „eine ihrer letzten grünen Oasen opfern“. Und genau das darf nicht passieren, wenn es nach der neu gegründeten Bürgerinitiative geht.

Genauer gesagt, handelt es sich um den Erhalt der Pferdekämperschen Wiesen, früher mal der alte Stadtgraben am Rande des Nordwalls. Ein grünes, aber privates Areal zwischen Wittekindstraße, Nordwall und Ostenstraße. Dort soll das geplante Neubaugebiet „Nordwall-Karree“ entstehen.

Doch jetzt stellen sich Bürger und Anwohner offiziell gegen die Pläne. Der Schwerter Architekt Werner Remscheid, der sein Büro mitten in dem künftigen Neubaugebiet hat, hat eine Bürgerinitiative ins Leben gerufen. Das Ziel: Pferdekämpers Wiese bleibt eine Wiese.

Knapp 20 Bürger stellen sich offiziell gegen die Pläne der Stadt

„Statt Wohnbebauung und Versiegelung der letzten Flächen zuzulassen, wollen wir für den Klimaschutz und den Erhalt des Biotops aufstehen. Statt Autos und CO2, sollte diese Fläche aus stadträumlicher, stadthistorischer und stadtökologischer Sicht weiterhin als City-Grünfläche erhalten bleiben“, heißt es da.

Schon mehrmals habe man sich in den vergangenen sechs Monaten getroffen, um über die Handlungsspielräume zu sprechen. 15 bis 20 Mitglieder seien es immer gewesen, sagt Werner Remscheid. Sie alle fürchten, dass mit der Bebauung von Pferdekämpers Wiese eine der letzten richtigen Grünflächen in der Stadt versiegelt wird.

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„In der Vergangenheit haben wir auch immer wieder die Parteien und die Wahlbezirkskandidaten angeschrieben, um nach deren Meinung zu fragen.“ Doch nicht alle hätten geantwortet.

Für die Zukunft habe man außerdem eine Unterschriftenaktion in Planung. „Wir wollen außerdem Infozettel verteilen und haben auch schon über einen Stand auf dem Wochenmarkt nachgedacht“, so Remscheid weiter.

Bürgerinitiative: Bauen ist gut, aber es gibt bessere Alternativen

Und was soll stattdessen mit der Grünfläche geschehen? Auch dazu gibt es Vorschläge. „Man kann die Obstwiese, alle Bäume, die Stadtmauer und den alten Bungalow als Studienobjekt für Schüler freigeben. Nicht nur für die vom RTG, sondern für alle.“ Für Fächer wie Biologie und Ökologie sei das sinnvoll, er denkt an Insektenhotels, vielleicht sogar Bienenstöcke.

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Gegen Bebauung per se haben die Mitglieder der Bürgerinitiative aber nichts, unterstreichen sie in ihrem Aufruf: „Wir möchten noch einmal darauf hinweisen, das wir nicht gegen ‚neues Bauen‘ sind, aber dann doch bitte da und dort, wo es aus stadteigenen Perspektiven wünschenswert und im Sinne einer Aufwertung von im Moment brachliegenden Altbauflächen vernünftig wäre, diese Flächen erst einmal wieder ‚auf Vordermann‘ zu bringen.“

In Schwerte Mitte gäbe es bessere Alternativen, meinen die Bürger. Da wäre zum Beispiel Looks Wiese, das Grundstück zwischen Bahnhofstraße und Senningsweg, oder ein Grundstück der Nickel AG zwischen Fleitmannstraße und Holzener Weg.

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