Chefarzt Dr. Karl Blank starb 92-jährig: Er machte das Marienkrankenhaus Schwerte groß

hzMarienkrankenhaus Schwerte

27 Jahre Chefarzt der Chirurgie und ärztlicher Direktor: Dr. Karl Blank prägte eine Ära im Marienkrankenhaus Schwerte. Der Bandscheiben-Spezialist wurde sogar zur OP in den Iran gerufen.

Schwerte

, 25.11.2019, 14:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ohne sein medizinisches Fachwissen und sein Engagement gäbe es das Marienkrankenhaus Schwerte wohl nicht so, wie wir es heute kennen: Dr. Karl Blank, jahrzehntelang Chefarzt der Chirurgie und ärztlicher Direktor der Klinik, ist am 22. November im Alter von 92 Jahren gestorben.

Mitten im Neubau des Hauses hatte er im Jahre 1966 die Leitung der chirurgischen Abteilung übernommen. Damals war das Hospital noch stark geprägt durch die Arbeit der allgegenwärtigen Ordensschwestern der Franziskanerinnen aus Salzkotten.

Von 25 auf 128 Betten für die Chirurgie

Dr. Blank hatte anfangs nicht einmal Assistenten. Er musste sie selbst einstellen und sich auch um verwaltungstechnische Aufgaben kümmern. Doch sein eigentlichen Potenzial war die umfassende chirurgische Ausbildung, von der er später sagte, dass es sie „heute gar nicht mehr gibt“. Selbst die Urologie gehörte zu Beginn noch zu seinem Aufgabenbereich.

Chefarzt Dr. Karl Blank starb 92-jährig: Er machte das Marienkrankenhaus Schwerte groß

Chefarzt Dr. Karl Blank - hier in einer Aufnahme von 2017 - ist im Alter von 92 Jahren gestorben. © Manuela Schwerte (A)

Deutliche Zahlen belegen: Unter dem neuen Chefarzt erlebte das Marienkrankenhaus einen rasanten Aufschwung. Im letzten Jahr vor seiner Ära waren in der kleinen chirurgischen Abteilung durchschnittlich nur 25 Betten mit insgesamt 475 Patienten belegt, die im Schnitt 33 Tage bleiben mussten. Die Verweildauer verkürzte Dr. Blank sofort auf 23 Tage. Gleichzeitig wurde die Patientenzahl mit 1200 mehr als verdoppelt; ständig belegt waren 73 Betten. Und als der Mediziner im Oktober 1993 mit einem Festakt im Freischützsaal in den Ruhestand verabschiedet wurde, standen 128 Betten für die Behandlung von 3000 Kranken bereit.

Das Angebot in seiner Abteilung war mithilfe qualifizierter Kollegen ausgeweitet worden auf die Bereiche Gefäßchirurgie, Plastische und Mikrochirurgie sowie Orthopädie. Großen Wert legte der Chefarzt auf ständige Fortbildung, für die er selbst bis in die USA flog.

Spezialist für Bandscheiben-Operationen

Einen besonderen Ruf genoss Dr. Blank für seine Bandscheiben-Operationen, mit denen er im Laufe seines Wirkens mehreren Tausend Patienten die Schmerzen nahm. Scherzhaft wurde immer wieder darüber berichtet, dass er für diesen Eingriff sogar schon im November 1350 im Operationssaal stand. Das stimmte - nach damaliger persischer Zeitrechnung.

In Schwerte schrieb man den Januar 1972, als der Chefarzt in das noch vom Schah regierte Land gerufen wurde, das heute Iran heißt. Im Rotkreuz-Krankenhaus der Stadt Ghazvin behandelte er eine Patientin aus einer Teheraner Arztfamilie. Der Kontakt war über den Leiter der 70-Betten-Klinik zustandegekommen, mit dem sich Dr. Blank in seiner Zeit in Ludwigshafen angefreundet hatte.

Beerdigung Das Seelenamt für Dr. Karl Blank wird am Freitag, 29. November, um 9 Uhr in der Marienkirche, Goethestraße, gefeiert. Im Anschluss findet um 10 Uhr die Trauerfeier zur Beisetzung in der Kapelle des Katholischen Friedhofs an der Friedhofstraße statt.
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