Corona an der Gesamtschule Gänsewinkel: Wie geht es jetzt weiter?

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Zwei Schüler Corona-positiv, 220 Menschen deshalb in Quarantäne – so ist es an der Gesamtschule Gänsewinkel in Schwerte. Aber wie lange gilt das und warum? Dafür gibt es klare Vorgaben.

Schwerte

, 30.09.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Drei neue Corona-Fälle insgesamt für die Stadt Schwerte – diese Zahl veröffentlichte der Kreis Unna am späten Dienstagnachmittag. Das macht seit Freitag einen Anstieg um fünf.

Entscheidender als „wie viele“ ist aber das „wo“. Denn zwei der neuen Covid-19-Infizierten sind Schüler an der Gesamtschule am Gänsewinkel. Das hat immense Auswirkungen für den Alltag dort.

? Wie sind die Auswirkungen für Schüler und Lehrer?

Vom Kreis Unna heißt es offiziell: „Rund 220 Personen sind als Kontaktpersonen ermittelt worden. Sie müssen sich alle in Quarantäne begeben und werden getestet.“ Wie viele Schüler und wie viele Lehrer ganz konkret betroffen sind, dazu gab es am Dienstag weder von der Schule noch von Kreis oder Stadt konkrete Zahlen, sondern lediglich grobe Einordnungen.

? Und wie sehen die aus?

Die beiden Schüler gehen demnach in die Klassen 7 und 10. Im ersten Fall reicht es nach Einschätzung der Verantwortlichen des Gesundheitsamts, dass die eine siebte Klasse in Quarantäne muss. In der zehnten Klasse ist das Kurssystem aber so, dass prophylaktisch die gesamte Stufe 14 Tage lang zuhause bleiben muss.

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? Und die Lehrer?

Kreis-Sprecher Max Rolke erklärte nur, die überwiegende Mehrheit der 220 Menschen in Quarantäne seien Schüler. Lediglich „eine kleinere zweistellige Zahl“ seien Erwachsene. Ob aber nun Lehrer oder andere Menschen, die sich angesteckt haben könnten, vermochte er am Dienstag nicht zu sagen.

? Wer wird nun getestet?

Alle, die in Quarantäne sind. Das solle „so zentral wie möglich“ geschehen, erklärte Rolke. Es sei wahrscheinlich, dass das ähnlich ablaufen werde wie an anderen Schulen, an denen es Corona-Fälle gegeben habe – etwa vor einigen Wochen am Friedrich-Bährens-Gymnasium ebenfalls in Schwerte. Da hatten Mitarbeiter des Gesundheitsamtes einen Tisch neben der Aula aufgebaut. Schüler kamen durch einen separaten Eingang, sodass sie den Mädchen und Jungen nicht begegneten, die nicht in Quarantäne waren.

? Müssen also alle 220 zum Massentest?

Das vermutlich auch nicht. Einzelne Erwachsene und Jugendliche würden sicherlich auch in den Hausarzt-Praxen ihre Tests absolvieren. Da die Absprachen aber noch liefen, könne man das nicht konkreter sagen, so Rolke am späten Dienstagnachmittag.
? Und wann wird getestet?
Dazu gab es im Laufe des Dienstagnachmittags und -abends unterschiedliche Angaben. Vom Kreis hieß es zunächst: „Erste Tests haben bereits heute begonnen.“ Am Abend erklärte Schwertes Bürgermeister Dimitrios Axourgos dann – erst in der offiziellen Stellungnahme der Stadt, später auf Nachfrage auch auf Facebook: Am Mittwoch gehe es los, aber am Donnerstag werde der Großteil der notwendigen Tests durchgeführt. Bis dahin hätten der Kreis Unna und die Stadt Schwerte die notwendigen logistischen Grundlagen hergestellt, hieß es.

? Bei negativem Test dürfen aber alle wieder in die Schule?

Nein, eben nicht. Denn auch bei einem negativen Test kann jemand Corona-positiv sein, heißt es vom Kreis Unna.

? Warum wird dann überhaupt getestet und es werden nicht einfach alle für zwei Wochen nach Hause geschickt?

Weil es um die Fragen geht: Wo endet die Infektionskette? Wo geht sie eventuell weiter? Haben Lehrer oder andere Schüler ebenfalls das Virus? In dem Fall müssten wiederum ihre Kontaktpersonen in Quarantäne, eventuell auch getestet werden.

? In welchem Fall genau? Wie wird das unterschieden?

Man unterscheidet nach Kontaktpersonen Kategorie 1 und solchen Kategorie 2. Kategorie 1 bedeutet: Es gab entweder ein 15-Minuten „Face to Face“-Kontakt, etwa bei engen Arbeitskollegen oder innerhalb eines Haushalts. Oder man ist angehustet oder angeniest worden oder hat sich geküsst. Oder man ist längere Zeit in einem Raum denselben Aerosolen ausgesetzt, wie in Schulklassen oder Kitagruppen, beim Singen oder Sport in Innenräumen.

? Wie wahrscheinlich ist es, dass es viele weitere Fälle gibt?Eher unwahrscheinlich. An den meisten Schulen gab es zuletzt nur negative Coronatests. So war es auch am FBG. Die Tests und Quarantäne-Maßnahmen sind aber notwendig, damit der restliche Schulbetrieb aufrecht erhalten werden kann.

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