Corona an Gesamtschule: Massentest schon durch – Schulleiter in Quarantäne

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200 von 950 Schülern in Corona-Quarantäne, 16 von 80 Lehrern auch. Am Mittwoch gab es den Covid-19-Massentest an der Gesamtschule Gänsewinkel. Auch betroffen: Schulleiter Jürgen Priggemeier.

Schwerte

, 30.09.2020, 17:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Chef muss zuhause bleiben. Genau wie 16 andere Lehrer, mehrere Integrationskräfte, rund 200 Schüler aus den Klassen 7 und 10.

Seit Dienstag ist es deutlich leerer an der städtischen Gesamtschule am Gänsewinkel in Schwerte. Fast jeder fünfte Lehrer ist in Corona-Quarantäne, ebenso fast jeder fünfte Schüler.

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Betroffen ist eben auch der Chef: Schulleiter Jürgen Priggemeier. Er hatte zuletzt eine Hospitation in einer der betroffenen Klassen. Bedeutet: Er stand mit im Klassenraum und schaute sich den Unterricht an – mit dem Ziel, dem Lehrer Rückmeldung zu geben.

In der Klasse war allerdings auch einer von zwei Schülern, die später einen positiven Corona-Test hatten. Somit gilt für Priggemeier dasselbe wie für alle, die mit einem der Schüler zusammen in einem Klassenraum waren: 14 Tage Quarantäne und auf Covid-19 testen lassen.

Massentest begann um kurz vor 11 Uhr: erst Schüler, dann Lehrer

Der Massentest begann am Mittwoch um kurz vor 11 Uhr. Da kamen die ersten Schüler über den Schulhof in die Turnhalle, wo der Hausmeister Tische und Stühle aufgebaut hatte für das Team, das das Gesundheitsamt des Kreises Unna nach Schwerte geschickt hatte.

Wichtig dabei: Die Schüler und Lehrer, die in Quarantäne sind, sollten den übrigen Menschen in der Gesamtschule nicht begegnen. Die Termine zogen sich dementsprechend über mehrere Stunden. Erst kamen die Schüler, dran, dann die Lehrer. Priggemeiers Termin: 14.15 Uhr. Danach wurde abgebaut.

„Hoffentlich bekommen wir die Ergebnisse noch in dieser Woche“, wünschte sich der Schulleiter. Und natürlich auch, dass möglichst viele Corona-Tests negativ seien, im Ideallfall sogar alle.

Wie 200 Schüler und 16 andere Lehrer musste auch Schulleiter Jürgen Priggemeier einen Weg zur Turnhalle nehmen, ohne die restliche Gesamtschule zu betreten.

Wie 200 Schüler und 16 andere Lehrer musste auch Schulleiter Jürgen Priggemeier einen Weg zur Turnhalle nehmen, ohne die restliche Gesamtschule zu betreten. © Heiko Mühlbauer

14 Tage Quarantäne: Ab sofort wieder digitales Lernen zuhause

Am Schulalltag bis zu den Herbstferien würde das dennoch nichts ändern. 14 Tage Quarantäne gelten unabhängig vom Ergebnis des Test. „Das ist eine doppelte Sicherung“, erläutert Priggemeier. Denn selbst ein negativer Test liefere ja keine 100-prozentige Sicherheit, dass der Getestete keine Covid-19-Viren im Körper habe.

„Jetzt muss alles ganz schnell organisiert werden“, erklärt Priggemeier. Nicht nur für die sechs Klassen aus den Jahrgängen 7 und 10, für die es nach dem Ausnahme-Mittwoch ab Donnerstag zurückgeht zum Homeschooling, zum digitalen Unterricht von zuhause aus.

Auch in der Schule selbst musste ein extremer Vertretungsplan her: 16 Lehrer von heute auf morgen weg, das ist mehr als sonst in der schlimmsten Erkältungs- und Grippe-Zeit.

„Wir sind in der Corona-Zeit nicht untätig gewesen“

Immerhin – und das sieht Jürgen Priggemeier als eine der wenigen positiven Aspekte der Corona-bedingten Schließung im Frühjahr 2020: „Wir können da anknüpfen. Wir sind ja in der Zeit seitdem auch nicht untätig gewesen und haben viel investiert.“

Ganz im Gegenteil: Mittlerweile sei Lehrern wie Schülern klar, wie das Lernen auf Distanz funktioniere. Über Microsoft Teams stehe man ja eh in Kontakt. Er selbst habe schon in den ersten Stunden seit Bekanntwerden der Coronafälle mehrere Nachrichten erhalten, so Priggemeier.

Über Teams sind nicht nur schriftliche Unterhaltungen und Videokonferenzen möglich. Lehrer können auch Aufgaben einstellen. Schüler können sie ausdrucken, ihre Lösungen per Smartphone abfotografieren und direkt wieder hochladen. Die Lehrer wiederum können problemlos Rückmeldungen geben.

Diese Struktur sei allen klar. Deshalb sei das Umschalten ins digitale Lernen für die Schüler so gut wie kein Problem, findet Priggemeier.

Betroffen sind nun eine siebte Klasse sowie der komplette zehnte Jahrgang. Erfreulich, so Priggemeier am späten Nachmittag: Man habe alle betroffenen Schüler und Lehrer erreicht. Alle seien gekommen. Niemand müsse also nachgetestet werden.

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