Corona-Bilanz für Schwerte: Sechs Monate mit extremen Ausschlägen

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In Schwerte war Corona bisher extremer als in Nachbarstädten, zumindest was die Zahlen angeht. Die Bilanz sechs Monate nach Fall Nummer eins: alarmierende Anstiege, dann wieder extreme Ruhe.

Schwerte

, 10.09.2020, 15:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Zahlen schlagen schnell um. War die Kurve vor einem Monat noch gefährlich nach oben geschossen, in die Nähe des roten Bereiches sogar, ist es Anfang September genau umgekehrt.

Ein Wert von Null bei den Corona-Neuinfektionen, sogar über mehrere Tage? Das hatte es zuletzt Anfang Juni gegeben, nach dem Abebben der ersten Welle, das für Schwerte sogar noch deutlicher ausgefallen war als für ganz Deutschland, ganz NRW oder den ganzen Kreis Unna.

Ausschläge sind in Schwerte immer heftiger

Ohnehin: In Schwerte sind die Ausschläge immer noch etwas extremer als im Landes- oder Kreis-Durchschnitt. Das lässt sich sagen nach dem Langzeitvergleich, nach dem ersten halben Jahr Corona in Schwerte.

Am 11. März 2020 gab es Fall Nummer eins in der Stadt. In nicht einmal einem Monat, bis zum 7. April, stieg die Zahl auf 72 Fälle. Bis heute ist das der absolute Maximalwert geblieben. Und wie extrem das Infektionsgeschehen seinerzeit war, verdeutlicht der zweite statistische Wert: der der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage, umgerechnet auf 100.000 Menschen.

Drei Ausschläge und klare Infektionsketten

Der ist zwar nur für ganze Kreise und kreisfreie Städte ausschlaggebend, drohen doch ab einem Wert von 50 scharfe Maßnahmen so wie im Fall Tönnies für Gütersloh und Warendorf. Allerdings spiegelt der Schwerter Wert die Dynamik der Infektionen wider.

Auf knapp 67 brachte es Schwerte Anfang April und hatte also Glück, dass es anderswo im Kreis Unna weniger heftig war, was den Wert für den Kreis Unna unter 50 hielt.

Als die Geschäfte und Schulen geschlossen waren, nachdem Besuche in Krankenhäusern und Pflegeheimen untersagt waren, als also das gesellschaftliche Leben in Richtung Nullpunkt ging, taten das auch die Schwerter Corona-Zahlen. Von Anfang Mai bis Anfang Juni blieb der Neuinfektionswert fast durchgehend bei Nullkommanull.

In der Firma oder bei einer Familienfeier infiziert

Dann folgten drei Ausschläge. Und auch wenn die Daten der Infizierten nicht veröffentlicht werden von Kreis und Stadt – eine zeitliche Zuordnung ist möglich. Mitte Juni gab es etwa ein Dutzend Corona-Fälle bei Hoesch Schwerter Extruded Profiles sowie an einer Grundschule. Ende Juli und Anfang August folgten Corona-Häufungen nach Familienfeiern.

Drei Mal schoss die Neuinfektions-Kurve auf fast 37 hinauf, um dann wieder genauso schnell wieder einzubrechen. Was sich wiederum damit deckt, was Sprecher Max Rolke für den gesamten Kreis Unna sagen kann: „Wir konnten die Infektionsketten zuletzt schnell ausfindig machen und auch unterbrechen.“

Kreis: „Die meisten Bürger sind offen und ehrlich“

Einzelne Reiserückkehrer, die das Covid-19-Virus im Körper trugen, seien in die Statistik eingeflossen. Zuletzt seien es aber nur noch vier gewesen – und das eben kreisweit. „Es ist sehr erfreulich. Es sind sehr niedrige Werte“, freut sich Rolke.

Dass die Kurven so schnell wieder abflachen, könne das Gesundheitsamt natürlich nicht alleine erreichen. Dazu sei die Mitarbeit der Infizierten und der Verdachtsfälle notwendig. Immer wieder aufs Neue.

„Die meisten sind aber offen und ehrlich und kooperieren und nennen uns mögliche Kontaktpersonen der vergangenen Tage“, unterstreicht Rolke: „Dadurch erleichtern sie uns die Arbeit enorm. Denn so kann man alle in Ruhe testen und in Quarantäne schicken.“

Letzter Todesfall, der Corona zugeordnet wird, am 4. Mai

Was an den Grafiken für das erste Halbjahr Corona in Schwerte aber auch deutlich wird: Die Zahl der aktiven Fälle sinkt nicht mehr auf das Minimum. Drei Covid-19-Infizierte gab es ab 3. Juni, nur zwei von 8. bis 11. Juli. Seit 24. Juli aber ist diese Zahl durchgehend zweistellig.

Den letzten Todesfall indes gab es in Schwerte am 4. Mai. Das war Nummer fünf.

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