Corona in Schwerte: Erster Corona-Toter im Kreis Unna – Mittlerweile 39 Fälle in Schwerte

Chronologie und Zusammenfassung

Wann passierte was? Wann gab es den ersten Corona-Fall in Schwerte? Wann bereitete man sich wie vor? Wann wurde öffentliches Leben eingeschränkt? Die Chronologie von Ende Januar bis heute.

Schwerte

, 26.03.2020, 13:47 Uhr / Lesedauer: 10 min
Neue Wege gehen und sich nicht direkt treffen – das gilt auch im Marienkrankenhaus in Schwerte.

Neue Wege gehen und sich nicht direkt treffen – das gilt auch im Marienkrankenhaus in Schwerte. © Reinhard Schmitz

Das Wichtigste in Kürze:

  • Es gibt mittlerweile 39 nachgewiesene Corona-Infektionen (Stand Samstag, 28. März, 12.00 Uhr), also 4 Fälle mehr als Freitag. Das bedeutet weiterhin mehr als in jeder anderen Stadt im Kreis Unna.
  • Federführend für den Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Virus hier: das Gesundheitsamt des Kreises Unna, das online aktuelle Infos anbietet.
  • In Schwerte, im Kreis Unna, im ganzen Land sind Veranstaltungen und Zusammenkünfte von mehr als zwei Menschen bis auf weiteres abgesagt und verboten. Das gilt auch für Gottesdienste und andere religiöse Zusammenkünfte. In Schwerte gilt das Veranstaltungs-Verbot bis 1. Mai, im ganzen Land das Zusammenkunfts-Verbot bis 20. April.
  • Der Schulbetrieb ist auch in Schwerte von Montag, 16. März, bis mindestens 19. April ausgesetzt. Auch die Kitas sind seit 16. März dicht. Seitdem gibt es Notbetreuung maximal für Kinder von Ärzten, Krankenschwestern, Polizisten, Feuerwehrleuten oder anderen Erwachsenen, die zwingend gebraucht werden zur Aufrechterhaltung der Ordnung im Land.
  • Coronavirus-Hotlines: NRW-Gesundheitsministerium 0211/91191001, Bundesgesundheitsministerium: 030/346465100 und 0800/0117722, Kreis Unna 0800/1020205 (Mo bis Fr, 10 bis 14 Uhr).

Corona in Schwerte – die Chronologie

Was passierte wann in welchem Bereich des Lebens in Schwerte? Hier die Chronologie zum Thema Corona.

27. März, Erster Corona-Toter aus dem Kreis Unna: Ein Fröndenberger (Jahrgang 1935), der am Mittwoch gestorben ist, hatte das Corona-Virus im Körper. Das erklärte der Kreis Unna am Freitag. Der Mann hatte einige Vorerkrankungen und gehörte zur Risikogruppe. Mitte März sei er in eine Fröndenberger Pflegeeinrichtung gekommen, am vergangenen Sonntag nach einem häuslichen Unfall dann in ein Mendener Krankenhaus, wo er am Mittwoch starb. Der Laborbefund kam am Freitag. „Die Gesundheitsbehörde des Kreises hat inzwischen in enger Abstimmung mit den betroffenen Einrichtungen alle notwendigen Schutzmaßnahmen getroffen bzw. eingeleitet“, heißt es vom Kreis: „Dazu gehören insbesondere die Ermittlung und Isolierung möglicher Kontaktpersonen und andere Schutz- und Hygienemaßnahmen.“

27. März, Theater Hagen hilft dem Marienkrankenhaus: Schutzmasken müssen her, auch im Marienkrankenhaus in Schwerte. Jetzt hat das Theater Hagen geholfen und 500 selbst angefertigte Masken gespendet.

26. März, Zahl der Fälle steigt von 31 auf 35: Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen steigt immer weiter an. Am Donnerstag, 15 Uhr, meldete der Kreis Unna für Schwerte vier neue Fälle. So dass es in Schwerte bereits 35 Fälle gibt. Allerdings handele es sich bei nahezu allen, um Menschen, die sich in ihrem direkten meist familiären Umfeld angesteckt hätten, so Kreissprecherin Constanze Rauert. Die meisten Infizierten im Kreis Unna, insgesamt sind es jetzt 162, befinden sich in häuslicher Quarantäne. Die Zahl der Infizierten, die im Krankenhaus, also stationär, betreut werden, liegt am Donnerstag bei 25 Personen.

26. März, Keine Gebühren für Kita und Offenen Ganztag: Zumindest für den April erhebt die Stadt keine Gebühren für den Kita, die Tagespflege und die Betreuung an der Offenen Ganztagsschule (OGS). Das soll Eltern finanziell entlasten.

26. März, Schwerter Tafel muss schließen: Weil die Helfer aus dem Jobcenter wegfallen, kann die Schwerter Tafel ihren Betrieb nicht weiter aufrecht erhalten. Man hofft allerdings auf eine andere Lösung mit Freiwilligen – und dass man in der nächsten Woche doch wieder öffnen kann.

26. März, 12 Corona-Tests pro Tag in Schwerte: Nur zwei Stunden am Tag ist die Teststelle in der Notfallpraxis am Marienkrankenhaus (Goethestraße) offen. Doch es gibt genug zu tun. Am Mittwoch beispielsweise machte man 12 Tests. Und man erklärt, was Menschen machen müssen, bevor sie getestet werden.

26. März, Arztpraxis muss wegen Corona schließen: Gerade jetzt, wo es so viel zu tun gibt für die Ärzte, gibt es in Schwerte eine Praxis weniger. Dort gab es einen Corona-Fall, der zunächst nicht als solcher erkannt wurde. Deshalb darf man gerade nicht öffnen.

26. März, Supermärkte schließen jetzt früher: Einige Supermärkte in Schwerte reagieren mit kürzeren Öffnungszeiten auf die Corona-Krise. Es gibt gute Argumente für einen früheren Schließtermin, allerdings auch gute dagegen.

25. März, erste Covid-19-Fälle im Marienkrankenhaus: Ganz andere Arbeitsabläufe, ganz neue Sicherheitsvorkehrungen – im Marienkrankenhaus Schwerte sind die Auswirkungen des Corona-Virus bereits Alltag. Auch die ersten an Covid-19 erkrankten Patienten werden bereits behandelt. Und man erwartet weitere.

25. März, Zeitraffer-Video von der leeren Innenstadt: Kaum Menschen in der Schwerter City, die meisten Läden sind geschlossen. Wir haben ein Zeitraffer-Video aufgenommen, das diesen Zustand festhält.

25. März, Alternativen zum Toilettenpapier sind keine: Kein Toilettenpapier da, also nimmt man Taschentücher, Küchenrollen oder Ähnliches? Keine gute Idee, wie die Fachleute von der Wasseraufbereitung wissen.

25. März, sieben neue Fälle und die Notfallpraxis schließt. Die Hausärztliche Notfallpraxis im Pfarrer Stelzner Haus bleibt vorerst geschlossen. In die Räume ist die Teststelle für Corona-Infektionen eingezogen. Außerdem meldet der Kreis sieben neue Infektionen. In Schwerte sind damit 31 Fälle nachgewiesen im gesamten Kreis Unna sind es jetzt 146.

25. März, Bioladen in der Innenstadt will trotzdem öffnen: Wird der Bioladen in der Schwerter Innenstadt wegen Corona später eröffnen? Die Chefin sagt: Nein, der Zeitplan steht weiterhin.

25. März, Musiker finden kreative Wege: Keine Konzerte wegen Corona? Kein gemeinsames Singen mehr? Einige Musiker aus Schwerte finden kreative Wege, weiterhin ein Publikum zu finden.

25. März, wirtschaftliche Auswirkungen: Was macht Corona mit der Wirtschaft im Kreis Unna. Eine erste Schätzung: Tausenden droht Hartz IV.

24. März, Beerdigungen sind auch komplizierter:
Eine normale Beerdigung wie noch vor einigen Wochen ist nicht mehr möglich. Zu streng sind die Auflagen, dass Menschen nicht aufeinandertreffen dürfen. „Man muss einfallsreich sein“, sagen die Fachleute und Trauernden.

24. März, Zahl der Neuinfizierten leicht erhöht. Es gib drei nachgewiesene neue Infektionen mit Corona in Schwerte. Das teilte das Gesundheitsamt mit. Die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten steigt kreisweit weiter. Dem Gesundheitsamt sind 16 neue Fälle gemeldet worden. Weiter mehr als ausgelastet sei das Infotelefon, so der Kreis. Hier werden inzwischen nicht nur Fragen rund um das Virus gestellt und beantwortet. Die Mitarbeiter erhalten zunehmend auch Fragen zu Finanzen, Familie, Arbeitsplatz oder Wohnen und verweisen hier auf die anderen, jeweils zuständigen Stellen. Ein Liste mit häufig gestellten Fragen findet man auf der Homepage des Kreises. Die werde auch ständig ergänzt.

24. März, Sanitätshaus eröffnet in der Innenstadt: Fast alle Läden schließen, aber das Sanitätshaus Tingelhoff öffnet wie geplant. Sanitätshäuser gehören zu den wenigen Geschäften, die noch die Grundversorgung gewährleisten dürfen. Dennoch gibt es bei Tingelhoff an der Bahnhofstraße – im ehemaligen Brand-Vital-Laden – einige Anti-Ansteckungs-Maßnahmen.

24. März, Schwerter (82) erlebte Quarantäne im Urlaub: „Man fühlte sich wie in einem Käfig“, sagt ein 82-Jähriger aus Schwerte. Im Ägypten-Urlaub durfte er Zimmer und Hotel nicht verlassen. Auf der Rückreise im Flugzeug saßen dann aber alle nebeneinander.

23. März, Bürgermeister mit Tag 1 zufrieden: Der erste Tage der verschärften Corona-Verordnung lief in Schwerte zufriedenstellend ab. Im Video-Interview zog Bürgermeister Dimitrios Axourgos ein positives Fazit, Die meisten Schwerter hielten sich an die Gebote. Neue Fälle gab es auch nicht. Freitag wurden zuletzt vom Kreis neue bestätigte Infektionen gemeldet.

22. März, Treffen von mehr als zwei Menschen verboten:
Private Treffen von mehr als zwei Menschen, die nicht zusammen wohnen, nicht direkt verwandt sind oder sich betreuen müssen, sind verboten. Das gilt ab Montag, 23. März, in ganz NRW. Auf Facebook erklärt Schwertes Bürgermeister Dimitrios Axourgos: „Es drohen hohe Geld- und Freiheitsstrafen. Die Verwaltung wird sich mit der Verordnung eingehend beschäftigen und die Umsetzung kontrollieren.“ Das Land NRW erklärt, die Strafe solle mindestens 200 Euro betragen.

22. März, kein weiterer neuer Fall: Es bleibt bei 21 Corona-Fällen in Schwerte. Das geht aus den Zahlen hervor, die der Kreis Unna am Sonntag veröffentlichte. Während es in Lünen, Selm, Fröndenberg und Kamen neue Meldungen gibt und während die Zahl somit kreisweit von 93 auf 98 steigt, sind die Zahlen für die anderen Städte stabil. Allerdings heißt es von Experten: Das könne auch an weniger Tests und Übermittlungen am Wochenende liegen.

22. März, mehrere Appelle der Stadt Schwerte: „Ganz sicher kein Grund zur Entwarnung“ – so kommentiert Schwertes Bürgermeister Dimitrios Axourgos die gleichgebliebene Zahl von 21 Corona-Fällen in Schwerte. Auf Facebook schreibt er: „Die Devise für alle lautet weiterhin: Kontakte vermeiden, Abstand halten, Hygiene beachten, Vernunft walten lassen, solidarisch sein! Heute entscheidet sich auf Bundesebene, ob es eine allgemeine Ausgangssperre oder andere Maßnahmen geben wird, die wir vor Ort umsetzen.“ Derweil heißt es aus dem Jugendamt: „Eltern, deren Kinder zurzeit keinen Anspruch auf eine Betreuung in den Notgruppen einer städtischen Kindertageseinrichtung haben, sollen weder am Arbeitsplatz noch im privaten Bereich Kinderbetreuungsgruppen bilden.“

22. März, Tierheim Schwerte: Hunde und Katzen können sich weder anstecken mit Corvid-19 noch können sie das Virus übertragen. Dennoch: Auch im Tierheim Schwerte ist in der Corona-Krise alles anders. Die Öffnungszeiten sind quasi ausgesetzt. Wer ein Anliegen hat, soll nicht einfach hinfahren, sondern vorher anrufen und sich ankündigen, unter (02304) 61249 oder info@tierheim-schwerte.de. Die Sorge: Wenn sich Mitarbeiter anstecken würden, wer soll dann weiter die Tiere versorgen? Der Pensionsbetrieb ist derweil eingestellt.

22. März, Marienkrankenhaus sucht Helfer: Die Zahl der Patienten mit Covid 19-Infektionen steigt kontinuierlich an. Keiner weiß genau, wie sich die Situation entwickelt. Deshalb bereitet man sich im Schwerter Marienkrankenhaus auf viele Eventualitäten vor. Unter anderem sucht man Helfer mit medizinisch-pflegerischem Hintergrund, die in Notfällen einspringen könnten. Melden kann man sich per E-Mail.

21. März, Zahl der Fälle erneut gestiegen: 21 Fälle gebe es in Schwerte jetzt, 2 mehr als einen Tag zuvor. Das geht aus den aktuellen Zahlen hervor, die der Kreis Unna am Samstagnachmittag veröffentlichte. In keiner anderen Stadt im Kreis gibt es mehr Fälle. Insgesamt stieg die Zahl der Corona-Erkrankten von 83 auf 93. DIe Werte der anderen Städte: Bergkamen 13, Bönen 1, Fröndenberg 3, Holzwickede 4, Kamen 2, Lünen 11, Schwerte 21, Selm 18, Unna 13, Werne 7.

21. März, Kitas und OGS: Alle Kräfte, die unverzichtbar sind, werden gebraucht. Deshalb ist es wichtig, dass es eine Betreuung für ihre Kinder gibt. Und deshalb wiederum gibt es einige Änderungen in ganz NRW, die Schwerte auch direkt umsetzt: Ab sofort reicht es, wenn ein Elternteil als Ärztin, Kranken- oder Alternpfleger, als Polizistin, als Feuerwehrmann arbeitet oder anderweitig als „Schlüsselperson gilt, die in der kritischen Infrastruktur tätig ist“. Zudem gilt ab 28./29. März und auch durch die Osterferien: Die Not-Betreuung für alle Mädchen und Jungen bis einschließich Klasse 6 läuft durch.

21. März, Restaurants: Nur noch bis 15 Uhr dürften sie öffnen. Deshalb setzen Gastronomen auf andere Wege. Viele von ihnen setzen mehr Lieferdienste ein als vorher. Bei einigen können Kunden sich das Essen nun abholen.

20. März, Kirchen:
Die Glocken läuten ab sofort jeden Abend, von 19.30 Uhr an und für fünf Minuten. Das gilt für die evangelische St.-Viktor-Kirche ebenso wie für die katholische St.-Marien-Kirche. Die Aktion soll zunächst bis zum Gründonnerstag laufen, also bis kurz vor Ostern. Wenn schon das derzeitige Gottesdienst-Verbot das gemeinsame Beten in den Kirchen verbietet, so sollen die Glocken zum Gebet in der häuslichen Umgebung aufrufen, um an die von dem Coronavirus betroffenen Menschen zu denken.

20. März, Frisör-Laden bleibt offen: Wie kann man öffnen und gleichzeitig den Kunden die Angst vor einer Ansteckung nehmen? In Wandhofen ließ ein Frisör Trennwände vom Schreiner bauen.

20. März, Einzelhandel: Wie lange können die Läden überleben, die nun schließen müssen? Joachim Kockelke, der seinem Laden „Kettler Geschenke + Schmuck“ in der Innenstadt sonst maximal zwei Tage über Weihnachten fernbleibt, macht sich sehr große Sorgen. Lange Schließungszeiten wären „wirtschaftlicher Genickbruch“ für viele kleinere Läden, vermutet er.

20. März, zentrale Teststelle in Schwerte: Von 13 auf 19 ist die Zahl der Corona-Infizierten innerhalb eines Tages gestiegen. Schwerte ist derzeit die am meisten betroffene Kommune im Kreis Unna. Ab Montag gibt es dann auch in der Hausärztlichen Notfallpraxis am Marienkrankenhaus, Goethestraße 19, (Eingang direkt gegenüber vom Parkdeck). Bitte vorher einen Termin vereinbaren unter 02303 27 52 53.

19. März, Appell aus dem Marienkrankenhaus: Ulrich Franken, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin im Marienkrankenhaus, appelliert an die Schwerter: „Zunächst gilt es, Ruhe zu bewahren. 81 Prozent der Coronavirus-Infektionen verlaufen harmlos.“ Er hat weitere Tipps und Hinweise auf wichtige Telefonnummern.

19. März, sechs neue Infektionen: Es gibt 10 weitere Fälle im Kreis Unna. Damit hat das Gesundheitsamt des Kreises Unna insgesamt 61 Fälle registriert. Die neu Infizierten kommen aus Holzwickede (1), Schwerte (6), Selm (2) und Werne (1).

Die Infektionsketten seien noch nachvollziehbar. Die neu Infizierten sind größtenteils Urlaubsrückkehrer und Kontaktpersonen von bereits Infizierten. „Das heißt, es gibt im Kreis Unna noch keine unkontrollierte Ausbreitung des Coronavirus in der Bevölkerung“, so die Pressestelle des Kreises.

19. März, Supermärkte: Was tun gegen die Hamsterkäufe? Die Verantwortlichen für die Supermärkte in Schwerte unterstreichen: Manches müsse man nun rationieren. Und man müsse verstärkt auf Abstand und Hygiene achten.

19. März, Sparda-Bank: Die Schwerter Filiale der Sparda-Bank ist bis auf weiteres geschlossen. Damit will man die Ausbreitung des Coronavirus verhindern. Alle Kunden können die Bank natürlich weiterhin erreichen – und zwar rund um die Uhr per Telefon unter 0211 23 93 23 93.

19. März, Tanzschule Thiele: Kreativ gegen die Krise. Die Tanzschule Thiele etwa bietet den Tanzunterricht jetzt auch per Video an. Auf dass sich niemand anstecke und für unternehmerische Sicherheit.

18. März, gesamtes Stadtgebiet: Keine Tische und Stühle mehr draußen vor Cafés, Kneipen und Restaurants – das gilt ab Donnerstag, 19. März, 12 Uhr. Das stellte Schwertes Bürgermeister Dimitrios Axourgos am Abend in einer direkten Botschaft an die Schwerter klar. „Aufgrund der Rückmeldungen meiner Mitarbeiter des Ordnungsamtes nach den heutigen Kontrollen sehe ich mich gezwungen, die von mir erlassene Verfügung weiter zu verschärfen“, so Axourgos: „Feilschen um jeden Zentimeter, Diskussionen grundsätzlicher Art, kein Verständnis für Abstandsregeln bei einigen Bürger*innen, nach Schließung der Betriebe noch private Nutzungen der Bestuhlung: dies möchte ich meinen Mitarbeiter*innen nicht täglich zumuten. Dies ist auch kein Verhalten, dass durch die Erlasse der Regierung gewünscht war. Und dies führt nicht dazu, dass wir der Lage Herr werden. Im Gegenteil. Eine allgemeine Ausgangssperre wird durch solch ein Verhalten leider wahrscheinlicher!“

18. März, Gesundheitsamt Kreis Unna: Nicht mehr 3 Corona-Fälle in Schwerte, sondern jetzt 7. Wie im ganzen Land, wie im ganzen Kreis hat sich die Zahl an nur einem Tag mehr als verdoppelt. Hinzu kommen 23 begründete Verdachtsfälle mit noch ausstehenden Testergebnissen in den Krankenhäusern – und über 1000 Kontaktpersonen, die kreisweit unter Quarantäne stehen. Dramatische Zahlen, die wohl nach wie vor nur die Spitze des Eisbergs sind. „In den nächsten Tagen werden wir den Ernst der Lage deutlich erkennen“, warnte Landrat Michael Makiolla davor, die Pandemie jetzt noch auf die leichte Schulter zu nehmen. Sein Eindruck vom Vortag sei, dass es „noch sehr viele Menschen gibt, die sich noch sehr sorglos verhalten“.

18. März, Innenstadt: So leer hat man die Schwerter Innenstadt noch nie erlebt. Wegen der Coronakrise mussten die meisten Geschäfte schließen. Selbst Geburtstagsfeiern und andere Privatveranstaltungen zu Hause fallen jetzt unter das erweiterte Verbot, das Bürgermeister Dimitrios Axourgos am Mittwoch unterschrieb. Weiterhin sind jetzt alle öffentlichen Veranstaltungen sind bis einschließlich 1. Mai abgesagt. Wie die Restaurants dürfen Imbissbuden nur noch bis 15 Uhr Gäste einlassen. Eiscafés dürfen nicht mal mehr einen Straßenverkauf betreiben. Kneipen und Cafés müssen gänzlich schließen. Dasselbe gilt für Geschäfte mit Oberbekleidung, Schmuck, Uhren und Blumen.

Offen bleiben dürfen: Lebensmittelläden einschließlich Bäcker und Metzger, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken, Poststellen, Frisöre, Reinigungen, Waschsalons, Zeitungsverkauf, Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärke sowie der Großhandel. Handwerker und Dienstleister wie Autowerkstätten dürfen ebenfalls weitermachen.

18. März, Kitas und Schulen: Kann die Stadt Schwerte den Elter vielleicht die Gebühren für Kita und OGS, für Tagespflege und Musikschule erlassen? Jetzt, da die ja zu sind und die Eltern es schwer genug haben? Das fragt die SPD in Richtung Stadt.

18. März, Wertstoffhof: Wie werde ich mein Altpapier, meinen Sondermüll, meine Schadstoffe los? Im Moment ist das schwierig. Baubetriebshof und Schadstoffannahme sind geschlossen, auch die große Altpapiersammlung ist abgesagt.

18. März, Buchhandlungen: Was tun, jetzt zuhause? Woher bekommt man neue Unterhaltung? Schwertes Buchhändler haben genug zu tun, auch über den Online-Shop. Zumal: die Stadtbücherei ist ja zu.

18. März, Lenningskampschule: Es sind schon niedliche Videos, die in der Corona-Zeit in der Lenningskampschule entstehen. Nur noch sechs Schüler sind derzeit dort. Sie drehen die „LenniNews“, mit denen sie die Mädchen und Jungen informieren, was gerade so geschieht an der fast leeren Schule. Und auch, was man machen kann.

17. März, Innenstadt: Lieber Kartenzahlung als Bargeld. Bäcker Becker sagt das zum Beispiel selbst für Kleinbeträge. Und auch in Supermärkten steht mittlerweile, dass Kunden lieber per Karte zahlen sollten.

17. März, ganze Stadt: Die Stadt hat eine Allgemeinverfügung erlassen. Die orientiert sich an den Erlassen des Landes NRW. Alle städtischen Dienststellen sind für den Publikumsverkehr geschlossen. Außer im Standesamt finden Hochzeiten noch statt. Aber neben dem Brautpaar sind nur noch sechs weitere Gäste erlaubt. Auch bei Beisetzungen sind nur noch direkte Angehörige zugelassen. Der Wochenmarkt bleibt geöffnet, die Politik liegt lahm. Alle Regelungen gelten erst einmal bis zum 19. April.


17, März, Innenstadt:
Die Sparkasse lässt nur noch vier Kunden gleichzeitig in die Schalterhalle. Die Automaten sind dennoch geöffnet. Die Sparkasse hat eine zentrale Rufnummer für alle eingerichtet, die eine persönliche Beratung wünschen. Die lautet: 02304 109 304.

17. März, Marienkrankenhaus: Wie viele Patientenplätze mit Beatmungsgeräten gibt es eigentlich am Marienkrankenhaus? Die Antwort von Privatdozent Dr. Thomas W. Spahn, dem Ärztlichen Leiter: Elf Betten mit Beatmung hat die Intensivstation. Seine ausführlichen Aussagen: hier.

Zu Teil 2 der Chronik (31. Januar bis 16. März 2020) gelangen Sie hier.

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