Corona-Effekt in Schwerte: Deutlich weniger Steuern für die Stadt

hzVergnügungssteuer

31 Prozent minus – ein Effekt von Corona ist gewesen, dass die Stadt Schwerte deutlich weniger Vergnügungssteuer eingenommen hat. Im Vergleich zu den Nachbarn steht man aber noch gut da.

Schwerte

, 26.09.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Mensch steht am Glücksspielautomaten oder anderswo in der Spielhalle? Menschen gehen tanzen in Disco oder Club? Das Roulette dreht sich auf dem grünen Tisch? In einem Bordell wird aktiv das älteste Gewerbe der Welt betrieben?

In all diesen Fällen profitiert die Stadt, in der das passiert. Sie kassiert Vergnügungssteuer. Und im Gegensatz zu vielen anderen Steuern landet das Geld der Menschen eben nicht bei Bund oder Land, sondern bei den Kommunen, also vor Ort.

Schwerte hat 31,8 Prozent minus im Vergleich zu 2019

Diese Zahlen sind im zweiten Quartal 2020 eingebrochen, wie aus einer aktuellen Statistik des Landesbetriebs IT.NRW hervorgeht. Eine direkte Folge von Corona, denn alle Vergnügungsbetriebe waren in dieser Zeit geschlossen oder nur stark eingeschränkt offen.

Für Schwerte bedeutet das: Bekam die Stadt von April bis Juni 2019 noch knapp 60.000 Euro in die Kasse, waren es im gleichen Zeitraum 2020 nur noch rund 40.000 Euro – nach sogar 66.000 im Zeitraum Januar bis März 2020. Macht ein Minus von 31,8 Prozent vom 2019 auf 2020 und sogar eins von 38,7 Prozent vom ersten zum zweiten Quartal 2020.

Deutlich höhere Verluste in Hagen, Iserlohn und Fröndenberg

Dabei fällt der Verlust für die Stadt Schwerte sogar noch deutlich geringer aus als der für die meisten Nachbarn. Hagen etwa musste ein Minus von 75 Prozent hinnehmen, Iserlohn von 76,5 Prozent, Fröndenberg sogar von 92,6 Prozent.

In Hamm (80), Kamen (70) und Lünen (58) sieht es nicht viel besser aus, erstaunlicherweise in Dortmund (18) schon. Im landesweiten Durchschnitt betrug das Minus 51,2 Prozent, alles gerechnet zum gleichen Zeitraum 2019.

Stadt Schwerte hatte 250.000 Euro Steuern erwartet

250.000 Euro hatte die Stadt Schwerte für 2020 eingeplant, erklärt Schwertes Stadtsprecher Ingo Rous auf Anfrage. Im Jahr 2019 habe man sogar 260.000 Euro an Vergnügungssteuer eingenommen.

Den aktuellen Zwischenstand möchte die Stadt zwar offiziell nicht nennen. Die Zahlen von IT.NRW für die erste Jahreshälfte würden aber realistisch erscheinen, so Rous. Man könne jedoch deutlich sagen: Die 250.000 Euro werde man nicht erreichen können.

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