Eklige Gummihandschuhe auf Straßen und Plätzen werden zum Ärgernis

hzCoronavirus in Schwerte

Sie denken nur daran, sich selbst vor Corona zu schützen. Aber nach dem Einkauf schmeißen sie die benutzten Gummihandschuhe einfach in die Gegend. Damit gefährden sie andere - auch Kinder.

Schwerte

, 22.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Virenschleuder? Könnte sein, man weiß es nicht. Aber anfassen möchte man sie auf keinen Fall - diese verschwitzten Corona-Gummihandschuhe, die nette Zeitgenossen beim Ausziehen überall einfach auf den Parkplatz oder auf die Straßen fallen gelassen haben. Oder gar im Einkaufswagen hinterlassen haben. „Der nächste Weg zum Mülleimer ist schon zu weit“, schimpft Simone Wilke: „Das ist nicht nur unansehnlich, sondern auch Umweltverschmutzung.“

Bunte Gummihandschuhe locken Kinder zum Aufheben

Vor allem im Umfeld von Supermärkten und auf Parkplätzen stößt der eklige Abfall der 54-Jährigen sauer auf. Offensichtlich wurde er nur kurz fürs Einkaufen benutzt und dann in die Gegend geworfen. „Es muss auch an die Menschen gedacht werden, die das saubermachen müssen: Dass die sich auch infizieren können“, sagt Simone Wilke. Farbige Gummihandschuhe seien auch noch eine Gefahr für Kinder: „Kinder lieben Buntes. Ehe die Mama gucken kann, haben sie es aufgehoben.“ Deshalb spricht sie inzwischen auch die Leute an, die Gummihandschuhe irgendwo wegwerfen. Oder auch die zweckentfremdeten Plastik-Einweghandschuhe, die in den Backwarenregalen der Discounter zum Einpacken der Brötchen ausliegen.

Rücksichtslos weggeworfene Schutzhandschuhe ärgern Simone Wilke. Gerade bunte Exemplare, wie hier in der Friedensstraße, locken auch Kinder, sie anzufassen.

Rücksichtslos weggeworfene Schutzhandschuhe ärgern Simone Wilke. Gerade bunte Exemplare, wie hier in der Friedensstraße, locken auch Kinder, sie anzufassen. © Reinhard Schmitz

Den derzeitigen Hype um Gummihandschuhe hält die gelernte Altenpflege-Assistentin sowieso für Augenwischerei. „Die Leute fühlen sich vermeintlich sicher, wenn sie damit einkaufen gehen“, sagt sie. Das sei sicherlich nicht ganz verkehrt, aber vor dem Betreten des nächsten Geschäftes müssten dann auch neue Handschuhe benutzt werden, um mögliche Viren nicht weiterzutragen. Vor allem aber sei es wichtig, die Handschuhe richtig auszuziehen, ohne die Außenflächen dabei zu berühren: „Wir haben das noch beigebracht bekommen.“

Video
Simone Wilke zeigt, wie man Gummihandschuhe richtig auszieht

Mit ihrem Ärger spricht Simone Wilke vielen Schwertern aus der Seele. Auch Oberschichtmeisterin Jutta Kriesten sind die weggeworfenen Gummihandschuhe ein Dorn im Auge. „Jeder wirft sie weg oder lässt sie im Einkaufswagen“, sagt sie: „Das hab´ ich gesehen.“ Bei der nächsten „Schwerte putzt“-Aktion, die sie jährlich organisiert, werde man bestimmt viele Handschuhe finden. In diesem Frühjahr musste das Großreinemachen auf den Straßen mit ehrenamtlichen Helfern wegen Corona ausfallen.

Wegwerfen kostet ein Verwarngeld von bis zu 55 Euro

Unterdessen hat die Stadt bislang „keine signifikante Zunahme“ von Gummihandschuh-Müll auf ihren Flächen festgestellt. Das berichtet Pressesprecher Ingo Rous nach Anfragen beim Bauhof und bei der Stadtreinigung. Abfälle ins Gelände zu werfen, kann auch teuer werden: „Das Verwarngeld beträgt bis zu 55 Euro bei Erstvergehen.“ Dabei ist es egal, ob es sich um einen Latexhandschuh oder eine Zigarettenkippe handelt.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt