Corona im Marienkrankenhaus Schwerte: Was heißt das für OPs und Besucher?

hzCovid-19-Infektionen

Zwei Monate lang war das Marienkrankenhaus in Schwerte Corona-frei. Jetzt gibt es wieder Patienten mit dem Virus. Was bedeutet das für geplante Operationen, was für Besucher?

Schwerte

, 12.08.2020, 17:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wir haben zwei stationäre Fälle, beide am Standort Goethestraße“, erklärt Detlev Schnitker, der Sprecher des Marienkrankenhauses in Schwerte. Schon seit zwei Wochen gebe es wieder Verdachtsfälle, drei bis vier an der Zahl.

Das habe nun Auswirkungen auf den Klinik-Alltag. Andererseits habe man die Corona-Station auch verlegen müssen, aus einem ganz banalen Grund.

? Woher kamen die Fälle?

Dass man nicht mehr Corona-frei sei, hänge mit dem Ausbruch des Covid-19-Virus in der Flüchtlingsunterkunft in Geisecke zusammen, heißt es. Glücklicherweise habe es dort auch viele negative Tests gegeben. Dennoch habe man sich im Marienkrankenhaus vorbereitet, so Schnitker.

? Inwiefern vorbereitet?

Die Krankenhaus-interne „Task Force“ trat Ende vergangener Woche und Anfang dieser Woche erstmals seit Monaten wieder zusammen. Nicht nur Ärzte gehören dazu, sondern auch Vertreter von Verwaltung, Technik, Pflege, von allen einzelnen Abteilungen. „Aufgrund des zunehmenden Infektionsgeschehens war ja nicht klar, wie es sich entwickelt“, erläutert Schnitker. Deshalb habe man Zimmer mit sechs bis acht Betten bereitgehalten.

? Werden nur Covid-19-Positive isoliert?

Nein, wer ins Marienkrankenhaus kommt und zu einer Risikogruppe gehört, landet ebenfalls dort. Zumindest bis es einen negativen Corona-Test gibt.
? Das betrifft nur Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen, oder?
Nein, auch wer im medizinischen oder pflegerischen Bereich arbeite, gehöre zu einer Risikogruppe, unterstreicht Krankenhaus-Sprecher Schnitker. Das könne die Angestellte einer Arztpraxis ebenso sein wie der Pfleger aus dem Senioren- oder Behindertenheim. Gäbe es in Schwerte Tönnies-Mitarbeiter, müsste man auch die nach der Einweisung isolieren.

? Rechnet man im Marienkrankenhaus mit einer zweiten Welle?

Eher: Man ist vorbereitet und aufmerksam. „Wir fahren ein bisschen auf Sicht, wie sich das Infektionsgeschehen entwickelt“, sagt Schnitker: „Auf die Strukturen, die wir im März und April vorbereitet haben, können wir ja wieder zurückgreifen.“

? Was ist mit geplanten Operationen und Untersuchungen?

Die werden weiter so durchgeführt wie in den vergangenen Wochen. Zumindest vorerst. Denn natürlich, so Schnitker, stelle man sich immer wieder die Fragen: „Brauchen wir mehr Betten? Können wir weniger operieren?“ Aktuell aber laute die Antwort auf beide Fragen Nein.

? Dürfen Besucher ins Haus?

„Das Besuchsverbot gilt nach wie vor“, verdeutlicht Schnitker. Wobei die Ausnahmen mittlerweile weitreichender sein können als noch zur Zeit der ersten Corona-Welle. Ein 20-Jähriger, der eine kleine Routine-OP habe, aber nach wenigen Tagen wieder entlassen werden könnte, bräuchte nicht unbedingt einen Besuch. Bei einer Über-60-Jährigen, die „dringender familiäre Unterstützung nötig hätte“, wenn also Telefonate nicht reichten, sehe das sicherlich anders aus. Das entscheide aber der Arzt oder die Stationsleitung im Einzelfall.

? Das Marienkrankenhaus hat die Covid-19-Station verlegt. Warum?

Isoliert werden die Corona-Patienten und die Verdachtsfälle derzeit nicht mehr in der Station 4b, sondern in der 5b, also nicht mehr im vierten Stock, sondern im fünften Stock direkt unterm Dach. Der profane Grund: Arbeiten an der Rauchmelderanlage. Man sehe aber zu, dass man das bald wieder ändere, so Schnitker. Nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Hitze. „Klimatisch ist es unter dem Dach schon schwierig. Das geht schon ziemlich an die Substanz für Patienten und auch für die Kollegen.“ Denn doppelt Maske und Kittel müssten aus Sicherheitsgründen getragen werden – auch im Hochsommer.

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